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Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Schutzmaßnahmen bei der geplanten Wiedereröffnung der Schulen in der Corona-Pandemie

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-2- Die Pandemie ist für die Eltern und die Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogi­ schem Förderbedarf eine große Herausforderung. Das gilt wohl insbesondere für die Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarfen, die auf eine intensive Begleitung und Unterstützung in ihren Lernprozessen angewiesen sind, um mit den bereitgestellten Angeboten in ein sinnvolles und erfolgreiches Lernen einsteigen zu können. Für den Bereich    der sonderpädagogischen Unterstützung sind          neun  sonderpädagogische Förderschwerpunkte bei der Umsetzung der Öffnung von Schule zu berücksichtigen. Dabei müssen die aus der Umsetzung der sonderpädagogischen Förderung entstehenden Problemlagen jeweils separat berücksichtigt werden. Förderzentren, die ihre Schülerschaft zu 100% inklusiv betreuen, stehen vor anderen Herausforderungen als die, die auch Kinder und Jugendliche intern im Förderzentrum fördern. Es gilt das Spannungsgeflecht zwischen Schutz einer vulnerablen Gruppe und der damit evtl, resultierenden Ausgrenzung sensibel abzuwägen. Aufgrund der höchst divergenten Ausgangslagen wird die Entscheidungsbefugnis daher den Schulleitungen übertragen. Eine Orientierung kann hierbei die Staffelung der allgemeinen Schulen geben. Es geht bei der schrittweisen Öffnung             der Schulen   in erster Linie  um das Wiederaufnehmen von gewohnten Schulstrukturen verbunden mit Aufnahme der sozialen Kontakte. Ein Festlegen auf feste Zeitformate (im Bereich der Beschulung) ist an dieser Stelle nicht möglich und hilfreich. Die Schulleitungen sind zusammen mit Ihren Lehrkräften gefordert, umsetzbare Lösungen zusammen mit den Sorgeberechtigten und den Schulträgern zu erarbeiten. Hierbei ist insbesondere der tägliche Schülertransport zu berücksichtigen. Das wird z.T. einzelfallbezogen sehr individuelle Lösungen nach sich ziehen, in der die tatsächliche Präsenz in der Schule genauestens von den Beteiligten abgewogen werden muss. Alle anderen Formate der Unterstützung sollen dabei mitberücksichtigt werden. Liebe Kolleginnen und Kollegen, die schrittweise, vorsichtige Öffnung der Schulen für Begegnungsmöglichkeiten zwischen Lehrkräften und ihren Schülerinnen und Schülern wie auch die weitere Organisation des parallel weiter erforderlichen häuslichen Lernens stellt Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen wie die Schulgemeinschaft insgesamt auch in den kommenden Wochen vor große Herausforderungen, für die es keine vorgefertigten Lösungen gibt. Uns war es daher wichtig, Ihnen bei orientierenden Rahmenvorgaben die nötigen Handlungsspielräume zu eröffnen, um gemeinsam mit allen Beteiligten die vor Ort realisierbaren Umsetzungsmöglichkeiten zu finden.
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-3- Begleiten und unterstützen Sie bitte auch besonders aufmerksam Ihre Lehrkräfte in der Aufgabe, gute Lösungen zu finden, die auch umsetzbar und leistbar sind. Alle Lehrkräfte sind gefordert, das Ihnen Mögliche dazu beizutragen, dass die Situation bewältigt werden kann, dazu mag auch gehören, dass Aufgaben zu übernehmen sind, die außerhalb des üblichen Einsatzes liegen. Achten Sie aber bitte auch fürsorglich darauf, dass sich sehr pflichtbewusste Kolleginnen und Kollegen nicht überfordern. Bitte ermutigen Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen auch, sich Anregungen und Unterstützung im neuen Fachportal des IQSH unter dem Titel Neue Wege - Gute Schule! Lernen in der Distanz zu holen (https://fachportal.lernnetz.de/lernen-zuhause.html). Auch für Sie als Schulleiterinnen und Schulleiter sind hier Informationen eingestellt unter https://fachportal.lernnetz.de/organisation-von-lehren-und-lernen.html . Es wird darauf ankommen, dass jede und jeder Einzelne in der Schulgemeinschaft - Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler wie auch Eltern - die aktuellen Herausforderungen als gemeinsame Aufgabe wahr- und annimmt: Nur in gemeinsamer Verantwortung kann es gelingen, einen Weg zur Bewältigung dieser Krise zu finden - im Interesse der Schülerinnen und Schüler und deren weiterer schulischer und persönlicher Entwicklung. Für diese große Aufgabe wünsche ich Ihnen und Ihren Kolleginnen und Kollegen gutes Gelingen und danke ein weiteres Mal für den großartigen Einsatz, den Sie derzeit vor Ort leisten. Herzliche Grüße Anlagen
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Förderzentren                   analog zu den allgemeinen Schulen, aber es können Lernen,Sprache und               Kleinstgruppen unabhängig von der Jahrgangsstufe und Emotionale und soziale          abhängig von den zur Verfügung stehenden Entwicklung                     Räumlichkeiten gebildet werden, um Kontakt zur Schule wieder herzustellen. Landesförderzentrum Sehen        Aufnahme der Unterstützung Beratungsstelle Autismus        Aufnahme der Unterstützung Landesförderzentrum             In Rücksprache mit den Kliniken erfolgt eine Aufnahme Hesterberg (Schleswig)          nach den individuellen Gegebenheiten vor Ort. Pädagogik bei Krankheit und weitere Kinder- und Jugendpsychiatrien: Krankenhäuser (Kiel, Lübeck und Elmshorn) und Tageskliniken an 12 Standorten Landesförderzentrum Hören      Zunächst Sicherung der Prüfungsdurchführungen. Dann Staffelung ab dem 4.Mai individueller Art nach Absprache mit den Sorgeberechtigten und den vorhandenen schulischen Möglichkeiten. Landesförderzentrum             Zunächst: Sicherung der Prüfungsdurchführung, dann Körperliche und motorische      Individuelle Lösungen; Eltern entscheiden gemeinsam Entwicklung in Damp und        mit der Schule Schwentinental Regionale Förderzentren        Häufig besteht eine Kombination mit dem Förderschwer­ Körperliche und motorische     punkt Geistige Entwicklung. Hoher Pflegeaufwand- evtl. Entwicklung                    Bedarf an medizinisch ausgebildeten Personal-. Kontakt zur Schule soll individuell hergestellt werden. Eltern entscheiden über Besuch der schulischen Räumlichkeit mit. Regionale Förderzentren        Hoher Pflegeaufwand- evtl. Bedarf an medizinisch Geistige Entwicklung           ausgebildeten Personal-, s.o.
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Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Der echte Norden                                                       SHÄ¥                         Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Postfach 7124 | 24171 Kiel An die                                                                                                         Ihr Zeichen: / Schulleiterinnen und Schulleiterder                                                                    Ihre Nachricht vomj Mein Zeichen: I Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe                                                                  Meine Nachricht vom: / bimi.landsh^de 0431 Telefax: 0431 988- 28.04.2020 Sehr geehrte Schulleiterinnen und Schulleiter, liebe Kolleginnen und Kollegen, mit heutigem Schreiben erhalten Sie die bereits gestern angekündigten Informationen zu den geplanten nächsten Schritten auf dem Weg zu einer schrittweisen Öffnung der Schu­ len für schulische Präsenzangebote und zur Ausgestaltung schulischer Lernangebote - ob in der Schule oder für häusliche Lern- und Arbeitsphasen. In der Anlage finden Sie hierzu ein Anschreiben von Frau Ministerin Prien sowie fünf Dokumente, in denen Hin­ weise und Rahmenvorgaben enthalten sind, die Ihnen hierbei eine Orientierung geben und Sie bei der Umsetzung unterstützen: •     Handreichung Infektionsschutz und Hygienemaßnahmen Phasenkonzept Wiedereröffnung der Schulen in Schleswig-Holstein ab 4. Mai 2020 •     Übersicht Zeitplan Phasen Wiedereröffnung der Schulen •     Handreichung „Rahmenplan für die Umsetzung von Präsenzzeiten an den Schulen bei der Wiederaufnahme des Schulbetriebs“ •      Erlass „Erlass schulisches Lernen und Leistungsbewertung ab dem 4. Mai 2020“ Um die sorgfältige Beachtung dieser Hinweise bitte ich Sie. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die schrittweise, vorsichtige Öffnung der Schulen für Be­ gegnungsmöglichkeiten zwischen Lehrkräften und ihren Schülerinnen und Schülern wie auch die weitere Organisation des parallel weiter erforderlichen häuslichen Lernens stellt Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen wie die Schulgemeinschaft insgesamt auch in den Dienstgebäude Brunswiker Straße 16 - 22, 24105 Kiel | Telefon 0431 988-0 | Telefax 0431 988-5888 Haltestelle Hospitalstraße, Buslinien 32, 33, 61,62 Poststelle@bimi.landsh.de | www.mbwk.schleswig-holstein.de E-Mail-Adressen: Kein Zugang für elektronisch verschlüsselte Nachrichten.
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-2 - kommenden Wochen vor große Herausforderungen, für die es keine vorgefertigten Lö­ sungen gibt. Uns war es daher wichtig, Ihnen durch orientierende Rahmenvorgaben die nötigen Handlungsspielräume zu eröffnen, um gemeinsam mit allen Beteiligten die vor Ort realisierbaren Umsetzungsmöglichkeiten zu finden. Dabei gilt, dass Prüfungen Vorrang haben. Die Notbetreuung läuft parallel weiter. Mir ist bewusst, dass an den Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe die Vorbereitung und Durchführung der Abiturprüfungen und der Prüfungen zum ESA und MSA in einem dichter gedrängten Terminplan als ursprünglich vorgesehen zu bewältigen sind. Aus diesem Grund möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass für den sprachpraktischen Teil mit Aufgaben zur mündlichen Sprachkompetenz in der Ersten Fremdsprache und zum münd­ lichen Teil der Herkunftssprachenprüfung für den ESA und den MSA beabsichtigt ist, dass beide Prüfungsteile entfallen. Wegen des beabsichtigten Wegfalls der Sprechprüfung Englisch soll die Möglichkeit eröffnet werden, dass die Schülerinnen und Schüler Englisch als mündliches Prüfungsfach wählen können. Der mündliche Teil der Herkunftssprachen­ prüfung soll dagegen ersatzlos entfallen. Diese beabsichtigten Änderungen im Prüfungs­ ablauf sind aber noch nicht verbindlich, weil sie einer entsprechenden Verordnungsände­ rung bedürfen, die sich in Planung befindet. Ich bin mir sicher, dass Sie Ihr Möglichstes tun, um die Prüflinge weiterhin gut durch die Prüfungen zu führen. Gleichzeitig möchte ich mich auch im Namen von Frau Rohwer und Herrn Balk ganz herzlich bedanken für Ihr großes Engagement und Ihren großen Einsatz, alle Schülerinnen und Schüler gut durch diese Zeit zu begleiten - sei es für die Schülerin­ nen und Schüler, die Sie mit Lernaufgaben versorgen, sei es in der Notbetreuung, sei es im Prüfungsgeschehen. Bitten geben Sie diesen Dank an Ihre Lehrkräfte weiter. Begleiten und unterstützen Sie bitte auch besonders aufmerksam Ihre Lehrkräfte in der Aufgabe, gute Lösungen zu finden, die auch umsetzbar und leistbar sind. Alle Lehrkräfte sind gefordert, das ihnen Mögliche dazu beizutragen, dass die Situation bewältigt werden kann, dazu mag auch gehören, dass Aufgaben zu übernehmen sind, die außerhalb des üblichen Einsatzes liegen. Achten Sie aber bitte auch fürsorglich darauf, dass sich sehr pflichtbewusste Kolleginnen und Kollegen nicht überfordern. Wenn es zum Beispiel darum geht, dass wir sicherstellen wollen, dass jede Schülerin und jeder Schüler Kontakt zu Lehrkräften hat, so ist damit nicht gemeint, dass jede Lehrkraft zu allen ihren Schülerin­ nen und Schülern Kontakt halten muss - das würde beide Seiten überfordern. Wichtig ist vielmehr, dass Lehrkräfte eines Klassenkollegiums sich diesbezüglich absprechen, Ver-
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-3- fahren vereinbaren, sich gegenseitig unterstützen und dabei auch den jeweiligen Belas­ tungen durch andere Aufgaben, etwa Abiturkorrekturen, Rechnung tragen. Bitte ermutigen Sie Ihre Lehrkräfte, dies zu tun, damit es gelingen kann, ohne dass Einzelne sich überfor­ dern. Und bei allem Verständnis für die Sorgen, die sich Lehrkräfte angesichts des langen Un­ terrichtsausfalls und der Auswirkungen auf die Lerninhalte, die es zu vermitteln gilt, ma­ chen. Auch hier sollten Lehrkräfte sich nicht überfordern. Wenn Schülerinnen und Schüler nach dieser langen Zeit nun wieder in die Schule kommen, werden sie zunächst berichten und sich austauschen wollen zu dem, was sie in den letzten Wochen bewegt hat, werden sicher auch von Sorgen und Nöten in den Familien berichten und brauchen dazu zu­ nächst ein Forum und das offene Ohr ihrer Lehrkräfte. Und auch im nächsten Schritt wird ein nahtloser Übergang zu unterrichtlichen Angeboten im eigentlichen Sinne in der Regel nicht möglich sein. Wichtig ist hingegen, mit den Schülerinnen und Schülern zu bespre­ chen, wie sich das Lernen in der Distanz gut organisieren lässt, welche Angebote die Lehrkraft hierzu machen wird, wie Schülerinnen und Schüler damit umgehen können und was sie ggf. noch als weitere Unterstützung benötigen. Bitte ermutigen Sie Ihre Kollegin­ nen und Kollegen auch, sich hierzu Anregungen und Unterstützung im neuen Fachportal des IQSH unter dem Titel Neue Wege — Gute Schule! Lernen in der Distanz zu holen (https://fachportal.lernnetz.de/lernen-zuhause.html) . Auch für Sie als Schulleiterinnen und- Schulleiter sind hier Informationen eingestellt unter https://fachportal.lernnetz.de/orqanisa- tion-von-lehren-und-lernen.html Bei all diesen Herausforderungen kommt Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, als Schulleiterinnen und Schulleiter eine besondere Aufgabe und Verantwortung zu, die Sie viel Kraft kosten wird und auch einen aufmerksamen Blick darauf erfordern wird, dass Menschen ihren Aufgaben gerecht werden, in Lernanforderungen und Beurteilungssituati­ onen abgewogene Entscheidungen treffen, Beratungssituationen und Rückmeldungen ge­ lingen und pädagogische Ermessensspielräume gesehen und verantwortungsvoll genutzt werden. Es wird darauf ankommen, dass jede und jeder Einzelne in der Schulgemein­ schaft-Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler wie auch Eltern - die aktuellen Herausfor­ derungen als gemeinsame Aufgabe wahr- und annimmt: Nur in gemeinsamer Verantwor­ tung kann es gelingen, einen Weg zur Bewältigung dieser Krise zu finden - im Interesse der Schülerinnen und Schüler und deren weiterer schulischer und persönlicher Entwick­ lung. Und noch einmal: Beachten Sie bitte die Rahmenvorgaben, haben Sie aber auch den Mut zu kreativen Lösungen, wenn sie dazu beitragen, vor Ort Wünschenswertes zu
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-4- ermöglichen, und bleiben Sie in Ihren Planungen realistisch: Es wird - je nach Gegeben­ heiten in der einzelnen Schule - nicht überall alles möglich sein. Entscheidend ist, dass es uns gelingt, Schülerinnen und Schülern Schule als positiv erlebten sozialen Raum wie­ der zugänglich zu machen, dass sie sich dort willkommen und aufgehoben fühlen und Zu­ versicht vermittelt bekommen. Für diese große Aufgabe wünsche ich Ihnen und Ihren Kolleginnen und Kollegen gutes Gelingen und danke ein weiteres Mal für den großartigen Einsatz, den Sie derzeit vor Ort alle leisten. Herzliche Grüße
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Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Der echte Norden                                                       SH 5*1                      Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Postfach 7124 | 24171 Kiel Schulleiterinnen und Schulleiter                                                                             Ihr Zeichen: / Ihre Nachricht vom: / der Gymnasien in Schleswig-Holstein                                                                    Mein Zeichen: Meine Nachricht vom: / @bimi.landsh^La : 0431 Telefax: 0431 28. April 2020 Information zur phasenweisen Schulöffnung ab dem 4. Mai 2020 Sehr geehrte Schulleiterinnen und Schulleiter, liebe Kolleginnen und Kollegen, mit heutigem Schreiben erhalten Sie die bereits gestern angekündigten Informationen zu den geplanten nächsten Schritten auf dem Weg zu einer schrittweisen Öffnung der Schu­ len für schulische Präsenzangebote und zur Ausgestaltung schulischer Lernangebote - ob in der Schule oder für häusliche Lern- und Arbeitsphasen. In der Anlage finden Sie hierzu ein Anschreiben von Frau Ministerin Prien sowie fünf Dokumente, in denen Hin­ weise und Rahmenvorgaben enthalten sind, die Ihnen hierbei eine Orientierung geben und Sie bei der Umsetzung unterstützen: •     Handreichung Infektionsschutz und Hygienemaßnahmen •     Phasenkonzept Wiedereröffnung der Schulen in Schleswig-Holstein ab 4. Mai 2020 •     Übersicht Zeitplan Phasen Wiedereröffnung der Schulen •     Handreichung „Rahmenplan für die Umsetzung von Präsenzzeiten an den Schulen bei der Wiederaufnahme des Schulbetriebs“ •      Erlass „Erlass schulisches Lernen und Leistungsbewertung ab dem 4. Mai 2020“ Um die sorgfältige Beachtung dieser Hinweise bitte ich Sie. Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die schrittweise, vorsichtige Öffnung der Schulen für Be­ gegnungsmöglichkeiten zwischen Lehrkräften und ihren Schülerinnen und Schülern wie auch die weitere Organisation des parallel weiter erforderlichen häuslichen Lernens stellt Dienstgebäude Brunswiker Straße 16 - 22, 24105 Kiel | Telefon 0431 988-0 | Telefax 0431 988-5888 Haltestelle Hospitalstraße, Buslinien 32, 33, 61,62 Poststelle@bimi.landsh.de | www.mbwk.schleswig-holstein.de E-Mail-Adressen: Kein Zugang für elektronisch verschlüsselte Nachrichten.
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-2 - Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen wie die Schulgemeinschaft insgesamt auch in den kommenden Wochen vor große Herausforderungen, für die es keine für die Bedingungen eines jeden Standortes gleichermaßen passenden Lösungen gibt. Uns ist es daher wich­ tig, Ihnen durch orientierende Rahmenvorgaben die nötigen Handlungsspielräume zu er­ öffnen, um gemeinsam mit allen Beteiligten die vor Ort realisierbaren Umsetzungsmög­ lichkeiten zu finden. In dem komplexen Planungs- und Organisationsprozess, den Sie als Schulleiterinnen und Schulleiter nun auf den Weg bringen müssen, bitte ich Sie auch darum, Ihre Lehrkräfte aufmerksam zu begleiten und zu unterstützen in der Aufgabe, gute Lösungen zu finden, die auch umsetzbar und leistbar sind. Alle Lehrkräfte sind gefordert, das ihnen Mögliche dazu beizutragen, dass die Situation bewältigt werden kann, dazu mag auch gehören, dass Aufgaben zu übernehmen sind, die außerhalb des üblichen Einsatzes liegen. Achten Sie aber bitte fürsorglich darauf, dass sich sehr pflichtbewusste Kolleginnen und Kollegen nicht überfordern. Wenn es zum Beispiel darum geht, dass wir sicherstellen wollen, dass jede Schülerin und jeder Schüler Kontakt zu Lehrkräften hat, so ist damit nicht gemeint, dass jede Lehrkraft zu allen ihren Schülerinnen und Schülern Kontakt halten muss - das würde beide Seiten überfordern. Wichtig ist vielmehr, dass Lehrkräfte eines Klassenkolle­ giums sich diesbezüglich absprechen, Verfahren vereinbaren, sich gegenseitig unterstüt­ zen und dabei auch den jeweiligen Belastungen durch andere Aufgaben, etwa Abiturkor­ rekturen, Rechnung tragen. Bitte ermutigen Sie Ihre Lehrkräfte, dies zu tun, damit es ge­ lingen kann, ohne dass Einzelne sich überfordern. Ich kann mir auch vorstellen, dass sich einzelne Lehrkräfte angesichts des langen Unter­ richtsausfalls Sorgen machen, wie sich das auf die Lerninhalte auswirken wird, die es zu vermitteln gilt. Auch hier sollten Lehrkräfte sich nicht überfordern. Wenn Schülerinnen und Schuler nach dieser langen Zeit nun wieder in die Schule kommen, werden sie zunächst berichten und sich austauschen wollen zu dem, was sie in den letzten Wochen bewegt hat, werden sicher auch von Sorgen und Nöten in den Familien berichten und brauchen dazu zunächst ein Forum und das offene Ohr ihrer Lehrkräfte. Und auch im nächsten Schritt wird ein nahtloser Übergang zu unterrichtlichen Angeboten im eigentlichen Sinne in der Regel nicht möglich sein. Wichtig ist hingegen, mit den Schülerinnen und Schülern zu besprechen, wie sich das Lernen in der Distanz gut organisieren lässt, welche Ange­ bote die Lehrkraft hierzu machen wird, wie Schülerinnen und Schüler damit umgehen kön­ nen und was sie ggf. noch als weitere Unterstützung benötigen. Bitte ermutigen Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen auch, sich hierzu Anregungen und Unterstützung im neuen 2
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-3- Fachportal des IQSH unter dem Titel Neue Wege — Gute Schule! Lernen in der Distanz zu holen (https://fachportal.lernnetz.de/lernen-zuhause.html ). Auch für Sie als Schulleiterin­ nen und Schulleiter sind hier Informationen eingestellt unter https://fachportal.lern- netz.de/orqanisation-von-lehren-und-lernen.html Bei all diesen Herausforderungen kommt Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, als Schulleiterinnen und Schulleiter eine besondere Aufgabe und Verantwortung zu, die Sie viel Kraft kosten wird und auch einen aufmerksamen Blick darauf erfordern wird, dass Menschen ihren Aufgaben gerecht werden, in Lernanforderungen und Beurteilungssituati­ onen abgewogene Entscheidungen treffen, Beratungssituationen und Rückmeldungen ge­ lingen und pädagogische Ermessensspielräume gesehen und verantwortungsvoll genutzt werden. Es wird darauf ankommen, dass jede und jeder Einzelne in der Schulgemein­ schaft-Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler wie auch Eltern - die aktuellen Herausfor­ derungen als gemeinsame Aufgabe wahr- und annimmt: Nur in gemeinsamer Verantwor­ tung kann es gelingen, einen Weg zur Bewältigung dieser Krise zu finden - im Interesse der Schülerinnen und Schüler und deren weiterer schulischer und persönlicher Entwick­ lung. Und noch einmal: Beachten Sie bitte die Rahmenvorgaben, haben Sie aber auch den Mut zu kreativen Lösungen, wenn sie dazu beitragen, vor Ort Wünschenswertes zu ermögli­ chen, und bleiben Sie in Ihren Planungen realistisch: Es wird - je nach Gegebenheiten in der einzelnen Schule - nicht überall alles möglich sein. Entscheidend ist, dass es uns ge­ lingt, Schülerinnen und Schülern Schule als positiv erlebten sozialen Raum wieder zu­ gänglich zu machen, dass sie sich dort willkommen und aufgehoben fühlen und Zuver­ sicht vermittelt bekommen. Für diese große Aufgabe wünsche ich Ihnen und Ihren Kolleginnen und Kollegen gutes Gelingen und danke ein weiteres Mal für den großartigen Einsatz, den Sie derzeit vor Ort alle leisten. Herzliche Grüße 3
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