PP Essen Broschüre Clans 20s.indd
11 Denken der Clans | Polizei Essen - BAO Aktionsplan CLAN CLANS – Wovor haben sie Angst? Wovor Wovor habenhaben sie Angst?sie Angst? Ehrverlust als größtmögliche Schwächung Ehrverlust; insbesondere eigenen Familiengefüge / innerhalb der Community; Männlichkeitsverlust, regelrechte Homophobie Verlust von Macht und Kontrolle; Kontrolle durch andere Menschen als Angehörige des eigenen Clans Verlust von Geld, sichtbarer Verlust von Luxusartikeln / Statussymbolen (da Status nach außen Machtdemonstration darstellt); Angst, dass sie von Rivalen überboten werden Regelmäßig streben Jugendliche aus Clanfamilien keine Beugung / Unterordnung gegenüber „Ehrlosen“ / klassische Karriere über gute Schulnoten / Ausbildung Fremdbestimmung; Aversion vor regulärer Arbeit („9 to 5“) für an, sondern direkt die Selbstständigkeit jemand anderen als die eigene Gemeinschaft, weniger zu erwirtschaften als Person in vergleichbarer Position engmaschige Kontrolle/ Gruppenzwang in den Clans Große Angst vor Verrat oder als Verräter zu gelten basiert auf Misstrauen Angst vor Angriffen gegnerischer Clans oder anderen OK- Gruppen; Verlust von Gebieten und Geschäftsfeldern Angst vor Verschulden von Schwächung des eigenen Clans / Fehler zulasten des Clans zu begehen Der eigene Clan wird als Übermacht begriffen; sowohl Angst vor Sanktionen innerhalb Familie und Clan extern als auch intern Angst vor Wegfall aller Schutzfaktoren des Clans (Erkenntnisse / Wissen von Externen über Interna; Verlust von Einfluss in strategischen Partnerschaften) Ängste vor Verlusten sind definitiv vorhanden. Die Ängste voreinander und innerhalb der Community sind regelmäßig größer, als vor Maßnahmen des Staates. Das Sicherheitsdenken basiert auf Angst und Misstrauen untereinander, entsprechend eng sind Kontrollmechanismen in den Clans. Luxus für den Ängste soll Nachwuchs vor verhindern, Verlusten sinddassdefinitiv vorhanden. Ängstevon diese Wahlmöglichkeiten voreinander und innerhalb außen annehmen und dem der Clan ab- trünnigCommunity größer,stellt werden. Zudem als das vor Zeigen Maßnahmen externer von Luxus auch(Polizei, etc.). Das Sicherheitsdenken eine Machtdemonstration dar, die die Stärke basiert des Clans auf Angstsoll.und demonstrieren Misstrauen Dies alles trägt dazuuntereinander, bei, dass sie wenig entsprechend Angst vor dem engStaatsind und dessen Kontrollmechanismen Maßnahmen haben, aber großein denAngst Clans.vor Luxus demfüreigenen den Nachwuchs Clan undsoll verhindern, sekundär dass diese Clans vor gegnerischen Wahlmöglichkeiten bzw. gegnerischen von außen annehmen und dem Clan abtrünnig werden. Zudem stellt das OK-Strukturen.. Zeigen von Luxus auch eine Machtdemonstration dar, die die Stärke des Clans demonstrieren soll. Dies alles trägt dazu bei, dass sie wenig Angst vor dem Staat und dessen Maßnahmen haben, aber große Angst vor dem eigenen Clan und sekundär vor gegnerischen
Polizei Essen - BAO Aktionsplan CLAN | Denken der Clans 12 CLANS – Was schwächt sie / Wo sind sie zu treffen? WasWasschwächt sie / Wo sindsie? schwächt sie zu treffen? Wo sind sie zu treffen? Sicherheitsgefüge an diversen Stellen angreifen und Fundament destabilisieren (staatliche Sicherung, Sicherung durch undurchsichtige Strukturen, etc.) Wissen um Familienstrukturen / Konkurrenzkämpfen Schwachstelle Nachkommensregelung: Sobald Stammesälteste sterben, zu viele Nachkommen „auf einer Ebene“ Vorhandenes Misstrauen in die eigene Community stärken Herausfinden, was die Ehre des Anderen verletzt, ist Schwachstelle Ehrempfinden: Rationales und langfristiges Denken setzt eine vom Stammeswesen übernommene gerade bei jungen Mitgliedern aus, wenn sie ihre Ehre verletzt oder die Kriegsstrategie Gefahr einer Verletzung sehen Patriarchale Strukturen funktionieren nur mit Verletzung und Schwächung der Männlichkeit (insbesondere auch durch überzogenen Vorstellungen von Männlichkeit; Frauen) entsprechend ist dies eine Schwachstelle Empfundener Druck innerhalb der Clans ist immens, Zwänge und Druck außerhalb des Clans schaffen / erhöhen auch für junge Männer; Ausgleich durch genommene Freiheiten außerhalb Sichtbare Beugung des Einzelnen bei Kriminalität durch den Staat Sichtbarer Machtverlust; Statussymbole müssen Geld und Luxusartikel nehmen, Ressourcen schrumpfen sofort ersetzt werden Ansicht, dass die engagierten Anwälte alles zum Sicherheitsgefüge durch tätige Anwälte gezielt angreifen; Rentabilität der eigenen Wohl regeln können, ist wichtiger Clans für Kanzleien und „Win-Win-Situation“ einschränken Sicherheitsfaktor; Clans glauben an Angst des Staates vor guten Anwälten Gebiete werden als „eigener“ und damit sicherer Einfluss und Unterstützungsfaktoren einschränken; Personen und Raum betrachtet, auf dem die eigenen Regeln gelten Institutionen stärken, die von Clans ihrerseits eingeschränkt / bedroht werden Freiheiten nehmen (Entscheidungsfreiheit, Verfügung über eigene Zeit, etc.) Wahrnehmung der individuellen Schwäche / Gewichtung staatliche Übermacht vs. persönlich empfundene Ohnmacht Schwächung des Kollektivs; Erschütterung des Clan- (Erfahrungswerte schaffen, in welchen der Clan nicht helfen und Alles, was den Aufwand erhöht Protektoratesund die Gewinne mindert, gewöhnliche schwächt Mehrheit das Gefüge. nicht organisiert werden Dies kann als mittel- können) fristige Zermürbungsstrategie den Vertrauensverlust auf gelernte Grundsätze und Unsicherheits- empfinden fördern: Die Clangemeinde darf nicht länger als Schutzmacht verstanden werden, durch die sich Mitglieder z.B. durch Schweigen Repressionen entziehen können. Alles, was den Aufwand erhöht und die Gewinne mindert, schwächt das Gefüge. Dies kann als mittelfristige Zermürbungsstrategie den Vertrauensverlust auf gelernte Grundsätze und Unsicherheitsempfinden fördern: Die Clangemeinde darf nicht länger als Schutzmacht verstanden werden, durch die sich Mitglieder z.B. durch Schweigen Repressionen entziehen können.
13 Ansätze zur Bekämpfung | Polizei Essen - BAO Aktionsplan Clan IV. Ansätze zur Bekämpfung der Clanstrukturen V. Ansätze zur Bekämpfung Bekämpfungsansätze gegen Clankriminalität sind einerseits zwar reichlich vorhanden, vor Gericht jedoch nicht immer zwingend erfolgreich. Allerdings sind Gerichtsverfahren ebenfalls nur ein Teilbereich der gesamtbehördlichen Strategie. Clankriminalität Bekämpfungsansätze gegen Clankriminalität sind einerseits zwar reichlich vorhanden, vor Gericht je- zu bekämpfen doch kannzwingend nicht immer nicht alleine durch Polizei erfolgreich. und Staatsanwaltschaft Allerdings sind Gerichtsverfahren erfolgen. Nachfolgend ebenfalls nur ein Teilbereich werden der einige Ansätze der gesamtbehördlichen beteiligten Strategie. Behörden dargestellt. Clankriminalität zu bekämpfen kann nicht alleine durch Polizei und Staatsanwaltschaft erfolgen. Nachfolgend werden einige Ansätze der beteiligten Behörden dargestellt. Ansatz Ansatz Behörde Behörde // Einrichtung Einrichtung Inhalt Inhalt Aufklärung / Polizei Strukturen, Verbindungen der Familien auch außerhalb des grundlegende Ruhrgebietes (z.B. Familienstrukturen in Deutschland und Informationen Europa) Wissenschaftliche Aufbereitung von Informationen, Analysen, Dokumentation Begleitung von Entwicklungen und Prozessen Polizei, Finanzamt, Zoll, Zuordnung Geschäftsstrukturen zu Personen, Handynummer, Agentur für Arbeit Konten Jobcenter (kommunal/ Leistungsermittlung gemeinsame Einrichtung / Agentur für Arbeit) Vermögensreduzierung Jobcenter, Familienkasse unabh. Verdachtsanzeigen, Großflächige Leistungsprüfung SGB II, Einstellungen, wiederholende Sanktionierung für 3 Monate; Maßnahmenzwang insbesondere für U25; Überprüfung durch Kindergeldstellen Zoll, Gewerbeaufsicht, Überprüfung und Schließung von Gewerben (z.B. Friseur- Handwerkskammer, Salons ohne Meister) und Shisha-Bars, etc. Ordnungsamt Finanzamt Einforderung an Banken Übersicht Konten nach Namen, Prüfung Kassen- sowie lohnsteuerlichen bzw. umsatzsteuerlichen Nachschauen Ordnungsamt, Überprüfung Mietobjekte und ggf. Räumung /Schließung bei Katasteramt, Feuerwehr Überbelegung Polizei, Staatsanwaltschaft Einziehung gem. §§ 73 ff. StGB, § 43 PolG NRW Überprüfung von Polizei, Finanzamt, Zoll Überprüfung von Auftragnehmern, Partnern, Eventmanagern, Geschäftspartnern und Anwälten, etc. Unterstützern Heranführung an Jugendamt, Schulamt, Durchsetzen der Schulpflicht, engmaschige Betreuung von staatliche Strukturen Gerichte Kindern aus Problemfamilien, Betreuung der Mütter
Polizei Essen - BAO Aktionsplan CLAN | Besonderheiten von Clans in Einsatzlagen 14 V. Besonderheiten von Clans in Einsatzlagen – Reizfaktoren Während Einsatzlagen aufgrund von Tumulten haben Polizeibeam- te immer wieder die Erfahrung gemacht, dass aggressive Clanmit- glieder ängstlich auf Hunde reagieren und schneller bereit sind, sich kooperativ zu verhalten, wenn sie von ihnen ferngehalten wer- den. Entsprechend eignet sich der Einsatz von Hundestaffeln in sämtlichen Maßnahmen von Polizei und Zoll. Die verbreitete Angst vor Hunden hat ihren Ursprung im sunnitischen Islam, in welchem diese als minderwertig und insbesondere ihr Speichel oder nasses Fell als unrein gelten. Daher kennen Angehörige arabischer Famili- enclans Hunde häufig nicht als Haustiere. Im Rapper- und Drogen- milieu werden vereinzelt Rassen wie Stafford Mix, Dobermann oder Rottweiler durch Clanmitglieder oder deren Partner genutzt, um Geschäftspartner und Gegner einzuschüchtern. Da sie meist selbst Angst vor ihnen haben, werden sie beispielsweise nur angekettet und nicht artgerecht gehalten, so dass sie getötet werden, wenn sie eine zu große Gefahr darstellen oder nach einem Polizeieinsatz in die Sicherstellung kommen. Diensthund der Polizei Der Einsatz von weiblichen Beamten hat bei Clanmitgliedern eben- falls eine Wirkung: Deren Rollenvorstellungen besagen, dass sich Frauen den Männern fügen müssen. Weisungen Außenstehender müssen zudem generell nicht befolgt werden. Vor allem Frauen im Polizeivollzugsdienst sind infolgedessen ein Reizfaktor. Sie wer- den nicht als staatliche Exekutive, sondern als Frauen in Uniform wahrgenommen. Damit stehen insbesondere junge Polizistinnen dem gelebten Weltbild der Clans diametral entgegen. Verhaltens- weisen männlicher Clanmitglieder vor allem im öffentlichen Raum demonstrieren, dass sie Polizistinnen nicht akzeptieren oder ernst nehmen. Entweder, sie verhalten sich arrogant, spöttisch, aggres- siv, anzüglich oder sie flirten offensiv. Polizistinnen ohne männliche Kollegen haben so Schwierigkeiten, Maßnahmen durchzuführen. Treten Polizistinnen entsprechend aggressiv auf, setzen sich durch und dominieren den Mann (z.B. in der Festnahme), kann dies des- sen Ehre verletzen. Weibliche Polizeibeamtin
15 Besonderheiten von Clans in Einsatzlagen | Polizei Essen - BAO Aktionsplan CLAN Besonderheiten von Clans in Einsatzlagen – Provokationen bei Hochzeiten Hochzeiten von Clanmitgliedern fallen seit einigen Jahren mehr in der Öffentlichkeit auf. Bewuss- te Provokationen im Straßenverkehr sind Machtdemonstrationen, die nicht nur den Staat brüskieren sollen, sie dienen auch zur Demonstration von Macht innerhalb des Clangefüges. Vor allem junge Clanmitglieder treten offensiv auf. Hier lohnt sich der Blick auf die Handelnden: Wer tritt womit in Er- scheinung und wie kann man den- / diejenigen in der Familienhierarchie verorten? Insgesamt sind Hochzeiten eine gute Gelegenheit, mehr über bestehende Strukturen und aktuelle Konkurrenzver- hältnisse innerhalb der Familien zu erfahren; insbesondere dann, wenn es möglich ist, die komplette Hochzeit im Vorfeld mit Observationskräften abzudecken und den Festsaal zu betreten (beispielsweise: Wie tradiert läuft die Hochzeit ab? Wer hat Sitzplätze, wer nicht? Können Lager ausgemacht werden?). Der Umstand, dass Waffen wie Messer etc. zur Familienfeier mitgebracht werden, ist ebenfalls aussa- gekräftig (Vorsorge für Auseinandersetzungen mit Externen oder ist die Mitnahme von Waffen vielmehr einer Konkurrenzsituation innerhalb der Clans geschuldet?). So entstehen Tumultlagen auf Hochzei- ten, die ihren Ursprung in augenscheinlichen Belanglosigkeiten haben (z.B. Streit um einen Sitzplatz), der jedoch die Konkurrenz innerhalb der Hierarchie dokumentiert.
Polizei Essen - BAO Aktionsplan CLAN | Repression und Prävention 16 VI. Betrachtung Repression und Prävention nach Gruppen Erziehung und Prägung der Kinder erfolgt nach tradiertem Familienbild und damit verbundenen Vor- stellungen. Dadurch bekommen Kinder Feindbilder anerzogen. Eltern der in Rede stehenden Struk- turen vermeiden zudem sämtliche Einflüsse wie z.B. Sexualkundeunterricht, für die Mädchen Sport, Schwimmen, etc. Nicht selten ist Gewalt ein Bestandteil der Erziehung (Belohnungs-/ Bestrafungssys- tem). Änderungen im Verhalten lassen sich vor allem bei weiblichen Jugendlichen und junge Frauen fest- stellen: Diese befinden sich heute nicht selten in einem „goldenen Käfig“. Gerade jüngere Frauen fallen häufiger mit Provokation nach außen auf, z. T. agieren gerade sie auffallend aggressiv. Nach innen befinden sie sich jedoch in untergeordneter Rangordnung, die zudem von der Familienhierarchie und Status im tradierten Clangefüge abhängen. Generell steigt das Ansehen der Frauen mit Alter und Nach- kommenschaft, insbesondere nach der Verheiratung des ersten Sohnes (wie zuvor ausgeführt). Zum Teil leben die Frauen in einem hohen Erwartungsdruck in Hinblick auf die Anzahl ihrer Nachkommen. Um die stark eingegrenzte Sichtweise aufzubrechen, können Chancen in der sozialpädagogischen Frauenarbeit liegen, die vor allem individuelle Bedürfnisse herausarbeitet. Allerdings wird diese nicht funktionieren, wenn Frauen in den Strukturen gemeinhin als Opfer von Unterdrückung wahrgenommen werden, denn das entspricht nicht ihrem Verständnis. Die männlichen Jugendlichen und jungen Männer sind häufig ohne materielle Mängel aufgewach- sen, gleichzeitig übernehmen sie die Erzählungen der Älteren, die nach Deutschland völlig mittellos kamen und die vom Staat nicht integriert wurden. Daraus generieren vor allem sie einen Opferkult, den sie zur Rechtfertigung sämtlicher illegalen Handlungen heranziehen. Kriminalität an anderen emp- finden sie als legitim. Häufig findet sich bei ihnen der Wunsch nach Selbstdarstellung (z.B. in sozia- len Netzwerken). Den familiären Druck, etwas darstellen zu müssen, führt mitunter zu ausgetragenen Machtkämpfen innerhalb des Gefüges. Gerade sie sind es, die den Eroberungskampf austragen und Grenzen des Staates offensiv übertreten. Entsprechend benötigen sie Konsequenzen nach Grenzüber- schreitungen, engmaschige Kontrolle und Erfahrungen, wonach sie nicht stärker als der Staat sind. Neben der Repression sollten in der tertiären Prävention gelebte Narrative um Ehre und Anspruchshal- tungen bearbeitet und systematisch aufgebrochen werden. (Groß)-Väter / Stammesälteste sind innerhalb des Gefüges Autoritäten der Familie. In ihrem tradierten Denken befürworten sie ein hartes Durchgreifen gegen Familienmitglieder (die eigenen Kinder / Enkel). Sie vertreten den Machterhalt nach innen, zeigen zuweilen aber Gesprächsbereitschaft nach außen. Ihr Augenmerk liegt in der Nachfolge. Zum Teil in Personalunion oder auch als eigene Funktion treten Schlichter / Friedensrichter als Instanzen zur Vermittlung in bzw. zwischen den Familien auf (z.B. bei Ehestreitigkeiten, Scheidungen, Blutrache / Blutfehden). Für ihre Vermittlungen erhalten sie Barbestän- de, Naturalien (müssen in den Gastronomiebetrieben der Clans nichts zahlen) oder auch Gold. Werden sie von staatlicher Seite herangezogen, damit Konflikte nicht eskalieren, wird ihre Funktion gestärkt. Gerade bei ihnen sollte stattdessen auf engmaschige Kontrolle und Repressionen gesetzt werden, da sie die Strukturen stärken und nach außen „abriegeln“. Sie sollten somit auf keinen Fall als offizielle oder inoffizielle Gesprächspartner fungieren dürfen, auch wenn dadurch große Tumultlagen verhindert werden könnten.
17 Prävention | Polizei Essen - BAO Aktionsplan CLAN Prävention – Primär, Sekundär und Tertiär Adressaten Primäre Sekundäre Tertiäre Kriminalprävention Kriminalprävention Kriminalprävention (potentielle) Täter Kinder Stärkung des demokratischen Soz.-päd. Jugendarbeit, Konsequenzen und Regeln, unter 14 Jahren Rechtsempfindens; positive Sport, Aufarbeitung engmaschige Betreuung, wenn Vorbilder Ehrempfinden (HEROES); möglich Unterbringung nach Kennenlernen von Regeln / SGB VIII Konsequenzen Jugendliche (m/w) Positive Vorbilder, Aufklärung Aufarbeitung Ehr- Bestrafung, Aufarbeitung zu Chancen im Bildungs- und empfinden (z.B. HEROES); und Chance für Berufssystem Soz.-päd. Jugendarbeit Verhaltensbesserung Erwachsene Einbindung in kommunales Soz. Frauenarbeit; Bestrafung und Chance für Vereinswesen, Vermittlung in Maßnahmen zu Verhaltensbesserung reguläre Arbeit Aufarbeitung Selbst- u. Familienbild Schlichter --- Beobachtung, Kontrollen, Bestrafung, engmaschige Gefährderansprachen, Kontrolle; wenn im SGB II: Schwächung der Position Inpflichtnahme zur Arbeitsaufnahme / Maßnahmenbesuchen Opfer Stärkung des Vertrauen Sichtbare Maßnahmen des Betreuung, Schutzmaßnahmen, in den Rechtsstaat Staates (Polizeipräsenz, gezielte Information Razzien, etc.), ---------------------------------------------------------------------------- Opfer innerhalb der Clans: Öffentlichkeitsarbeit Kontrolle Örtlichkeit Entgegentreten der Entwicklung Aktive Bestreifung, Personenstarke Polizeieinsätze von „Angstorten“, Städte- Null-Toleranz-Strategie (ggf. über längeren Zeitraum), bauliche Kriminalprävention, Öffentlichkeitsarbeit Beseitigung der Anzeichen von Verwahrlosung; Ausbau (sozialer) Infrastruktur Repressionen gestaltet Repressionen gestaltensichsichgegenwärtig gegenwärtignoch immer weil schwierig, schwierig, weil es Clanmitgliedern es Clanmitgliedern beispielsweise beispielsweise immer immer wiedergelingt, wieder gelingt,ihren ihren Namen, Namen, ihren ihren Familienstand Familienstand undundihrihrAlter Alterzuzu„verändern“, „verändern“,inindem demsiesie plötzlich Papiere aus plötzlich der Türkei Papiere ausoder Syrien vorlegen. der Türkei oder Syrien Mitvorlegen. dieser Praxis sprengen Mit dieser sie Gerichtsprozesse Praxis sprengen sie Gerichtsprozesse und entziehen sich undspürbaren (Haft-)Strafen. entziehen Auch ist der sich spürbaren Umgang mitAuch (Haft-)Strafen. der Gruppe der Opfermit ist der Umgang in der der Gruppe Tertiärprävention der Opfer nicht in dereinfach: Tertiär- Während clanfremde prävention Opfer nicht und Zeugen einfach: Während nicht selten eingeschüchtert clanfremde Opfer und Zeugenwerden, sind nicht häufig selten auch Clanmitglieder eingeschüchtert werden,selbst Opfer sind vonhäufig Gewalt.auchVonClanmitglieder ihnen ist kein selbst Opfer von Interesse zur Gewalt. Von ihnen Mitwirkung in deristErmittlungsarbeit kein Interesse zurzu Mitwirkungerwarten,inda solche Angelegenheit der internzu Ermittlungsarbeit geklärt werden. erwarten, da solche Angelegenheit intern geklärt werden. Prävention ohne funktionierende Repression hat gegenwärtig geringe Aussicht auf Erfolg. Um tatsächlich präventiv ansetzen Prävention zu können, braucht ohne funktionierende es wirksame Repression Repressionsmaßnahmen hat gegenwärtig geringe Aussicht und auf Kontrollinstrumente, Erfolg. Um tat- damit der sächlich Bedarf sowohl präventiv ansetzen nach zu Alternativen als auch können, braucht IntegrationRepressionsmaßnahmen es wirksame in der Zielgruppe selbst gesteigert und Kontroll- wird. instrumente, damit der Bedarf sowohl nach Alternativen als auch Integration in der Zielgruppe selbst gesteigert wird.
Polizei Essen - BAO Aktionsplan CLAN | Zusammenfassung und Fazit 18 VII. Zusammenfassung und Fazit – Es geht nicht von heute auf morgen Zentral für das Verständnis der Clans ist zum einen die Auffassung, dass sie sich stets im Krieg befinden. Diese Haltung wird vor allem über ihren Eroberungswillen dokumentiert, der keineswegs nur als Prahlerei abgetan werden sollte. Zum anderen sind die Clanfamilien sehr stark von ihrem Ehrempfinden geprägt, dass für sie Schutz und Gefahr zugleich darstellt. Auch sind sie keineswegs eine völlig homogene Einheit: Das Verständnis von Ehre, Konkurrenzverhältnisse untereinander und das Bedürfnis nach Anerkennung sorgen für Unruhe. Der Clanfrieden wird vor allem durch externe Feindbilder gewahrt. Der Staat wurde viele Jahre nicht als konsequent kennengelernt, auch nutzen Clans die bestehen- den behördlichen Strukturen, Hürden des behördlichen Austauschs durch den Datenschutz, etc. für ihre Zwecke aus. Entsprechend ist der eingeschlagene Weg, mit einer gesamtbehördlichen Bekämpfungsstrategie auch ein Umerziehungsprozess, der seine Zeit braucht. Es sind bereits Ansätze zur Prävention und pädagogische Arbeit, die Alternativen zur Kriminalität aufzeigt, vorhanden. Allerdings erscheinen sie für die Zielgruppe bisweilen nur wenig attraktiv, da kriminelle Aktivitäten innerhalb der Clans gut geschützt und zudem deutlich lukrativer sind. Entsprechend wichtig bleiben die Anstrengungen sämtlicher Behörden, um das Vermögen zu redu- zieren und den kriminellen Bewegraum einzuschränken. Die interbehördliche und gemeinsame Bekämpfungsstrategie bedarf nicht nur eines langen Atems und Pioniergeist, sondern auch einer guten Fehlerkultur. Nicht jede Taktik ist gleichermaßen erfolg- reich. Das Bewegen in unterschiedlichen Rechtskreisen kann leicht zu Verfahrensfehlern führen. Der Austausch untereinander obliegt zudem den Hürden des Datenschutzes, die rechtskonform be- handelt werden müssen. Die Clans als lernende Systeme zu begreifen, bedeutet einzukalkulieren, dass sie ihrerseits auf Taktiken reagieren und die Behörden erneut zum Umdenken und Anpassen ihrer Maßnahmen zwingen werden. Entsprechend müssen alle Handlungskonzepte regelmäßig auf ihre Wirksamkeit hin überprüft und bei Bedarf nachjustiert werden. Um dies nicht nur regional zu gewährleisten, ist der regelmäßige Austausch zwischen den Behörden nicht nur regional, sondern landes- und bundesweit ein wichtiger Faktor. Ebenso mit den Sicher- heitsbehörden in Europa, insbesondere Schweden und Dänemark, die ebenfalls Erfahrungen im Kampf mit Clankriminalität machen, lohnt sich der gegenseitige Informationstransfer.
19 Berichterstattung in den Medien | Polizei Essen - BAO Aktionsplan CLAN VIII. Berichterstattung in den Medien zum Thema „Clan”
Polizeipräsidium Essen Büscherstraße 2-6 45131 Essen Tel. (0201) 829 0 Fax (0201) 829 2849 poststelle.essen@polizei.nrw.de www.polizei.nrw.de/essen facebook.com/Polizei.NRW.E Herausgeber: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Autorin: Prof. Dr. Dorothee Dienstbühl