EICHMANN, ADOLF VOL. 3_0032
Tiiuschung des eigenen Volkes dienen und von der weltweiten Protestbewegung gegen die Bluttaten des Hitlerfasdiismus ah- lenken sollte. Dae Gegenteil trat ein. Sowohl die Zahl der Konzentrations- ,;: >Iager als auch die der Haftlinge etieg in den weiteren Jahren, · ·a·,hesondere nadi Ausbrudi des zweiten Weltkrieges, sprunghaft an. ii'Die SS riistet auf Fiir die Bewarhung der ·Konzentrationslager stellte die SS ~igene ,Mannsdiaften auf, die sogenannten Totenkopfverbiinde. Brigadefiihrer Eidte, dem die Konzentrat.ionslager und Wach- annsdiaften unterstanden, faBte 1935 die Totenkopfverbinde . ~ fiinf Sturmbannen. zusammen und unterstellte sie einer ,,In- . ektion der SS-Totenkopfverbiinde". Es waren die Sturmbanne I ()berbayern), IT (Elbe), III (Sachsen), IV (Ostfriesland) und . <.~(Brandenburg). Die Aufgaben der Totenkopf-SS waren ein- ~~:, '.die Bewadiung der Konzentrationslager und zum anderen _lJ8bildung von SS-R.ekruten. Die SS-Truppe wurde zu einem fasdllstisdien Instriunent ausgebildet, gedrillt zum Mord erzogen im fasdiistisdien BewuBtsein von der Mission ... , ?;Herrenmenschen" gegen das ,, Untermenschentum". ~; ging der SS bei der Aufstellung der Totenkopfverbinde um die Bewadiung der Konzentrationslager und die . ung von SS-Leuten. Vielmehr waren d.iese Verbinde - ':'.:den SS-V~rfiigungstruppen - mit konkreten Aufgaben im '~' · es Krieges bedacht. Sie sollten bei Kriegsauabruch die j1Ddertachaften fiir rund 30 Totenkopfsturmbanne sein, ~;000 Mann, die fiir die Unterdriidtung des eigen.m Vol- ~':Jnnem des Reidies eingesetzt werden sollten. Die SS- t,f opfverbinde wurden von den einzelnen Liindern finanziert, <~Bewadiung der Hihlinge als Staatsauftrag gait. Ab 1. April jiiborten sie in daa Ressort des Re.ichsministerium._ des . . ''tenor, ·.··:'"" .. "''·. nur ;:····;·'·
--- lnnern. Im April 1937 wurden die fiinf Sturmbanne zu drei Standarten zusammengefallt, die den Namen "Oberbayern", ,,Brandenburg" und ,.Thiiringen" trugen. Eine vierte Standarte wurde im Herbst 1938 in Linz unter dem Namen ,,Ostmark .. aufgestellt. Die SS-Totenkopfverbande waren ihrem Charakter nach eine vom Staat ausgehaltene Biirgerkriegstruppe, iiher die Himmler selbst ein Werturteil ablegte, als er 193 7 sdirieb: ,,Im weiJ3, daB es mandie Leute in Deutschland gibt, denen es sdiledit . wird, wenn sie diesen schwarzen Rock sehen; wir hahen Ver· . . stindnis dafiir und erwarten nicht, daB wir von allzuvielen ge- . ;. Jiebt werden."' .. . .. Die SS-Verfiigungstruppen umfaBten bereits Marz 1935 neun : 'fr· Sturmbanne, einen Pionierstunnbann und einen Nachrichten· .·.•· '..' :.shlrmhann. Am 1. Oktober 1936 wurden die Sturmbanne der SS-Verfiigungstruppen zu Standarten zusamm.engefaBt. Die Ge- llUlltstirke der SS betrug 1936 210 000 M!llln. Der SS wurde .1935 zugestanden, daB je 35 Divisionen der Wehrmadit eine · .• Diviaion der SS zugeteilt werden konnte, der spiter so beriich- ' 'tigten Waffen-SS, die als faschistisdie Elitetruppe unter anderem >·ia1ic:h den k.leinen franz0sisc:hen Ort Oradour·sur-Glane dem Erd· ,~~~·boden gleichmachte und alle Bewohner ermordete. 642 Opfer, . . Frauen, Manner und Kinder, fielen dem Wiiten der SS-Banditen '%um Opfer. Heute ist der Ort dieses Verbrediens Nationalheilig· ,·::.tum. ·.·. ··:-.Himmlers Ziel war es, die· SS zur beherrsdienden Exekutive · · de~ Staates zu machen. Nam dem Eindringen in die Gestapo - _: Himmler wurde am 20. April 1934 Stellvertretender Chef der ~Gestapo - wurde Himmler am 17. Juni 1936 zum Chef der - tschen Polizei ernannt. Er fiihrte jetzt den Titel ,,Reichs- .. iihrer-SS und Chef der Deutsdien Polizei". Chef der Sidierheits- olizei und des SD wurde sein vertrautester Mitarbeiter Heyd- , iridi. Die Gestapo, urspriinglich auf PreuBen begrenzt, dehnte . } ihr Netz auf ganz Deutsdiland aus. Das war die Einleitung fiir ',:L eine,,. neue Etappe in der Entwiddung des KZ-Systems. ·~ '.,_, ~ ··.. '.
·~ ,, ... damit sie leben konnen" Bis zu diesem Zeitpunkt hestand die Stellung des Hiif tlings <, nur darin, entweder - was rein zufiillig und iiuBerst selten war - ~ .entlassen zu werden oder - was hiiufiger war - im Lager zu hlei- ;f ben und auf irgendeine Weise umgebradit zu werden. Mit der ··f{' Ailfriistung der SS und der allgemeinen Aufriistung im Hitler- (, Staat iinderte sidi das. War der Hiiftling bis dahin - nur die ~:fa1.foorlager maditen hier eine Ausnahme - mehr oder weniger '.~\~ur ein Objekt, das zur Vemiditung in die Konzentrationslager , so wurde er jetzt aul3erdem zum Arheitssklaven. Die SS teden profitaLlen Nutzen des KZ-Systems erkannt. Die Zwangs- •. eutung der Hiiftlinge hatte speziell fiir die SS die verschie- '. t~n Vorteile: Die Arbeitskraft der Hiiftlinge war au6erst ."g, stand nahezu unbegrenzt zur Verfiigung· und konnte his ' . physisdien Vemiditung der Haf tlinge ausgenutzt werden. , AusmaB der SS-Aufriistung konnte durdi die Sdia.lfung von .· ·. tiitten und Betrieben in den Konzentrationslagem der Kan- der Wehrmadit entzogen werden. Den staatlidien Stellen er Einblidc in. das Finanzwesen der Konzentrationslager S.Verbinde entzogen, da die Reidismittel fiir die Konzen- - er in Form ·einer Jahrespauschalsumme iiher die ~~F Z1i Himmler gelangten. Die Ausnutzung der H3ftlings- .•:;i? aft hot die Moglichkeit, die wirtsdiaftlidie Lage der SS . essern und die Lager als okonomische Basis der SS aus- .:. •vielen sinnlosen Arbeiten, wie dem Transport von Stei- ~Sand von einer Stelle zur anderen im ewigen Kreislauf, .i:zu dienten, die Haftlinge zu quilen und physisdi zu " - \vurden die Haf tlinge im zunehmenden Maile zu.m ,}lleuen Lagem, von SS-Kasernen, Garagen, Betrieben, •.,;.: liizen, Sportpliitzen und Wohnh~usem fiir die SS ver- , "-'~Vermietungen der Hiiftlinge an die Privatindustrie, wie :·;;allem im zweiten Weltk.rieg eine Massenerscheinung
waren, kamen in der Vorkriegszeit noch relativ selten vor. l Au~beutung fiir eigene Zwec:ke der SS stand im Vordergru Dariiber sagte Himmler in einer Ansprache an das Of fiziersko der Leibstandarte-SS ,.Adolf Hitler" am 7. September 19 ganz offen: ,,Das Wohn-Bau·Programm, <las die Voraussetzu fiir eine gesunde und soziale Grundlage der Gesamt-SS wie ci gesamten Fiihrerkorps ist, ist nicht denkbar, wenn .ich nicht a irgendeiner Stelle her das Geld hekommen wiirde, das Ge schenkt mir niemand, das mull verdient werden, das wird ve dient werden dadurch, da.13 der Abschaum der Menschheit, d. Hiftlinge, die Berufsverbrecher, d:.i!l die positiv zur Arbeit a1 gesetzt werden miissen. Der Mann, der nun diese Haftlinge b( wacht, tut eben schwereren Dienst, wie der, der exerzieren geht Der, der das tut und neben diesen ncgativsten Mensdien steht . hetreibt in dieseil 3 oder 4 Mona ten, - und das wird sich j a Fei -4 , < gen: Im Frieden werde ich Wadibataillone bilden und die nur /'.'>abkommandieren auf 3 Monate - lernen in dieser Zeit den Kampf ')'"·'·,~it dem Untermenschentum kennen und das wird nicht eine Ode .•.>. ·. Waditirigkeit, sondern, wenn die Offiziere es richtig machen, e:"; den besten Unterricht iiber Untermcnschentum kennen und iiber Minaerrassentum nodi erfahren. Diese Tiitigkeit ist notwendig, wie ich Ihnen schon sagte, 1. um dem deutschen Volk diese nega- tiven Menschen wegzunehmen, 2. um sie einzuspannen noch. ein- mal fiir die grof3e Volksgemeinschaft, daf3 sie Steine brechen und Steine brennen, damit der Fuhrer seine gro6en Bauten wie- der machen kann und 3. da6 das, was damit ganz niichtern wie- der an Geld verdient wird, das wird wieder umgesetzt in Hiiu- sern, in Grund und Boden, in Siedlungsstellen, daf3 unsere Man- ner und unsere Fiihrer, damit sie lehen konnen und Hauser haben, in denen sie wirklich grol3e Familien haben konnen und viel Kinder." Ein schauderhaf tes beutsch, aber im lnhalt au8erst aufschluf3- lat es ein Wunder, wenn bei einer solchen Aufgabenstellung
------- die Zahl der Hiiftlinge und der Konzentrationslager stieg? Auf ·•· dem ,,Gesetzeswege" wurde hier schon vorgearbeitet. Eine Ent· ':i sdJeidung des Sondergerichts Hamburg vom 15. Marz 1935 be- ·: ·''~timmte, daB sich die Verordnung vom 28. Februar 1933 nicht nur ihrem Inlialt nach gegen ,,die Staatsgefiihrdung", die von kommunistischer Seite kommt, sondern auch gegen diejen.ige, · ;~die aus anderen Kreisen kommt", richkt. Dam.it war die Mog· ijdikeit gegeben, weitere Bevolkerungsgruppen in die Konzen- ..~ationslager zu bring'!n und die Zahl der Hiif tlinge zu erhohen. :N~ch war es vorwiegend die Furcht vor dem ,,inneren Feind", fihr dem ,,inneren Kriegsschauplatz", die die Lager fiillte und ~e bekanntesten Arbf'iteriunktioniire hinter Stacheldraht bradite. , Der Nazistaat trug auch dafiir Sorge, da.B die Entlassungen ge- 'toppt wurden. Eine Anordnung Heydrichs vom 29. Juli 1935 gte, da8 keine Kommunisten mehr entlassen werden, da8 e irgendwie im Verdacht antif aschistischer Betitigung stehen· · sofort verhaflet werden und da8 alle die kommunistischen : tionire, die ihre Strafe verbiiBt haben, grundsitzlich in '~tzhaft zu nehmen sind. Diese Regelung sollte auch auf alle pgen ,,marxistisChen" Staatsgegner angewandt werden. Auch ' dieser Anordnung geht hervor, da8 sicb die Terrorma8· .·en des Faschismus immer wieder in erster Linie gegen die · · n anti{aschistischen Krifte, die Mitglieder der Kommu· ~ J I.."'" • "on ,,Arbeitssc:heue Reic:h" ,. . . 1938 kamen plOtzlidl einige Ja.usend Hiftlinge neu ~;:Lager. Es war eine Aktion, die unter der Bezeidmung ,,Az- ':i'.. eue ReiCb" durchgefiihrt wurde. Bereits friiher waren . ::politischen Gegnem audi kriminelle Hif tlinge in die Kon· '~ ·onalager transportiert worden. Im Rahmen dieser Aktion es sich um eine Masseneinlieferung von vorwiegend 31
kriminellen Haftlingen. Aus einem Geheimhericht des SS-Ober· fiihrers Greifelt vom Juli 1938 an die Dienststelle ,,Vierjahres- plan" heim Pers0nlidien Stab des Reidisfiihrers-SS iiber ,.Ar· beitsscheue Reidiu geht hervor, daJ3 Kriminal- und Staa.tspolizei gemeinsam diese Aktion durdigefiihrt haben. Sie ricbtete sicb gegen ,,Landstreicber, Bettler, Zigeuner, Zuhilter, Personen mit Vorstra.fen und Juden''. wie es im Bericht heiBL Bei letzteren handelte es sich nicht itnmer um Kriminelle. Mit der Verhaftung der Juden wurden andere Ziele bezweckt, iiber die spiter noch beriditet wird. Viele Personen, die im Rahmen dieser Ma.Bnahme festgenommen wurden, waren nie mit den Gesetzen in Kooftikt ){"' geraten. Sie waren Opfer per&Onlicher lntrigen irgendeines Nazis. Die llintergriinde dieser Aktion, bei der etwa 11 000 Per· ·aonen unter dem Begrilf • Vorbeugungshaft" in dio Konzen- -.:....· ationalager., iiberfiihn wurden, llegen liefer, als unmittelbar zu . Wkennen ist. In einu Unterredung am 13. Februar 1937 teilte ,.Himmler mit, da.B er von GOring den Sonderauftrag erhalten ' . hahe, den bestehenden Land,arbeitermangel von 200 000 Arbeits- ;; kriften dadurdt zu beseitigen, da.B alle ,,Arbeitascheuen" in Lager ' _ gebradit werden, um Arbeitskrifte zu gewinnen. Im bereits er· wihnten Geheimbericht des SS-Oberfiihrers Grcifelt hei6t es un, da.B es sidi bei dieser Aktioo um ,,MaJ3nahmen zur Befrie- . ·gung des landwirtschaf tlichen ·Kriiftebedarfs" handelte. Es ging also nicht mehr darum, Hiif tlinge a.us politisdien Grunden ··n die Lager zu hringen, sondern darum, Arbeitssklaven zu er- ten. Die Konzentrationslager wurden allmiihlich zum Sk.~ctven· kL Die Einlieferung von Kriminellen und Asozialen hatte auJ3er .er Besdiaffung von Arbeitskraften nodi eine Reihe anderer :-riode. Mit der Einlieferung von Kriminellen in die Konzen· ~ationalager stellten die Faschisten polltische Hiftlingo und <. · elle auf eine Stufe und wollten die politischen Hiiftlinge · 'OJ'alisch erniedrigen, wobei die SS bezweckte, Kriminelle a1s · pitzel, Denunzianten und Handlanger fiir ihre verbredierische ·;.. ·.
Titigkeit zu benutzen und jeden Zusammenhalt, jede Solidaritiit . .•. der Hiftlinge untereinander zu vereiteln. Zum anderen schlach· . j~ tete11 die braunen Volkabetriiger diese Veriinderung in der Zu· ·.: ~\: sammensetzung der Lager inaofem aus, ala sie sich als Vor· •.'·.:;. ,, ·'[,.kimpfer gegen die Kriminalitit aufspielten und gegeniiber der Qflentlichkeit und dem Ausland (bes~nders bei Besichtigungen) %mit dem Hinweis auf Kriminelle das System der Konzentrations· .,,;; lager zu rechtfertigen versuchten. . ~;.; Die Propaganda in dieser ~icht sa.h dann so aus: Auf einem · " Lehrgang vor Wehrmachtsoffizi~ren vom 15.725. Januar 1937 '· sagte Himmler: ,,Dariiber hinaus w:ire es fiir jeden einzelnen - ·• einigen wenigen Herren der Wehrmaclit babe ich es schon er· .. Oglichen konnen - unerhort instrokti·,, so ein Konzentrations· er einmal anzusehen. Wenn Sie das gesehen haben, dann sind " davon iiberzeugt: Von denen sitzt keiner zu ·unreclit; es ist Abhub vom Verbrechertum, von Mil3ratenen. Es giht keine igere Demonstration fiir die Erb· und Rassegesetze, ala .~ die Dinge, die Dr. Gutt Ihnen vorgetragen hat. als so ein --:~nzentrationslager. 'Das aind Leute mit Wasserkopfen, Schie· '' e, Verwac:hsene, Halbjuden, eino Unmenge rassisc:h minder· • en 'Zeugs ..• Ich wiederhole~ So etwas an Typen werden ··~ nicht fiir moglich halten. Unendlich viele Vorbestrafto :darunter, gerade bei den politischen Verbre~... it diesen Methoden wurde versucht, die beWuSten antifaschi· . en l(iimpfer zu diffamieren, sie auf eine Stufe mit kriminel· \Nerbrechern zu aetzen, sie als ,,Untermenschen" und ,,ras· ·:)ninderwertig" hinzustellen. . / L .'.den Fall eines K.rieges •••" dies Wettriiaten, Vorbereitung c..inea Krieges, Auspliin· :s . des eigenen Volkes und der anderen Volker, blutiger . .:ides deutsdien lmperialismus zur Eroberung der Welt· =:JI
herrschaft unter dem Zeichen des Hakenk.reuzee - das waren die Grundpfeiler der Politik, die die Entwicklung des KZ-Systems bestimmte und den Verhiiltnissen im Lager ihren Stempel auf· driickte. Die Konzentrationslager waren ein fester Bestandteil der Kriegsvorbereitung. Der Faschismus redmete mit dem Wider· stand des Volkee und kalkulierte ihn gleich ala ,, vierten Kriegs- schauplatz" ein. Himmler sagte dariiber 1937: ,, Wir werden in einem kiinftigen Kriege nicht nur die Front der Annee auf dem Lande, die Front der Marine zu Wasser, die Front der Luftwaffe in der Luf tgloCko iiber Deutschland haben, wie ich es nennen • mOchte, sondern wir werden einen vierten Kriegsachauplatz haben: lnnerdeutschland." Die Kommunistisdie Partei Deutschlands batte auf ihrer Briie- seler Konferenz im Jahre 1935 die vergangene Arbeit kritisch · ; eingeschiitzt und ala wichtigste Aufgabe die Herstellung de~ Ein· :;~)theit8front der Arbeiterklasse' und die SchatJung einer breiten . !~i~tilaschistischen Volksfront. aller Hitlergegner zum Sturze der '';luchistischen Diktatur, fiir ein demokrausches Deutschland be- r.eidlnet. Mit eindringlichen Worten wamt\l die KPD emeut vor .a~ imperialiatischen Kriegsvorbereitungen Hitlerdeutschland;& 'lind sagte: ,,Die Hitlerregierung treibt mit ibrer provokatorischen '~:A'u8enpolitik, die besonders gegen die Sowjetunion gerichtet ist. iul Volk in einen neuen Krieg, der zu einer achweren Niederlage iihieD muJ3." · f Ungeachtet der Massenverhaftungen und der Einkerkerung er bewiihrter Kader setzten die illegalen Kampfer ihre Be- ·,• iihungen fort, den Kriegsvorbereitungen Einhalt zu gebieten. ..,.. ·. Beschliisse der Briisseler Konf erenz aktivierten emeut den 'tifaschistischen Widerstandskampf. Die Aufzeichnungen und > eldungen der Gestap_o-Dienststellen spiegeln die fieberhafte .,ervositat der Nazis vor dieser emsten Gefahr fiir ihre Kriegs- \Jine wider. 11 687 Personen wurden 1936 wegen ,,illegaler unistischer Betitigung" in die Gestapohollen venchleppL Penonen waren ea 1937. Der .Lagebericht filr September :;;j I
1938" berichtet von stiindig weiter steigenden Verhaftungszahlen: ;,Wihrend in den Monaten Mai bis August 1938 durchsdmittlich je 400 bis 500 Personen im Reich wegen kommunistischer Be- tiµgung und ihnlicher Delikte festgenommen werd~n muBten, stieg die Zahl der Festnahmen ... im September 1938 auf Uber 600 Personen." Mir brutalem Terror, mit Massenverhaftungen und Konzen· trationslager versuchte die blutige Diktatur der Monopole die Friedenssehnsucht der deutsc:ben Bevolkerung zu unterdriidten. Die Nazis begannen vor'der Entfesselung des Weltkricges den Krieg gegen das eigene Volk. Mit der Aufriistung und Erweiterong der sc:bwarzen Garde · H.itlera, der SS, wurde ein Umbau der Konzentrationslager vor· genommen. Entsprediend den Standorten der drei SS-Regimenter =· (.Oberbayem", ,.Brandenburg", ,,Thiirin~en"), wurden die Lager ,+ Dadiau, Sadisenhausen und Buchenwald eingerichtet beziehungs- f=weiae erweitert. Die Konzentratiomlager muBten den .,Bediirf· , eines Krieges in erhohtem MaBe Redmung tragen", wie . in einem Schre.iben des Inspekteurs der KL und SS-Totenkopf· ,_.,a.L .. au•e vom 2'Z.. Oktober 1936 an das Thiiringer Ministerium · Innem heiBt. Die Lager wurden im grOBten Um.fang erbaut, moglichst viele aufilehmen zu konnen. Kleinere Lager wurdcn , geli5st und in <lie r.entralen Lager iiherfiihrt. D.ie SS redmete "· ':~em Krieg. Sie plante von vomherein eine Erhohung .der ;,,,, · · gszahlen bei Ausbrudi des Krie&es ein, um die. Kriegs· .,, "der raubg;ierigen deut8chen lmperialiaten zu aichem. ,,Fiir ~iFall eines Krieges", erklirte Himmler 1937 auf einem Lehr- : .. vor Wehrmadiuoffizieren, ,.miiasen wir una klar dariiber . ·, ·daB wir eine redit erhebliche Anzahl ~merer Kantoniaten - hereinnehmen miissen, wenn wir uns nidit den Nihrboclen t unangenehme Entwidtlungen im Falle eines Krieges . - wollen." .;. vor der Entfeaselung des Krieges, am 23. Junf 1939, be- Reic:haverteidigungsrat unter dem· Voraitz 35
'\ .··.' GO rings und in Anwesenheit zahlreicher fiihrender Nazis aus Wehrmacht, Parteidienststellen, Ministerien und SS iiber den Arbeitseinsatz der Haftlinge und Kriegsgefangenen; auc:h hier wurde vorsorglich ,,bead:itet", da.J3 "die Konzentrationslager . . . im Kriege starker belegt werden". Nach einem Bericht der Gestapo vom 10. April 1939 befanden - 11id:i zu dieser Zeit bereits 162 734 Schutzhaftlinge wegen ,,politi· schen Vergehens" in Haft; dazu kamen 27 369, die vor der Ab- urteilung durc:h Nazigerichte standen und 112 432 Antifaschisten. die zu Gefiingnis-' und Zuchthausstrafen verurteilt waren. In seinem Bestreben, Haf tlinge fiir die Lager zu hekommen. traditete Himmler sogar danach, den gesamten Strafvollzug der ,,Hoch· und Landesverriter" in die Konzentrationslager zu iiber- nehmen, was aus einem abschligigen Bescheid des damaligen Justizministers Gurtner vom 20. Dezember 1938 hervorgehL Mit imperialistisdier Griindlic:hkeit wurde der Krieg vorberei· ' tet. Gegner des Krieges kamen in die KZ oder standen auf der Liste derjenigen ,,unsidieren Kantonisten", wie Himmler sie be- zeidinete, die bei Kriegsausbrudi unsdiidlidi gemacht werden sollten. Auch die Entwiddung der Konzentrationslager heweist die · systematische Vorbereitung eines neuen Volkermordens durdi den deutschen Faschismus und widerlegt die westdeutsdien Schreiber· i'i;;.linge und Adenauer·Propagandisten, die nicht davor zuriick· "'(schrecken, die deutschen lmperialisten von der Kriegssc:huld rem zuwaschen und sie gar als Friedensengel zu preisen . >: .·" Jiidisches Blut und arisches Gold Seit Mona ten sind Westdeutschland und Westberlin zu Sdiau- ·plitzen widerlidier antisemitisdier Exzesse geworden. Schmiere- ~ien an Hiiuserwiinden und Synagogen, Mordhetze und faschi· ' '.etisdie Propaganda - so fing es bereits einmal an. Mit solchen