KJPsychTh-APrV_bis_2020-08-31

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Amtliche Abkürzung:             KJPsychTh-APrV Dokumenttyp:                    Rechtsverordnung Quelle: FNA:                            FNA 2122-5-2 Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Kin- der- und Jugendlichenpsychotherapeuten Gesamtausgabe in der Gültigkeit vom 01.03.2020 bis 31.08.2020 V aufgeh. durch § 85 Satz 2 Nr. 2 V 2122-7-1 v. 4.3.2020 I 448 mWv 1.9.2020 Fußnoten (+++ Textnachweis ab: 1.1.1999 +++) Dieses Gesetz ändert die nachfolgend aufgeführten Normen Vorschrift        Änderung          geänderte Norm             Gültigkeit ab     bis i.d.F. § 22            Inkraftsetzung     KJPsychTh-APrV           1.1.1999 Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis Titel                                         Fassung vom Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Kinder- und Jugendlichenpsycho-          18.12.1998 therapeuten Eingangsformel                                                                   18.12.1998 Erster Abschnitt Ausbildung                                                      18.12.1998 § 1 Ziel und Gliederung                                                          18.12.1998 § 2 Praktische Tätigkeit                                                         18.12.1998 § 3 Theoretische Ausbildung                                                      18.12.1998 § 4 Praktische Ausbildung                                                        18.12.1998 § 5 Selbsterfahrung                                                              18.12.1998 § 6 Unterbrechung der Ausbildung, Anrechnung anderer Ausbildungen                18.12.1998 Zweiter Abschnitt Allgemeine Prüfungsbestimmungen                                18.12.1998 § 7 Zulassung zur Prüfung                                                        19.02.2007 - Seite 1 von 30 -
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§ 8 Staatliche Prüfung                                                   06.05.2004 § 9 Prüfungskommission                                                   06.05.2004 § 10 Niederschrift                                                       06.05.2004 § 11 Benotung                                                            06.05.2004 § 12 Bestehen und Wiederholung der Prüfung                               18.12.1998 § 13 Rücktritt von der Prüfung                                           18.12.1998 § 14 Versäumnisfolgen                                                    18.12.1998 § 15 Ordnungsverstöße und Täuschungsversuche                             18.12.1998 Dritter Abschnitt Besondere Prüfungsbestimmungen                         18.12.1998 § 16 Schriftlicher Teil der Prüfung                                      06.05.2004 § 17 Mündlicher Teil der Prüfung                                         18.12.1998 § 18 Gesamtnote der Prüfung                                              06.05.2004 Vierter Abschnitt Approbationserteilung, Berufserlaubnis, Anpassungsmaß- 02.08.2013 nahmen § 19 Antrag auf Approbation                                              18.04.2016 § 20 Anerkennungsregelungen für Ausbildungsnachweise aus einem Mit-      18.04.2016 gliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum § 20a Anerkennungsregelungen für Ausbildungsnachweise aus einem Dritt-   02.08.2013 staat § 20b Fristen, Bescheide, Durchführungsbestimmungen                      15.08.2019 § 20c Erlaubnis nach § 4 Absatz 1 Satz 1 des Psychotherapeutengesetzes   02.08.2013 § 20d Sonderregelungen für eine befristete Erlaubnis nach § 4 Absatz 1   02.08.2013 Satz 4 des Psychotherapeutengesetzes § 21 Approbationsurkunde                                                 18.12.1998 Fünfter Abschnitt Schlußvorschriften                                     18.12.1998 § 22 Inkrafttreten                                                       18.12.1998 Schlußformel                                                             18.12.1998 Anlage 1 (zu § 3 Abs. 1)                                                 18.12.1998 Theoretische Ausbildung Anlage 2 (zu § 1 Abs. 4)                                                 18.12.1998 Anlage 3 (zu § 12 Abs. 2)                                                18.12.1998 Anlage 3a (zu § 19 Absatz 3a)                                            18.04.2016 Erlaubnis nach § 4 Absatz 2a des Psychotherapeutengesetzes Anlage 4 (zu § 21)                                                       18.12.1998 - Seite 2 von 30 -
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Anlage 5 (zu § 20 Absatz 2)                                                     02.08.2013 Anlage 6 (zu § 20 Absatz 3)                                                     02.08.2013 Anlage 7 (zu § 20a Absatz 6)                                                    02.08.2013 Anlage 8 (zu § 20c Absatz 7)                                                    18.04.2016 Erlaubnis nach § 4 Absatz 1 des Psychotherapeutengesetzes Eingangsformel Auf Grund des § 8 des Psychotherapeutengesetzes vom 16. Juni 1998 (BGBl. I S. 1311) verordnet das Bundesministerium für Gesundheit: Erster Abschnitt Ausbildung § 1 Ziel und Gliederung 1 (1) Die Ausbildung der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten erfolgt auf der Grundlage von Ausbildungsplänen und erstreckt sich auf die Vermittlung von eingehenden Grundkenntnissen in wis- senschaftlich anerkannten psychotherapeutischen Verfahren sowie auf eine vertiefte Ausbildung in ei- 2 nem dieser Verfahren. Sie ist auf der Grundlage des wissenschaftlichen Erkenntnisstandes praxisnah und patientenbezogen durchzuführen. (2) Die Ausbildung hat den Ausbildungsteilnehmern insbesondere die Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln, die erforderlich sind, um 1. in Diagnostik, Therapie und Rehabilitation von Störungen mit Krankheitswert, bei denen Psycho- therapie im Kindes- und Jugendalter indiziert ist, und 2. bei der Therapie psychischer Ursachen, Begleiterscheinungen und Folgen von körperlichen Erkran- kungen unter Berücksichtigung der ärztlich erhobenen Befunde zum körperlichen Status und der sozialen Lage des Kindes oder Jugendlichen auf den wissenschaftlichen, geistigen und ethischen Grundlagen der Psychotherapie eigenverantwort- lich und selbständig handeln zu können (Ausbildungsziel). 1 (3) Die Ausbildung umfaßt mindestens 4.200 Stunden und besteht aus einer praktischen Tätigkeit (§ 2), einer theoretischen Ausbildung (§ 3), einer praktischen Ausbildung mit Krankenbehandlungen unter Supervision (§ 4) sowie einer Selbsterfahrung, die die Ausbildungsteilnehmer zur Reflexion eige- 2 nen therapeutischen Handelns befähigt (§ 5). Sie schließt mit Bestehen der staatlichen Prüfung ab. (4) Die regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme an den Ausbildungsveranstaltungen nach Absatz 3 ist durch eine Bescheinigung nach dem Muster der Anlage 2 nachzuweisen. § 2 Praktische Tätigkeit - Seite 3 von 30 -
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1 (1) Die praktische Tätigkeit nach § 1 Abs. 3 Satz 1 dient dem Erwerb praktischer Erfahrungen in der Behandlung von Störungen mit Krankheitswert im Sinne des § 1 Abs. 3 Satz 1 des Psychotherapeuten- 2 gesetzes sowie von Kenntnissen anderer Störungen, bei denen Psychotherapie nicht indiziert ist. Sie steht unter fachkundiger Anleitung und Aufsicht. 1 (2) Die praktische Tätigkeit umfaßt mindestens 1.800 Stunden und ist in Abschnitten von jeweils min- 2 destens drei Monaten abzuleisten. Hiervon sind 1. mindestens 1.200 Stunden an einer kinder- und jugendpsychiatrischen klinischen Einrichtung, die im Sinne des ärztlichen Weiterbildungsrechts zur Weiterbildung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie zugelassen ist oder die von der nach § 10 Abs. 4 Psychotherapeutengesetz zuständigen Behörde als gleichwertige Einrichtung zugelassen wird, und 2. mindestens 600 Stunden an einer von einem Sozialversicherungsträger anerkannten Einrichtung, die der psychotherapeutischen oder psychosomatischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen dient, in der Praxis eines Arztes mit einer ärztlichen Weiterbildung in der Kinder- und Jugendpsy- chotherapie oder eines Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten 3 zu erbringen. Soweit die praktische Tätigkeit an einer klinischen Einrichtung nach Nummer 1 nicht si- chergestellt ist, kann sie für die Dauer von höchstens 600 Stunden an einer kinder- und jugendpsych- 4 iatrischen ambulanten Einrichtung mit entsprechender Zulassung abgeleistet werden. Die praktische Tätigkeit nach Nummer 2 kann auch in der Praxis eines Psychologischen Psychotherapeuten abgeleis- tet werden, wenn dieser überwiegend Kinder und Jugendliche behandelt. 1 (3) Während der praktischen Tätigkeit in der kinder- und jugendpsychiatrischen klinischen oder am- bulanten Einrichtung ist der Ausbildungsteilnehmer jeweils über einen längeren Zeitraum an der Dia- gnostik und der Behandlung von mindestens 30 Kindern und Jugendlichen unter Einbeziehung der 2 bedeutsamen Beziehungspersonen (Patienten) zu beteiligen. Der Ausbildungsteilnehmer hat dabei Kenntnisse und Erfahrungen über die akute, abklingende und chronifizierte Symptomatik unterschied- licher psychiatrischer Erkrankungen zu erwerben sowie die Patientenbehandlungen fallbezogen und unter Angabe von Umfang und Dauer zu dokumentieren. § 3 Theoretische Ausbildung 1                                                                                       2 (1) Die theoretische Ausbildung nach § 1 Abs. 3 Satz 1 umfaßt mindestens 600 Stunden. Sie er- streckt sich auf die zu vermittelnden Grundkenntnisse für die psychotherapeutische Tätigkeit und im Rahmen der vertieften Ausbildung auf Spezialkenntnisse in einem wissenschaftlich anerkannten psy- 3 chotherapeutischen Verfahren (Anlage 1). Sie findet in Form von Vorlesungen, Seminaren und prak- 4 tischen Übungen statt. Die Vorlesungen dürfen ein Drittel der Stundenzahl der theoretischen Ausbil- dung nicht überschreiten. 1 (2) In den Seminaren nach Absatz 1 Satz 2 sind die in den Vorlesungen und praktischen Übungen vermittelten Ausbildungsinhalte der Anlage 1 mit den Ausbildungsteilnehmern vertiefend und anwen- 2 dungsbezogen zu erörtern. Dabei sind insbesondere psychologische, psychopathologische und me- 3 dizinische Zusammenhänge herauszuarbeiten. Während der Seminare hat ferner die Vorstellung der 4 praktischen psychotherapeutischen Arbeit mit Patienten zu erfolgen. Die Zahl der Ausbildungsteil- nehmer an einem Seminar soll 15 nicht überschreiten. - Seite 4 von 30 -
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1 (3) Die praktischen Übungen nach Absatz 1 Satz 2 umfassen Falldarstellungen und Behandlungstech- 2 niken der praktischen psychotherapeutischen Arbeit mit Patienten. Dabei sind die rechtlich geschütz- 3 ten Belange des Patienten zu berücksichtigen. Praktische Übungen sind, soweit der Lehrstoff dies er- fordert, in kleinen Gruppen durchzuführen. § 4 Praktische Ausbildung 1 (1) Die praktische Ausbildung nach § 1 Abs. 3 Satz 1 ist Teil der vertieften Ausbildung in einem wis- senschaftlich anerkannten psychotherapeutischen Verfahren und dient dem Erwerb sowie der Vertie- fung von Kenntnissen und praktischen Kompetenzen bei der Behandlung von Patienten mit Störungen 2 mit Krankheitswert nach § 1 Abs. 3 Satz 1 des Psychotherapeutengesetzes. Sie umfaßt mindestens 600 Behandlungsstunden unter Supervision mit mindestens sechs Patientenbehandlungen sowie min- destens 150 Supervisionsstunden, von denen mindestens 50 Stunden als Einzelsupervision durchzu- führen sind. 1 (2) Die in Absatz 1 Satz 2 genannten Supervisionsstunden sind bei mindestens drei Supervisoren ab- 2 zuleisten und auf die Behandlungsstunden regelmäßig zu verteilen. Die Supervision erfolgt durch Su- pervisoren, die von der Hochschule oder anderen Einrichtung nach § 6 Abs. 1 des Psychotherapeuten- 3 gesetzes (Ausbildungsstätte) anerkannt sind. Bei Gruppensupervision soll die Gruppe aus vier Teil- nehmern bestehen. 1 (3) Voraussetzungen für die Anerkennung als Supervisor nach Absatz 2 Satz 2 sind: 1. eine mindestens fünfjährige psychotherapeutische Tätigkeit in der Krankenbehandlung nach der Approbation zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten oder nach Abschluß einer ärztlichen Weiterbildung in der Kinder- und Jugendpsychotherapie, schwerpunktmäßig auf dem Gebiet des wissenschaftlich anerkannten Verfahrens, das Gegenstand der praktischen Ausbildung ist, 2. eine mindestens dreijährige Lehrtätigkeit an einer Ausbildungsstätte und 3. die persönliche Eignung. 2 Ein Psychologischer Psychotherapeut kann als Supervisor anerkannt werden, wenn er die Vorausset- zung der Nummer 1 durch eine überwiegende Tätigkeit in der Krankenbehandlung mit Kindern und Ju- 3                                           4 gendlichen erfüllt. Die Nummern 2 und 3 gelten entsprechend. Die Anerkennung als Supervisor ist von der Ausbildungsstätte regelmäßig zu überprüfen. 1 (4) Während eines Übergangszeitraums von sechs Jahren nach Inkrafttreten der Verordnung können Personen mit einer Approbation als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut oder einer Approbation als Psychologischer Psychotherapeut, die vor Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes mindes- tens fünf Jahre psychotherapeutisch im Sinne des Absatzes 3 Satz 1 Nr. 1 oder Satz 2 tätig waren, bei Nachweis dieser Tätigkeit als Supervisoren nach Absatz 3 anerkannt werden, wenn sie zugleich die 2 Voraussetzungen des Absatzes 3 Satz 1 Nr. 2 und 3 erfüllen. Absatz 3 Satz 4 gilt entsprechend. 1 (5) Die Zuweisung von Behandlungsfällen hat zu gewährleisten, daß die Ausbildungsteilnehmer über das Spektrum von Störungen mit Krankheitswert, bei denen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie 2 indiziert ist, eingehende Kenntnisse und Erfahrungen erwerben. Dabei sind die verschiedenen Stufen des Kindes- und Jugendalters zu berücksichtigen. - Seite 5 von 30 -
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1 (6) Während der praktischen Ausbildung hat der Ausbildungsteilnehmer mindestens sechs anonymi- sierte schriftliche Falldarstellungen über eigene Patientenbehandlungen, die unter Supervision statt- 2 gefunden haben, zu erstellen. Die Falldarstellungen haben die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu berücksichtigen, die Diagnostik, Indikationsstellung und eine Evaluation der Therapieergebnisse mit einzuschließen, ein ätiologisch orientiertes Krankheitsverständnis nachzuweisen sowie den Behand- 3 lungsverlauf und die Behandlungstechnik in Verbindung mit der Theorie darzustellen. Sie sind von der Ausbildungsstätte zu beurteilen. § 5 Selbsterfahrung 1 (1) Die Selbsterfahrung nach § 1 Abs. 3 Satz 1 richtet sich nach dem wissenschaftlich anerkannten psychotherapeutischen Verfahren, das Gegenstand der vertieften Ausbildung ist, und umfaßt mindes- 2 tens 120 Stunden. Gegenstand der Selbsterfahrung sind die Reflexion oder Modifikation persönlicher Voraussetzungen für das therapeutische Erleben und Handeln unter Einbeziehung biographischer As- pekte sowie bedeutsame Aspekte des Erlebens und Handelns im Zusammenhang mit einer therapeu- tischen Beziehung und mit der persönlichen Entwicklung im Ausbildungsverlauf. 1 (2) Die Selbsterfahrung findet bei von der Ausbildungsstätte anerkannten Selbsterfahrungsleitern, die als Supervisoren nach § 4 Abs. 3 oder 4 dieser Verordnung oder nach § 4 Abs. 3 oder 4 der Ausbil- dungs- und Prüfungsverordnung für Psychologische Psychotherapeuten anerkannt sind, statt, zu de- nen der Ausbildungsteilnehmer keine verwandtschaftlichen Beziehungen hat und nicht in wirtschaftli- 2 chen oder dienstlichen Abhängigkeiten steht. § 4 Abs. 3 Satz 4 gilt entsprechend. § 6 Unterbrechung der Ausbildung, Anrechnung anderer Ausbildungen 1 (1) Auf die Dauer der Ausbildung werden angerechnet 1. eine ausbildungsfreie Zeit von bis zu sechs Wochen jährlich und 2. Unterbrechungen durch Krankheit oder aus anderen, vom Ausbildungsteilnehmer nicht zu vertre- tenden Gründen, bei Ausbildungsteilnehmerinnen auch Unterbrechungen durch Schwangerschaft, bis zu höchstens vier Wochen je Ausbildungsjahr. 2 Die zuständige Behörde kann auf Antrag auch darüber hinausgehende Fehlzeiten berücksichtigen, soweit eine besondere Härte vorliegt und das Erreichen des Ausbildungszieles durch die Anrechnung nicht gefährdet wird. 1 (2) Wird die Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten gemäß § 5 Abs. 3 des Psy- chotherapeutengesetzes verkürzt, hat der Antragsteller sich einer weiteren Ausbildung zu unterzie- hen, die sich auf die Defizite seiner Ausbildung im Vergleich zu der in den §§ 2 bis 5 geregelten Ausbil- dung erstreckt, ihm Grundkenntnisse in wissenschaftlich anerkannten psychotherapeutischen Verfah- ren sowie eine vertiefte Ausbildung in einem dieser Verfahren vermittelt und sicherstellt, daß er das 2 Ausbildungsziel nach § 1 Abs. 2 erreicht. Die Dauer und Inhalte der weiteren Ausbildung werden von der zuständigen Behörde festgelegt; sie legt ferner die Gesamtstundenzahl 1. der praktischen Tätigkeit nach § 2, - Seite 6 von 30 -
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2. der theoretischen Ausbildung nach § 3, 3. der praktischen Ausbildung nach § 4, ihre Aufteilung in Behandlungs- und Supervisionsstunden und die Anzahl der Patientenbehandlungen sowie 4. der Selbsterfahrung nach § 5 3 fest. Die weitere Ausbildung schließt mit der staatlichen Prüfung nach § 8 ab. Zweiter Abschnitt Allgemeine Prüfungsbestimmungen § 7 Zulassung zur Prüfung 1 (1) Die zuständige Behörde nach § 8 Abs. 2 entscheidet auf Antrag des Prüflings über die Zulassung zur staatlichen Prüfung und im Benehmen mit der Leitung der Ausbildungsstätte über die Ladungen 2 zu den Prüfungsterminen. Die Prüfungstermine sollen nicht früher als zwei Monate vor dem Ende der Ausbildung liegen. (2) Die Zulassung zur Prüfung wird erteilt, wenn folgende Nachweise vorliegen: 1. die Geburtsurkunde und alle Urkunden, die eine spätere Namensänderung ausweisen, 2. der Nachweis über die bestandene Abschlußprüfung im Studiengang Psychologie, die das Fach Kli- nische Psychologie einschließt, eine Bescheinigung über eine gleichwertige Ausbildung nach § 5 Abs. 2 Nr. 1 Buchstabe b oder c des Psychotherapeutengesetzes, der Nachweis über die bestan- dene Abschlußprüfung im Studiengang Pädagogik oder Sozialpädagogik oder eine Bescheinigung über eine gleichwertige Ausbildung nach § 5 Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe c oder d des Psychotherapeu- tengesetzes, 3. die Bescheinigung nach § 1 Abs. 4 über die Teilnahme an den Ausbildungsveranstaltungen und 4. mindestens zwei Falldarstellungen nach § 4 Abs. 6, die von der Ausbildungsstätte als Prüfungsfall angenommen wurden. (3) Die Zulassung zur Prüfung und die Ladungen zu den Prüfungsterminen sollen dem Prüfling spätes- tens zwei Wochen vor Prüfungsbeginn schriftlich mitgeteilt werden. (4) Die besonderen Belange behinderter Prüflinge sind zur Wahrung ihrer Chancengleichheit bei Durchführung der Prüfungen zu berücksichtigen. Fußnoten § 7 Abs. 2 Nr. 1: IdF d. Art. 3 Abs. 7 Nr. 1 G v. 19.2.2007 I 122 mWv 1.1.2009 § 7 Abs. 4: Eingef. durch Art. 5 Nr. 22 G v. 23.3.2005 I 931 mWv 1.4.2005 § 8 Staatliche Prüfung (1) Die staatliche Prüfung nach § 5 Abs. 1 Satz 2 des Psychotherapeutengesetzes umfaßt einen schrift- lichen und einen mündlichen Teil. - Seite 7 von 30 -
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1                                                                 2 (2) Der Prüfling legt die Prüfung vor der zuständigen Behörde ab. Zuständig ist die Behörde des Lan- des, in dem der Prüfling im Zeitpunkt der Antragstellung nach § 7 Abs. 1 an der Ausbildung teilnimmt. Fußnoten § 8 Abs. 2 Satz 1: IdF d. Art. 2 Nr. 1 V v. 6.5.2004 I 864 mWv 15.5.2004 § 9 Prüfungskommission 1 (1) Für den mündlichen Teil der Prüfung nach § 8 bedient sich die zuständige Behörde einer staatli- 2 chen Prüfungskommission. Die Prüfungskommission besteht aus folgenden Mitgliedern, von denen zwei keine Lehrkräfte der Ausbildungsstätte sein dürfen, an der die Ausbildung durchgeführt wurde: 1. einem Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, der für das psychotherapeutische Verfahren qualifiziert ist, das Gegenstand der vertieften Ausbildung war, und der nach § 4 Abs. 3 Satz 1 oder Abs. 4 als Supervisor anerkannt ist, als Vorsitzendem, 2. mindestens zwei weiteren Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten mit der in Nummer 1 ge- nannten Qualifikation, von denen mindestens einer zusätzlich über die Supervisorenanerkennung nach § 4 Abs. 3 Satz 1 oder Abs. 4 verfügen muß, und 3. einem Arzt mit einer ärztlichen Weiterbildung in der Psychiatrie und Psychotherapie, in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie oder in der Psychotherapeutischen Medizin, der an ei- ner Ausbildungsstätte lehrt. 3 Soweit Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten nicht zur Verfügung stehen, kann ein Psycholo- gischer Psychotherapeut als Mitglied der Prüfungskommission nach Nummer 1 oder 2 benannt wer- 4 den, wenn er die dort genannten Voraussetzungen erfüllt. Der Selbsterfahrungsleiter des Prüflings darf der Prüfungskommission nicht angehören. 1                                                                                2 (2) Jedes Mitglied der Prüfungskommission hat einen oder mehrere Stellvertreter. Die Mitglieder der Prüfungskommission und ihre Stellvertreter werden von der zuständigen Behörde bestellt. Fußnoten § 9 Abs. 1 Satz 1: IdF d. Art. 2 Nr. 2 V v. 6.5.2004 I 864 mWv 15.5.2004 § 10 Niederschrift 1 Über den mündlichen Teil der Prüfung nach § 8 ist eine Niederschrift zu fertigen, aus der Gegenstand, 2 Ablauf und Ergebnisse der Prüfung sowie etwa vorkommende Unregelmäßigkeiten hervorgehen. Sie 3 ist von allen Mitgliedern der Prüfungskommission zu unterzeichnen. Lautet die Note "mangelhaft" oder "ungenügend", so sind die Gründe anzugeben und in die Niederschrift aufzunehmen. Fußnoten § 10 Satz 1: IdF d. Art. 2 Nr. 3 V v. 6.5.2004 I 864 mWv 15.5.2004 - Seite 8 von 30 -
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§ 11 Benotung Die Leistungen der mündlichen Prüfung werden wie folgt benotet: "sehr gut" (1), wenn die Leistung hervorragend ist, "gut" (2), wenn die Leistung erheblich über den durchschnittlichen Anforderungen liegt, "befriedigend" (3), wenn die Leistung in jeder Hinsicht durchschnittlichen Anforderungen gerecht wird, "ausreichend" (4), wenn die Leistung trotz Mängeln noch den Anforderungen genügt, "mangelhaft" (5), wenn die Leistung wegen erheblicher Mängel den Anforderungen nicht mehr ge- nügt, "ungenügend" (6), wenn die Leistung unbrauchbar ist. Fußnoten § 11 Eingangssatz: IdF d. Art. 2 Nr. 4 V v. 6.5.2004 I 864 mWv 15.5.2004 § 12 Bestehen und Wiederholung der Prüfung (1) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeder der in § 8 Abs. 1 vorgeschriebenen Prüfungsteile bestanden ist. 1 (2) Über die bestandene staatliche Prüfung wird ein Zeugnis nach dem Muster der Anlage 3 erteilt. 2 Über das Nichtbestehen erhält der Prüfling von der zuständigen Behörde eine schriftliche Mitteilung, in der die Prüfungsnoten anzugeben sind. 1 (3) Der Prüfling kann den schriftlichen und den mündlichen Teil der Prüfung jeweils zweimal wieder- 2 holen, wenn er die Note "mangelhaft" oder "ungenügend" erhalten hat. Eine weitere Wiederholung ist auch nach einer erneuten Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten nicht zuläs- sig. 1 (4) Hat der Prüfling den mündlichen Teil der Prüfung oder die gesamte Prüfung zu wiederholen, so wird er zu den Wiederholungsprüfungen nur geladen, wenn er an einer weiteren praktischen Aus- bildung teilgenommen hat, deren Dauer und Inhalt von der zuständigen Behörde bestimmt werden. 2 Dem Antrag des Prüflings auf Zulassung zu den Wiederholungsprüfungen ist jeweils ein Nachweis über die weitere Ausbildung sowie mindestens eine Falldarstellung nach § 4 Abs. 6, die von der Ausbil- 3 dungsstätte als Prüfungsfall angenommen wurde, beizufügen. Die Wiederholungsprüfung soll jeweils spätestens sechs Monate nach der letzten Prüfung abgeschlossen sein. § 13 Rücktritt von der Prüfung 1 (1) Tritt ein Prüfling nach seiner Zulassung von der Prüfung oder einem Prüfungsteil zurück, so hat er 2 die Gründe für seinen Rücktritt unverzüglich der zuständigen Behörde schriftlich mitzuteilen. Geneh- migt die zuständige Behörde den Rücktritt, so gilt die Prüfung oder der betreffende Teil der Prüfung 3                                                                      4 als nicht unternommen. Die Genehmigung ist nur zu erteilen, wenn wichtige Gründe vorliegen. Im Falle einer Krankheit kann die Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung verlangt werden. - Seite 9 von 30 -
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1 (2) Wird die Genehmigung für den Rücktritt nicht erteilt oder unterläßt es der Prüfling, die Gründe für seinen Rücktritt unverzüglich mitzuteilen, so gilt die Prüfung oder der betreffende Teil der Prüfung als 2 nicht bestanden. § 12 Abs. 3 gilt entsprechend. § 14 Versäumnisfolgen 1 (1) Versäumt ein Prüfling einen Prüfungstermin, gibt er die Aufsichtsarbeit nicht oder nicht rechtzei- tig ab oder unterbricht er die Prüfung, so gilt der betreffende Teil der Prüfung als nicht bestanden, 2 wenn nicht ein wichtiger Grund vorliegt; § 12 Abs. 3 gilt entsprechend. Liegt ein wichtiger Grund vor, so gilt der betreffende Teil der Prüfung als nicht unternommen. 1                                                                                            2 (2) Die Entscheidung darüber, ob ein wichtiger Grund vorliegt, trifft die zuständige Behörde. § 13 Abs. 1 Satz 1 und 4 gilt entsprechend. § 15 Ordnungsverstöße und Täuschungsversuche 1 Die zuständige Behörde kann bei Prüflingen, die die ordnungsgemäße Durchführung der Prüfung in erheblichem Maße gestört oder sich eines Täuschungsversuchs schuldig gemacht haben, den betref- 2 fenden Teil der Prüfung für nicht bestanden erklären; § 12 Abs. 3 gilt entsprechend. Eine solche Ent- scheidung ist nur bis zum Abschluß der gesamten Prüfung zulässig. Dritter Abschnitt Besondere Prüfungsbestimmungen § 16 Schriftlicher Teil der Prüfung 1 (1) Der schriftliche Teil der Prüfung erstreckt sich auf die in Anlage 1 Teil A aufgeführten Grundkennt- nisse in den wissenschaftlich anerkannten psychotherapeutischen Verfahren; er kann auch rechner- 2 gestützt durchgeführt werden. Der Prüfling hat in einer Aufsichtsarbeit schriftlich gestellte Fragen zu beantworten oder anzugeben, welche der mit den Aufgaben vorgelegten Antworten er für zutreffend 3                                          4 hält. Die Aufsichtsarbeit dauert 120 Minuten. Die Aufsichtführenden werden von der zuständigen Be- hörde bestimmt. 1                                                                                      2 (2) Für den schriftlichen Teil der Prüfung sind bundeseinheitliche Termine abzuhalten. Bei der Fest- legung der Prüfungsaufgaben sollen sich die zuständigen Behörden nach Maßgabe einer Vereinba- rung der Länder einer Einrichtung bedienen, die die Aufgabe hat, Prüfungsaufgaben für Prüfungen im Rahmen der psychotherapeutischen Ausbildung sowie eine Übersicht von Gegenständen, auf die sich 3 der schriftliche Teil der Prüfung beziehen kann, herzustellen. Dabei sind jeweils allen Prüflingen die- 4 selben Prüfungsaufgaben zu stellen. Soweit bei den Prüfungsaufgaben zutreffende Antworten auszu- wählen sind, ist bei der Aufstellung der Prüfungsaufgaben festzulegen, welche Antworten als zutref- fend anerkannt werden. - Seite 10 von 30 -
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