Nitratbelastungen des Grundwassers und der Gewässer - 2

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Landtag von Sachsen-Anhalt                                     Drucksache 6/3797 03.02.2015 Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur schrift- lichen Beantwortung Abgeordnete Dorothea Frederking (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Abgeordneter Dietmar Weihrich (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Nitratbelastungen des Grundwassers und der Gewässer - 2 Kleine Anfrage - KA 6/8605 Vorbemerkung des Fragestellenden: Die Beantwortung der Landesregierung auf die Kleine Anfrage vom 6. August 2014 (Drs. 6/3348) wirft Fragen auf. Antwort der Landesregierung erstellt vom Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt 1.    In Sachsen-Anhalt sollen sieben Messstellen dem Belastungsmessnetz von Deutschland zugeordnet sein, das Grundlage für die Bewertung der Wasserqualität - insbesondere der Nitratbelastung - durch die EU sein soll. Welche konkreten Messstellen in Sachsen-Anhalt gehören zu diesem Messnetz? Welche Kriterien haben zur Auswahl dieser Messstellen ge- führt? Wie ist die geologische Schichtung oberhalb dieser Messstellen und in welchem Grundwasserleiter befinden sie sich? Wie hoch sind die Nitratkonzentrationen bei diesen Messstellen und wie haben sie sich in den letzten 10 Jahren entwickelt? Für Sachsen-Anhalt sind vierzehn Grundwassermessstellen dem Nitratmess- netz (= auch Belastungsmessnetz beziehungsweise Emittentenmessnetz für Ni- trateinträge aus der Landwirtschaft in das Grundwasser) zuzuordnen. Diese Messstellen sind bezogen auf den Stand Dezember 2014 mit Angaben zum ge- nutzten Grundwasserleiter sowie der geologischen Schichtung in der Anlage 1 aufgeführt. Hinweis:     Die Drucksache steht vollständig digital im Internet/Intranet zur Verfügung. Die Anlage ist in Word als Objekt beigefügt und öffnet durch Doppelklick den Acrobat Reader. Bei Bedarf kann Einsichtnahme in der Bibliothek des Landtages von Sachsen-Anhalt er- folgen oder die gedruckte Form abgefordert werden. (Ausgegeben am 04.02.2015)
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2 Als maßgebliche Kriterien für die Auswahl der Grundwassermessstellen zum Zeitpunkt der Aufstellung des Nitratmessnetzes im Jahr 1992 sind zu nennen:  Flächennutzung, da die Messstellen möglichst in landwirtschaftlich genutzten Gebieten liegen sollten;  Nitratkonzentration im Grundwasser, da Messstellen mit erhöhten Nitrat- gehalten von mindestens >25 mg pro Liter auszuwählen waren;  Messstellen, die nach Möglichkeit das oberflächennahe Grundwasser reprä- sentieren. Die im Nitratmessnetz Sachsen-Anhalts vorhandenen Grundwassermessstellen erfassen den oberen Grundwasserleiter überwiegend des Lockergesteins, aber auch geologisch bedingt Festgesteinsgrundwasserleiter. Die meisten Grund- wasserleiter sind unbedeckt oder nur geringmächtig bedeckt. Die Nitratkonzentrationen an den Grundwassermessstellen des Nitratmessnet- zes sind soweit vorliegend von 2005 bis 2014 in Anlage 2 zusammengeführt. Die aktuellen Nitratwerte aus dem Jahr 2013/2014 liegen demnach bei fünf Messstellen zum Teil deutlich über 50 mg pro Liter, an drei Messstellen über 100 mg pro Liter. Neun Messstellen zeigen mit Verweis auf die Entwicklung der Nitratkonzentrationen eine gleichbleibende Tendenz, an einer Messstelle sind steigende Werte und an vier Messstellen fallende Werte festzustellen. 2. In welchem Grundwasserleiter befinden sich die 92 Messstellen, die den Grenz- bzw. Schwellenwert von 50 mg pro Liter überschreiten? Falls mög- lich, bitte das geologische Profil bzw. die Schichtung oberhalb dieser Grundwasserleiter angeben. Die Anlage 3 gibt einen Überblick zu den 92 Grundwassermessstellen aus dem Landesmessnetz Grundwasserbeschaffenheit mit einer Aussage zum Grad der Grundwassergeschütztheit. Maßgebend hierfür ist die Beurteilung der Schich- ten oberhalb des Grundwasserleiters anhand einer Interpretation der Schich- tenverzeichnisse zu den einzelnen Messstellen. 3. Worauf führt die Landesregierung die gemessenen überhöhten Werte in den 92 Messstellen zurück? Die Nitratbelastung des Grundwassers ist vor allem auf diffus wirkende Ein- tragsquellen zurückzuführen. Als Hauptemittent diffus wirkender Nährstoffbe- lastungen sind in diesem Zusammenhang landwirtschaftlich genutzte Böden zu nennen aber auch die atmosphärische Deposition. 4. Für die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ist der erste, obe- re Grundwasserleiter von herausragender Bedeutung, weil dieser am stärksten vom Menschen ausgehenden Belastungen ausgesetzt ist und insofern eine besondere ökologische Bedeutung hat, da er mit grundwas- serabhängigen Oberflächengewässern und Landökosystemen in Verbin- dung stehen kann. Wie viele der 455 Messstellen beproben den ersten
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3 Grundwasserleiter? Falls möglich, bitte den zugehörigen Namen der Messstelle und die Tiefe der Messstelle angeben. Wie stark sind diese ers- ten Grundwasserleiter in Sachsen-Anhalt mit Nitrat belastet? Bitte aktuelle absolute Spitzenwerte von Nitrat in Grundwassermessstellen im ersten Grundwasserleiter benennen. Den oberen (nutzbaren) Grundwasserleiter repräsentieren 402 der 455 Grund- wassermessstellen des Landesmessnetzes Grundwasserbeschaffenheit. In der Anlage 4 sind die 455 Grundwassermessstellen des Landesmessnetzes Grundwassergüte mit Angaben zur Ausbautiefe der Grundwassermessstelle, das heißt der Lage der Filteroberkante und Filterunterkante unter Geländeober- fläche, und zur aktuellen Nitratbelastung zusammengestellt. Die nachfolgende Grafik vermittelt bezogen auf diese Messstellen einen Über- blick zur Nitratbelastung > 50 mg pro Liter im oberen Grundwasserleiter. Die Spitzenwerte von Nitrat größer > 100 mg pro Liter im oberen Grundwasser- leiter sind in der Anlage 5 tabellarisch dargestellt. Demnach weisen etwa 20 Prozent der 402 Messstellen, die den oberen Grundwasserleiter erfassen, erhöhte Nitratbelastungen auf. 5. Hält die Landesregierung eine Beprobung und Beobachtung von ober- flächennahen Grundwasserleitern für erforderlich? Bitte begründen. Ja. Die Überwachung des oberflächennahen Grundwassers ist Grundlage für eine nachhaltige Grundwasserbewirtschaftung und den vorbeugenden Grundwas- serschutz. Die erhobenen Daten ermöglichen für unterschiedliche Bewertungs- ebenen, unter anderem für Grundwasserleiter, Grundwasserkörper oder hydro- geologische Bezugseinheiten, einen zusammenhängenden und umfassenden
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4 Überblick über den chemischen und mengenmäßigen Zustand des Grundwas- sers in Sachsen-Anhalt. 6. Inwieweit und mit welchen Maßnahmen wirkt die Landesregierung darauf ein, dass überall dort, wo ungünstige Schutzverhältnisse für den oberen großräumig zusammenhängenden Grundwasserleiter vorherrschen, also keine oder nur geringe Deckschichten vorhanden sind, die Ausbringung landwirtschaftlicher und anderer stickstoffhaltige Reststoffe, wie Gülle, nur in dem Maße erfolgt, dass es zu keinen schädigenden Stickstoffein- trägen ins Grundwasser kommt? Die Maßnahmen der Landesregierung orientieren sich an den Rechtsvorschrif- ten des Bundes und der EU. Die zulässigen Düngemaßnahmen können über den gesetzten Rahmen der „Guten fachlichen Praxis“ hinaus nur im Rahmen von Schutzgebietsausweisungen eingeschränkt werden. Durch das Landesprogramm „Emissionsarme und umweltschonende Stickstoff- düngung“ hat die Landesregierung in ausgewiesenen Problemregionen erfolg- reich den N-Austrag aus den landwirtschaftlich genutzten Flächen reduzieren können. Die Europäische Kommission hat die Aufnahme dieses Programmes in den EPLR Sachsen-Anhalt 2014 bis 2021 nicht genehmigt. In der neuen För- derperiode ist es daher nicht mehr enthalten und kann somit nicht mehr ange- wandt werden. 7. Welche Bedeutung misst die Landesregierung dem intensiven Pflanzen- bau und insbesondere der Stickstoff-Düngung für die Verunreinigung der Grundwasserleiter zu? Wann wurden Stickstoffverbindungen in die Grundwasserleiter eingetragen, die heute gemessen werden? Kann davon ausgegangen werden, dass die gegenwärtig angewandten gesetzlichen Regelungen zur Stickstoff-Düngung solche Einträge in der Gegenwart sicher ausschließen? Welche Rolle spielen dabei Bodentypen, Bodenbe- arbeitung und Fruchtfolge? Die Landesregierung geht davon aus, dass der „intensive Pflanzenbau“ nicht a priori zu einer erhöhten Nitratauswaschung führen muss. Bei Einhaltung der Vorgaben der guten fachlichen Praxis ist nicht davon auszugehen, dass ein in- tensiver Pflanzenbau gegenüber extensiven Anbauverfahren höhere N-Verluste bewirkt. Untersuchungen der LLFG zeigen (Quelle: Mehrländerprojekt „Koope- ration Lysimeter“, 2013), dass auch bei extensiven Anbauverfahren erhebliche Nitratmengen verlagert werden können. Daher ist aus Sicht der Landesregie- rung kein prinzipieller Zusammenhang zwischen der Intensität des Pflanzen- baus und der Nitratauswaschung erkennbar. Auch die von der LLFG landesweit ausgewerteten Daten zu den betrieblichen N-Salden zeigen, dass die Betriebe im Land Sachsen-Anhalt sehr bewusst mit den N-Düngemitteln umgehen. N- Salden von 40 bis 50 kg N pro Hektar liegen schon heute in einem Bereich, der von anderen Bundesländern erst erreicht werden muss. In Abhängigkeit von der nutzbaren Feldkapazität eines Standortes (im Regelfall schwankt dieser Wert zwischen 100 mm und 300 mm) sowie der Höhe des Grundwasserstandes, der Niederschlagshöhe und Niederschlagsverteilung weisen die Standorte eine stark differenzierte Nitratverlagerung auf. In den tief-
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5 gründigen Lössregionen des Landes dürfte zwischen der Verlagerung unterhalb der Wurzelzone und dem N-Eintrag in den oberen Grundwasserleiter zwischen 5 und 15 Jahre liegen. In einzelnen Fällen kann dieser Zeitraum noch deutlich länger sein. In Regionen mit flachgründigen Standorten und hohem Grundwas- ser-Stand kann in Extremfällen schon nach einem Jahr der Stickstoff aus der Ackerkrume in den oberen Grundwasserleiter verlagert sein. Zwischen dem Eintrag in den oberen Grundwasserleiter und dem Nachweis durch die Messung im Beobachtungsbrunnen liegen häufig auch 10 bis 30 Jah- re. Zusammenfassend ist daher festzustellen, dass die heute in den Grundwas- serbrunnen gemessenen Nitratkonzentrationen häufig vor mehr als 20 Jahren eingetragen worden sind. Da der Pflanzenbau unter „freiem Himmel“ stattfindet, ist eine exakte Steuerung aller Produktionsfaktoren und somit eine exakte Steuerung der Auswaschungs- verluste nicht möglich. Dieser Sachverhalt wird auch in den rechtlichen Vor- gaben zur Düngung berücksichtigt. In den letzten 150 Jahren hat die Ertragsfähigkeit (auch Bodenfruchtbarkeit ge- nannt) der landwirtschaftlich genutzten Flächen sehr stark zugenommen. Arbei- ten von Schneidewind (ca. 1912 bis 1925) zeigen, dass noch um 1910 auf leichten Standorten des Jerichower Landes nur 8 bis 10 dt Getreide pro Hektar geerntet werden konnten (im Raum Bad Lauchstädt wurden damals schon 25 bis 35 dt pro Hektar gedroschen). Heute können auf diesen sandigen Stand- orten bis zu 100 dt Roggen pro Hektar geerntet werden. Diese Ertragssteige- rung ist zu einem erheblichen Teil auf eine deutliche Zunahme des Bodenhu- musgehaltes und der Humusmenge zurückzuführen. Der N-Kreislauf der Standorte hat sich somit in den letzten 100 Jahren stark beschleunigt. Die hier- bei freigesetzten N-Mengen können nur dann durch den Pflanzenbestand ge- bunden werden, wenn dieser Bestand optimal geführt wird. Dieser Sachverhalt erklärt, warum die N-Auswaschung unter extensiv geführten Getreidebeständen häufig über dem Vergleichswert von intensiv geführten Beständen liegt. Nur durch einen standortgerechten Pflanzenbau mit angepasster Bodenbear- beitung und Fruchtfolge kann das Ertragspotenzial eines Standortes ausge- schöpft und somit die Produktion kostengünstig gestaltet werden. Die hierfür notwendigen Informationen werden seit Jahren in den Versuchen der LLFG er- arbeitet, fachlich bewertet und den Landwirten zur Verfügung gestellt. 8. Sind die 455 Messstellen in erster Linie trinkwasserrelevant und stehen sie im direkten Zusammenhang mit der Beprobung von Trinkwasserlei- tern? Nein. Verwiesen wird auf die Beantwortung der Frage 5. Zweck der Grundwasser- überwachung ist die Erhebung von Grundwasserdaten, die einen zusammen- hängenden und umfassenden Überblick über den chemischen und mengen- mäßigen Zustand des Grundwassers in Sachsen-Anhalt ermöglichen und nicht die Überwachung von Wasserversorgungsanlagen.
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6 9.  Die Antwort auf die Kleine Anfrage Drs. 6/3348 ergab, dass es regional deutliche Unterschiede in Bezug auf den Zustand der Grundwasserkörper gibt (vgl. Antwort auf Frage 1, Drs. 6/3348). Welche Bedingungen führen zu den Unterschieden des Zustandes und der Nitratkonzentrationen? Kann der schlechte Zustand nach WRRL verbessert werden? Wenn ja, wie? Neben der Bewirtschaftung sind die differenziert zu betrachtenden natürlichen Gegebenheiten Sachsen-Anhalts zur Erklärung von Unterschieden in der Be- wertung des Grundwasserzustandes beziehungsweise des Auftretens unter- schiedlich hoher Nitratkonzentrationen im Grundwasser heranzuziehen. Der Zustand von Wasserkörpern kann und muss entsprechend den Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie verbessert werden. Die Reduzierung von Nährstoffeinträgen in das Grundwasser und in die Oberflächengewässer Sachsen-Anhalts gehört entsprechend auch zu einem wichtigen Handlungsfeld auf Landesebene. Der Rahmen hierfür ist das für den Zeitraum 2015 bis ein- schließlich 2021 fortgeschriebene Nährstoffkonzept Sachsen-Anhalts zum Um- gang mit den Nährstoffeinträgen in die Gewässer. Dieses berücksichtigt im Ein- zelnen:  den Quellen- und eintragspfadbezogenen Ansatz von Maßnahmen, um eine messbare Wirkung im Grundwasser und in den Oberflächengewässern zu er- reichen. Dabei stehen vor allem in der Fläche wirkende Maßnahmen im Fo- kus, um insbesondere die Einträge aus der landwirtschaftlichen Nutzung und die relevanten diffusen Eintragspfade Grundwasser und natürlicher Zwi- schenabfluss zu erfassen. Auch die Reduzierung der Einträge aus Dränagen ist für die Planung von Maßnahmen von Bedeutung.  den kombinierten Ansatz von Maßnahmen, da nicht die einzelne Maßnahme allein zum Erfolg führen kann.  die Weiterentwicklung standortangepasster Konzepte zur Verbesserung der Wirkung von Stickstoffminderungsmaßnahmen, die die Möglichkeiten zur Reduzierung der Stickstoff-Einträge unter den Bedingungen Sachsen- Anhalts ausschöpfen.  die Vorteilswirkung von Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen für den Gewässerschutz. 10. Welche Ursachen tragen nachweislich am intensivsten zu einer Belastung des Oberflächenwassers mit Nitrat bei? Mit einem Verhältnis punktuell zu diffus von 14 Prozent zu 86 Prozent liegt der Schwerpunkt der in die Oberflächengewässer Sachsen-Anhalts eingetragenen Stickstoff-Gesamtmenge eindeutig auf Seiten der diffusen Eintragspfade. Nachfolgende Abbildung vermittelt einen Eindruck zur unterschiedlichen Bedeu- tung der Eintragspfade für den Gesamtstickstoffeintrag.
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7 Quelle: GROWA/WEKU 2014 Mehr als 80 Prozent der Stickstoff-Gesamtmenge gelangen demnach über die drei diffusen Eintragspfade Grundwasser, natürlicher Zwischenabfluss (In- terflow) und künstliche Entwässerungssysteme (Dränagen) in die Vorfluter. Bei den punktuellen Stickstoffeinträgen besitzen lediglich die kommunalen Kläran- lagen eine gewisse Relevanz. Die räumliche Variabilität der topographischen und hydrologischen Verhältnisse Sachsen-Anhalts bestimmt die damit verbundene regional unterschiedliche Re- levanz der einzelnen Eintragspfade. 11. In Drs. 6/3348 heißt es in der Antwort zu Frage 6, dass Auswirkungen erst mittel- bis langfristig zu erwarten sind. Wie lange dauert es üblicherweise, bis Auswirkungen durch Immissionen an der Bodenoberfläche auf die gemessenen Werte im Grundwasser zu erwarten sind? Die Auswirkungen von Emissionen an der Bodenoberfläche auf das Grundwas- ser sind in ihrem Weg-/Zeitverhalten vor allem von den natürlichen hydrogeolo- gischen Verhältnissen abhängig. Erfasst wird dieses Weg-/Zeitverhalten unter anderem durch die Verweilzeit des Nitrats im Boden und im Grundwasser. Generell sind die Verweilzeiten durch große Schwankungsbreiten gekennzeich- net, die Zeiträume von wenigen Monaten aber auch Jahre und sogar Jahrzehn- te umfassen kann. Die Anlagen 6 und 7 vermitteln einen Eindruck zur Situation der Verweilzeiten im Boden und im Grundwasser in Sachsen-Anhalt.
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8 12. Gibt es Tierhaltungs- und Biogasanlagen, die bereits über diese Dauer der messbaren Auswirkungen betrieben werden? Wenn ja, wie sehen die Be- lastungswerte mit Nitrat in der Nähe von diesen Anlagen aus? Der Landesregierung liegen hierzu keine Erkenntnisse vor. Ein speziell auf die Überwachung von Tierhaltungs- und Biogasanlagen ausge- richtetes Grundwassermessnetz gibt es in Sachsen-Anhalt nicht. Das Landes- messnetz Grundwasserbeschaffenheit ist auf die repräsentative und landeswei- te Erfassung der Grundwasserqualität in Abhängigkeit von den hydrogeolo- gischen Verhältnissen ausgerichtet.
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Anlage 1 1                                    Bedeckung Messstelle              MST-Nr         erfasster GWL              Petrographie (Schichtung) Schönebeck-Güte                 440006     Pleistozän/ Weichsel       Grobsand, fg, mg                 nein Pietzpuhl - Güte                440012       Pleistozän/ Saale             Mittelsand             ja, 6m Lehm Feinsand, ms, Behrend - Güte                  440019     Pleistozän/ Weichsel                                        nein kohlehaltig Quadendambeck - Güte 440010                  Pleistozän/ Saale     Mittel- bis Grobsand, fg            nein Grobsand bis Feinkies, Ellersell - Güte                440001           Pleistozän                                            nein ms tiefgründig verwitterter sehr gering, 1,2 m Hornburg 1/94                   340320    Mittlerer Buntsandstein Sandstein, fs-ms       Löss, 1,1 m Schluff TDf (Detfurth-WF), ja, 3 m Schluff, WL Schluffstein, feste Schluffstein Steuden                         340800    Mittlerer Buntsandstein  kompakte teils sandige (dominiert), Tonstein Zwischenlagen, glimmerführend gfQS (glazifluviatile saalekaltzeitliche sehr gering, 0,7m Geusa 1/94                      340460           Pleistozän        Schmelzwassersande), Schluff Feinsand, ms, Mittel- bis Grobkies Klein-Wülknitz                2461005        Pleistozän/ Saale      fQS1v, Mittelsand, gs          ja, 4m GM ja, TBb (Bernburg-Folge), 1 m Hanglehm, 2 m Lengefeld 1/98                  340350    Unterer Buntsandstein          WL Tonstein,                 Schluff Schluffstein, Sandstein (Verwitterungszone), Schluffstein gfQS, glazifluviatile saalekaltzeitliche Berga 1/98                      340340           Pleistozän        Schmelzwassersande,                 nein Fein- bis Mittelkies, gg, Steine, Schluff ja, TPr - TSr (Pelit- bis 7,1 m Lehm, 3 m Salinarröt-Folge) oder Schluff Grockstädt 112/96               340410    Oberer Buntsandstein       Röt, WL Sandstein, (Verwitterungszone), Schluffstein, Tonstein, WL Schluffstein dolomitisiert (dominiert), Tonstein fQS/HT (Saale- ja, gering, 1,4m Reideburg/Kapellenplatz 340630               Pleistozän/ Saale       Hauptterrasse/GWL Schluff 1.5), Kiessand, steinig Saalekaltzeitliche Pleistozän/Saale/Oberkreide Frauborn                        440046                             Hauptschotterterasse,               nein (hydraulisch verbunden) Cenoman und Turon 1 Grundwasserleiter
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Anlage 2 Messstelle Mest.-Nr. Probenahmezeit Jahr NO3 in mg/l Tendenz 2461005     21.03.2005   2005        67,0 2461005     02.11.2005   2005        65,0 2461005     21.02.2006   2006        56,9 2461005     11.09.2006   2006        68,5 2461005     22.02.2007   2007        69,9 2461005     08.11.2007   2007         n.b. 2461005     23.09.2008   2008        78,4 Klein-Wülknitz 2461005     27.10.2009   2009        53,6 2461005     31.03.2010   2010        72,2 2461005     11.10.2010   2010        39,9 2461005     05.04.2011   2011        62,0 2461005     28.09.2011   2011        84,1 2461005     27.11.2012   2012       103,0 2461005     17.10.2013   2013        56,7 2461005     02.06.2014   2014        75,0 gleichbleibend 340320      10.05.2005   2005        60,0 340320      02.11.2005   2005        60,0 340320      10.05.2006   2006        60,8 340320      18.10.2006   2006        54,4 340320      13.11.2007   2007        55,8 340320      25.09.2008   2008        40,9 Hornburg 1/94 340320      05.10.2009   2009        45,2 340320      07.04.2010   2010        37,8 340320      28.03.2011   2011        53,6 340320      02.05.2012   2012        62,9 340320      17.09.2013   2013        41,3 340320      03.04.2014   2014        37,0 340320      03.04.2014   2014        37,0 fallend 340340      16.06.2005   2005        31,0 340340      13.10.2005   2005        32,0 340340      12.04.2006   2006        28,9 340340      27.09.2006   2006        30,6 340340      12.11.2007   2007        27,6 Berga 1/98     340340      01.10.2008   2008        29,1 340340      08.10.2009   2009        30,0 340340      17.03.2010   2010        28,6 340340      16.03.2011   2011        31,3 340340      19.03.2012   2012        33,0 340340      02.05.2013   2013        24,9 340340      22.09.2014   2014        32,0 gleichbleibend 340350      02.05.2005   2005        57,0 340350      12.10.2005   2005        52,0 Lengefeld 1/98 340350      05.04.2006   2006        56,1 340350      25.09.2006   2006        50,9 340350      01.10.2008   2008        50,0
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