2 Die Vergabekammer ist der Auffassung, das Land habe bei der vorgenomme- nen Gebietseingrenzung bereits vor der (europaweiten) Ausschreibung zwei- felsfrei und belastbar im Vergabevermerk dokumentieren müssen, dass für po- tenzielle Bewerber mindestens drei Objekte am Markt vorhanden sind, die sei- nen Anforderungen entsprechen. Dieser Nachweis könne auch nicht im laufen- den Nachprüfungsverfahren nachgeholt werden. Die Landesregierung hält diese Entscheidung der Vergabekammer für falsch. Ein Nachweis vom Vorhandensein mehrerer geeigneter Objekte in der Innen- stadt von Halle hätte nur über ein vorheriges Markterforschungsverfahren ge- führt werden können. Das ist unzulässig. 3. Findet aufgrund dessen ein Prozess beim Oberlandesgericht statt und wenn ja, welche Auswirkungen wird er auf den Neubau des Finanzamtes Halle haben? Die Landesregierung teilt die Auffassung der Vergabekammer nicht und hat da- her gegen die Entscheidung der Vergabekammer, das Vergabeverfahren unter Beachtung der Rechtsauffassung der Vergabekammer ab Versendung der Be- kanntmachung zu wiederholen, Beschwerde zum Oberlandesgericht Naumburg erhoben. Termin zur mündlichen Verhandlung ist von dem Vergabesenat beim Oberlandesgericht auf den 29. August 2012 anberaumt. Bis zu einer abschließenden Entscheidung des Oberlandesgerichts ergeben sich keine Auswirkungen auf das Verfahren. Die Festlegungen des Oberlandes- gerichts wird das Land beachten. 4. Ist es zutreffend, dass der Finanzminister, der letztlich für die Vergabe des Auftrages für den Neubau des Finanzamtes Halle verantwortlich ist, per- sönliche Kontakte zu den Eigentümern bzw. den leitenden Mitarbeitern des Bauunternehmens hat, auf das die Ausschreibung zugeschnitten ist, die über die dienstliche Zusammenarbeit hinausgehen? Das Ausschreibungsverfahren wurde nicht auf ein Bauunternehmen zugeschnit- ten. Der Minister der Finanzen pflegt allgemein sehr gute Kontakte zu allen gesell- schaftlichen Gruppen des Landes Sachsen-Anhalt, darunter natürlich auch zu Unternehmerinnen und Unternehmern, die in unserem Land Verantwortung tra- gen. Für dieses jahrelange Engagement wurde der Minister der Finanzen in diesem Jahr mit der Goldenen Ehrennadel der Industrie- und Handelskammer Magdeburg gewürdigt. Ziel des Finanzministers ist es, durch einen engen Kontakt zu Unternehmerin- nen und Unternehmern den notwendigen Dialog zur zukunftssicheren wirt- schaftlichen Fortentwicklung Sachsen-Anhalts ständig neu zu suchen. Erst kürzlich wurde genau diese Verfahrensweise mit den Unternehmen der IT- Branche des Landes von Vertreterinnen und Vertretern aller Fraktionen einge- fordert und vom Ministerium der Finanzen auch unmittelbar eingelöst. Aufgrund der Vielfalt der Aufgaben des Ministers der Finanzen ist es ihm nicht möglich,