EICHMANN, ADOLF VOL. 3_0030
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D·E,RSP,l;EGELI . Zeuge Globke: ,)Ich ha be es gew:\i:~tk:. da.~> dies·e Ausrottung der Ju- d~~·>i:~t~t~mati~~h VOrgenomn1en \VOr~en tst':ki1,~J:lel' .i¢h.. W\l~te. 1x1icnt. daB es s~ch .• aii!'':~ne,.ruaeh Qez.ogJ~:··o · 1 4/ .,lch wulJte, dalJ die Juden massenweise umgebracht wurden. Aber ich war immer der Meinung, dall es daneben auch Juden gab, die entweder in Deutschland lebten oder di~. wie in Theresienstadt oder dergleichen, in einer Art Ghetto zusammengefallt wurden." Als ihm darauf der Ankliige1· die Frage vorlegte: ..Ste dachten also, es handle slch um Exekutionen, aber nicht um cine systematische Ausrottung?" erkllirte Globke unverfroren: ,,!ch bin der Au!!assung und wullte. das zu jener Zeit, dall die Ausrottung der Juden systematisch betrieben wurde, aber ich wullte_ nicht, dall sie sich auf a!le Juden bezog." Merkwtirdig, kann man da nur sagen, daB dem amerikanischen Anktager nicht in den Sinn gekomrrien seln soll, einmal die Mitschuld ,,seines Zeu- gen" an den furchtbaren nationalsozlallstlschen Verbrechen gegentiber den J.uden etwas elngehender unter die Lupe zu nehmen. Doch wiederum gar nicht so merkwi.irdig, wenn man weill, dall einige Jahre spiiter derselbe amerikanische Ankliiger, inzwischen in eine zivile Steilung als Rechtsvertreter zuri.ickgekehrt, an Dr. Globke einen Brief 1 roJgendes Jnhaltes schreibt : ,.Lieber Herr Globke! Ich bin offen genug, Ihnen zu sagen, dall ich die Angriffe auf Sie aufs· tiefste bedaure. Falls Ihnen eine Rtickenstiltwng nin mir niltzt, da ich nicht nur mit Ihnen, s'ondern iiber Sie mit vielen Leuten zwischen 1945 und 1949 gesprochen habe, !assen Sie es mich wissen. Mit besten Grtillen ..." Mit dieser Rtickensti.itzung des einstigen amerikanischen AnkHigers wai· fiir Dr. HansGlobke derWeg In die westdeutsche Innenpolltlk frei geworden. In einem Zeitraum von wenigen Jahren erreichte er es, zum Ministerial- direktor im Bundeskanzleramt ernannt zu werden. -~ :~~ ·-:.' ·~: .. ~.·· .. ~ ~' ., . ;.·, ..·. 42
Reichsinnenminister Frick bestatlgt Globkes ,,bervorragenden Anteil" an der AusarbeUung der Niirnberger Rassengesetze 1 4 ~ ;.;O.;),• ·"'' · . 'liA.atM tllll:. •> z.,•· w1. der de11taohen ;~~~'t~i;~~...i;:=~=~~·; :~~:::;: a) def h~ii~9Jalil;.~-... .,.;..,.~t.19''7 flon. <•. •> q., ~ . _ J.«+·s ,,_. ~uttn-.Q. un4 19"J8.. ; '.,, ·:i .~··· .,., . folba I 3. 1146). Yomuen - 5.l. ~n· ~" ..s- W!tvhu 'Mi 4•• Y1•4•rnre1Aigune t.-...W. •• ... ' . 'f·bar .Wall ~ ~orgehoben su a •
&ilui<ik~~~ tlrt ~1.~tpQ 44 BefGrderung zum MJnJs&erialrat als Anerkennung der ,.besonderen Verdlenste" I Kaum hatte er in dieser Position FuB gefaBt, entsann er sicb des Amen- kaners Robert Kempner und verhalf Ihm zu einer bedeutenden Rechts- vertretung westdeutsch-amectkaniseher Koni.eme in Frankfurt am Main. Es hatte nur eJnes Wortes zu Adenauers Duztreund, dem Bankier P!erdmenges, bedurft, und dieser tat Globke den kleinen Gefallen, Kemp- ner zu fordern, der sicb in Nilrnberg aur beiden Ohren taub und au! beiden Augen Iangt. blind gezeigt · hatte, was Globkes braune Vergangenheit anbe- Bundeskanzler Adenauer sind alle diese Dinge wohlbekannt, und den- noch hat er sich stets bei irgendwe!chen VorwUr!en, die aus der west- deutschen Offentllchkeit gegenuber Globke vorgebracht WUrden, schiitzend vor ihn gestellt. - Was fiir ein Staat, in dem der .. christlichste aller Kanz- 44
- - - - - -------- Globke 1>allt auf, dall dit> .Jucll'n ihrl'n lll'nknn 11id1t l'nli.;t•h1·11 \'.l ,:·;, .. !r.;, ~ 1 45 ·~Jf_, 9. I> I HH~ A.,f h!•_.,- •oa I. Ir. 19 a) ~' aoU.:nJ •rfllrle, .... - · l-'t-11 I I; 9Cbeo c;,.:;nd•11 lvl•••"tll S1cll\••,..n•.....-• fllr J11•t..,.,. • S-·11w1ur nlcb\ .ecHch, aur lt-1.,c... rhlle1(b• • • Ji(h~•1\ ll••l9bt, • f Cao• lfflJNl\Ul u ....r••l l• '" .. nlel&tu, •'1rl4•rt• I., 4... acll 41Her !!~!~~!! ••h .. \Hr\•t.b .. Jrt~rO.ral• Dlcll\ ,...a,.114 ._....., h_,.. D.u Hoh lk1<h. .ut••b•r )~4eop..M UM - llJ!l4.•MI a•I &Ir.rel•- ~••iuei.r J•i6•1o •It ...al&o4ttc.,.. totaMlt&o :oat-..cl\Je•• ..,. Jta11 .. CHMU.\ 0 ~· !~~~· ........ -. ..., lllllllP.'I • • ~iii: E,,,.. ........ ' .·· . ·-1 nr 1-\\ liU,tr?NR' Ste!'•• a.,.,_ •••-•ttrlu• ..... ~ • V···•:n~ll•ft• , • , - .~· 3 i~e~ ••1'4 ... llo~ ia ....;..._, Vouehl ... ,.. . . ." &,.......... '9t I. - •• w l • ......... :'!~ ~~·~,.~- a•• 1""·~·••• .u ••n..n •ocuuc '"' ,,. $(,b .. u• '" •••••ll•n. ••o Ju... Dlr:lt\ erba!\• .............. 11a11a b<i••I •• t•r "b\ Gi..r lolHndtpolt l1aNnmc !h<l•lur•<'•hat•!lf• f•r Dwu·~•• ave~41.- .._.••Al ~ntl •ol 1 ftU•••c•l- Ii"'• -o.,.,., •..,n\ •orploC\. M w
------- -- ~-- - ----- ----· -------------~ -··..;.~ 1 27 ~~~~:·:;.::.. ·,: : · '' 'Jtic:USmen Sonder- ,l!i~· und Wasser- . ~~egzuspQlen und die .'"""en .vi>nelnander zu Gold und dem , ell~ den Deutschen als che nadl von ·.::·*~~~(;,~; .;,. ;zu d~ Ofen, die Milhle, iermahlte, und der Last- e
1 46 !er" Massenmorder wie Oberlander und Globke, Erzfaschistcn wie Schro- der, Blutrichter und anderes Geschmeill beschiltzt und in hohen Regie- rungsfunktionen tiitig sein lii13t. Einmal s!lgt~ er: ,,Kaum: jemills· ~abe ich einen Beamten kennengelernt, der mit gleichcr Pfiichttreue und gleicher ObjektiviUit seines Amtes waltet wie Herr Globke." Ein andermal bemerkte er gegenilber einem Milnchner Journaiisten: ,,Globke kennt nur Hingabe an die Sache." Die Parallelen sind bemerkenswert. Die Vorgesetzten Adolf Eichmanns lobten die Korrektheit und den Pflichteifer ihres gedungenen Judenmor- ders. Bundeskanzler Adenauer spricht von der absoluten Hingabe eines Dr. Hans Globke, der bereits einmal mit derselben Hingabe den National- sozialisten bei der DurchfOhrung ihres Judenprogramms diente Globke nimmt heute in Westdeutschland eine Machtposition ein, die starker als die aller Bundesminister zusammen ist. Ihm unterstehen z. B. auch die Geheimdienste Westdeutschlands, und zwar das sogenannte Bun- desverfassungsschutzamt, das sich einen Namen durch die Drangsalie- rung aufrechter Kommunisten und Friedenskampfer machte, und der Bun- desnachrichtendienst des Generals Reinhard Gehlen, der durch eine ver- brecherische Wilhltatlgkeit in den Llindem des Sozialismus gekennzeich- net ist. Diesen bedeutsamen EinftuB llebt die ,;graue Eminenz" des Bonner Reiches manchmal in eindeutiger Weise zu demonstrieren. Bei einem Bc- such elnes englischen Journallsten in seinen Dienstraumen meinte Globke l!ichelnd, ob e9 den Herren nicht interesslere, elnmal einen Bl!Ck in sein Vorzimmer zu werfen. Dort warte schon seit einer halben Stunde ein recht interessanter Mann. Globke machte die Tilr welt auf und lieB den er- staunten engllschen Joumalisten einen Blick auf das gar nicht freundliche Gesicht des Generals Gehlen werfen, zu dessen Eigenarten es gehOrt, mog- llchst nicht gesehen zu werden. Wie eng die Zusammenarbeit zwischeh Globke und Gehlen ist, geht aus einem Bericht hervor, den Globke damals In einer Vernehmung gab. Ohne den Tonfall seiner Stimme auch nur um einen. Deut zu ver!indern, meinte Globke, daJ3 das von ihm geleitete Bundeskanzleramt es sich seit langem zur Aufgabe gemacht babe, auch solche Politlker wie etwa den lang- j!ihrigen Vors'1tzenden der FDP, Reinhold Maier, oder den frilheren Innenmlnlster und heutigen SPD-Bundestagsabgeordneten Heinemann zu ilberwachen. Des weiteren bestehen enge Beziehungen zwischen Globke und einem von dem katholischen Klerus im Haus Altenberg in Koln eingerichteten sogenannten Bilro filr personalpolitlsche Informatlonen. Mit Hilfe dleses Bilros und seines Einftusses in dem dekadenten Rotary- Klub und dem Kartellverband der katholischen deutschen Studentenvcr- 46 l
bindungen ist es Globke in den letzten Jahren gelungen. iibcrall seinl' politischen Freunde und Gewiihrsmarmer, die meist Vcrtraute der katho- lischen Kirche sind, in einftullreiche Stellungcn dcr dnzelncn Bonner Mi- nisterien unterzubriniten. Drei ehemalige katHolische Beamte, die ihm lange Zeit in seincm Bun- dcsl<anzleramt unterstellt waren, namens Rust, Wirmer und Gumbel Globkc, der Jntimus Adcnaucrs 1 47