Thüringer Landtag Drucksache 7/ 1149 7. Wahlperiode 30.06.2020 Kleine Anfrage der Abgeordneten Hoffmann, Schütze und Prof. Dr.-Ing. Kaufmann (AfD) und Antwort des Thüringer Ministeriums für Inneres und Kommunales Jagdwilderei im Saale-Holzland-Kreis Wie einer Mitteilung der Polizei Thüringen zu vernehmen ist, wurde im Jagdgebiet Zeigerheim bei Saalfeld ein totes Reh aufgefunden, dem beide Vorderläufe und der Kopf abgetrennt wurden. Die Polizei hat Ermitt- lungen wegen Wilderei eingeleitet. Weiterhin wurden bereits im April 2013 zwei enthauptete Rehe im Ab- stand von wenigen Tagen im Saale-Holzland-Kreis gefunden. Das Thüringer Ministerium für Inneres und Kommunales hat die Kleine Anfrage 7/558 vom 30. April 2020 namens der Landesregierung mit Schreiben vom 26. Juni 2020 beantwortet: 1. Welche Erkenntnisse liegen der Landesregierung über die beschriebenen Fälle vor? Antwort: Zum Sachverhalt im Jagdgebiet Zeigerheim bei Saalfeld liegen folgende polizeilichen Erkenntnisse vor: Am 12. April 2020 wurde durch den Jagdausübungsberechtigten des Reviers Zeigerheim das Auffinden eines verendeten Stückes Rehwild mitgeteilt. Es wurde ein weibliches Reh aufgefunden, bei dem das Haupt, die Blätter sowie die beiden Vorderläufe fehlten. Im Rahmen der anschließenden Ermittlungen wurde festgestellt, dass weiterhin Teile der linken Körperseite mit Rippen sowie die Innereien fehlten. Derzeit ist unklar, ob das Tier beschossen, mit einer Falle gefangen, angefahren, auf natürliche Weise verendete oder durch ein anderes Wildtier gerissen wurde. Bezüglich der Sachverhalte im Bereich der Landespolizeidirektion Jena liegen folgende Erkenntnisse vor: Ein Reh wurde am 4. April 2013 in der Nähe von Großeutersdorf gefunden. Ein zweites Reh wurde am 7. April 2013 in der Nähe von Kleineutersdorf festgestellt. Beiden Tieren fehlten der Kopf und der Hals. Die durchgeführten Ermittlungen führten bisher nicht zur Identifizierung eines Tatverdächtigen. 2. Hat es in den Jahren 2000 bis einschließlich 2019 weitere oder ähnliche Fälle dieser Art in Thüringen gegeben (wenn ja, bitte nach Jahresscheiben und Ort aufschlüsseln) und wie haben sich seit dem Jahr 2000 die Fälle von Jagdwilderei im Saale-Holzland-Kreis entwickelt? Antwort: Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ermöglicht keine Differenzierung nach der Tierart, der Auffindesi- tuation eines verendeten Tieres oder der Begehungsweise. Nachfolgend werden die in der PKS erfass- ten Fälle der Jagdwilderei dargestellt. Druck: Thüringer Landtag, 23. Juli 2020