Eigentums- und Nutzungsrechte

Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Abschlussbericht Forschungsvorhaben Nr. 70.825 - 'Eigentums- und Nutzungsrechte im öffentlichen Verkehr'

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- 31 - FoPS Datenrechte 2.4         Ergebnisse AP2 – Rollenmodell 2.4.1       Das Rollenmodell Eine Rolle hat Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortungen, die an einer Daten- bank mittels einer Anwendung ausgeführt werden. Neben den Rollen existieren auch Subrollen als feiner gegliederte Ebene, die den Rollen zugeordnet sind. Eine Rolle wird durch Akteure bekleidet, welche die der Rolle zugeordneten Aufga- ben durchführen. Dabei kann es sich um Institutionen oder auch um natürliche Per- sonen, ggf. als Angestellte einer Institution handeln. Diese Institution kann wiederum im Auftrag einer weiteren Institution handeln, was sich beliebig fortsetzen lässt. In- nerhalb des Wertschöpfungsprozesses kann ein Akteur mehrere Rollen, mehrere Akteure eine Rolle, oder ein Akteur genau eine Rolle beinhalten. Die übergeordneten primären Rollen orientieren sich an einem viergliedrigen Instan- zensystem, wobei am Anfang der Erzeuger, dann ein weiterführender Bearbeiter, ein (zumindest theoretisch) dazwischen liegender Händler und schließlich der Dienstan- bieter (Betreiber einer Nutzeroberfläche) steht. Somit werden folgende Rollen unter- schieden: •    Datenerzeuger •    Datenverarbeiter o IT-Bearbeiter o Inhaltlicher Bearbeiter •    Ein-/Verkäufer •    Dienstbetreiber o Nutzer und Betreiber Öffentli- cher Services o Nutzer und Betreiber Interner Services Abbildung 3: Rollenmodell Datenverarbeiter sowie Ein-/Verkäufer bilden somit einen Content-Provider. Der Nutzer und Dienstbetreiber stellt dagegen einen Service-Provider dar. Der Aufgabenträger ist derjenige, in dessen Interesse der Datenaustausch stattfin- det. Deshalb umgibt er grafisch die anderen Rollen. Der Käufer-/Verkäufer stellt aber eine Schnittstelle nach draußen dar. Somit kann das Rollenmodell auch außerhalb des Aufgabenträgers existieren. In der Grafik wird dieser Sachverhalt durch die Stri- chelung des umgebenden Rahmens ausgedrückt. Die nachfolgende Matrix gibt eine Übersicht zu den Rollen, ihren Aufgaben, Kompe- tenzen und Verantwortungen (AKV-Matrix). FoPS_70825_Abschlussbericht_v10.doc; Stand 26.11.2010
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- 32 - FoPS Datenrechte Rolle/Subrolle                          Aufgabe                           Kompetenz                     Verantwortung Datenerzeuger                           Daten generieren als Abb. eines Lese- und Schreibrecht; Import- Daten spiegeln den realen Zu- realen Zustandes                  und ggf. Exportrechte         stand wider; Datenverarbeiter • IT-Bearbeiter                      Technische Aufarbeitung      und Import- und Exportrechte;      Verantwortlich für durchgeführte Bereitstellung von Daten;                                       Änderungen, für die Differenz zwischen Eingang und Aus- gang; •   Inhaltlicher Bearbeiter          Veredelung der Daten mit weite- Lese- und Schreibrecht;         Verantwortlich für durchgeführte ren Informationen;                                              Änderungen, für die Differenz zwischen Eingang und Aus- gang; Ein-/Verkäufer                          Vermittlung von Verkehrsdaten Leserecht;                        Daten entsprechen sowohl hin- zwischen Anbieter und Abneh-                                    sichtlich Qualität und Aktualität mer;                                                            als auch den Nutzungsrechten den vertraglichen Vereinbarun- gen; Dienstbetreiber • Nutzer u. Betreiber öf-            Betrieb einer öffentlichen Ober- Lese- Import- und Exportrechte Korrekte Ausgabe der Daten im fentlicher Services              fläche/Informationsplattform                                    Sinne des Datenerzeugers, • Nutzer u. Betreiber inter-         Betrieb einer nicht öffentlichen Lese- Import- und Exportrechte Korrekte Ausgabe der Daten im ner Services                     Oberfläche/Informationsplattform                                Sinne des Datenerzeugers, Tabelle 3: Übersicht-AKV-Matrix FoPS_70825_Abschlussbericht_v10.doc; Stand 26.11.2010
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- 33 - FoPS Datenrechte 2.4.1.1      Datenerzeuger Die Aufgabe des Datenerzeugers ist die Generierung von Daten als Abbildung eines realen Zustandes (Modellierung). Dies können beispielsweise Fahrplan-Soll-Daten sein, die eine Institution mit einem Fahrplanungsprogramm erstellt, Fahrplan-Ist- Daten, die das RBL/ITCS einer Institution generiert oder Infrastruktur-Soll-Daten, die vor Ort erhoben werden. Die Speisung einer elektronischen Datenbank mit diesen „Hard“-Daten kann nach der Erhebung, Planung oder Ermittlung entweder manuell oder automatisch erfolgen. Infrastrukturdaten müssen i. d. R. manuell eingepflegt werden, Ist-Daten können automatisch, auch online, übertragen werden. Die Daten können aber auch in unbehandelter Form (beispielsweise in Form von Erhebungsbö- gen) an den nächsten Bearbeitungsschritt übergeben werden. Um seine Tätigkeiten ausführen zu können, beinhaltet die Kompetenz des Datener- zeugers insbesondere die Read- und Writerechte. Will der Datenerzeuger beispiels- weise einen neuen Fahrplan auf Grundlage eines alten erstellen, braucht er auch Importrechte. Exportrechte benötigt er ggf. für einen Export. Dabei trägt er die Ver- antwortung, dass die Daten gemäß seiner Aufgabe den realen Zustand widerspie- geln und als Maßstab für die weitere Bearbeitung gelten. Der Datenerzeuger ist aus- schließlich Lieferant von Daten. Diese Rolle kommt in folgenden Tätigkeitsfeldern vor (vgl. Tabelle 2: Tätigkeitsfeldmatrix): •    Für Fahrplandaten: o Soll + Ist: A1, A2 •    Für Infrastrukturdaten: o Soll: A3, B3 oder als Subunternehmer theoretisch möglich: A4, B4 o Ist: A3, B3 •    Für Störungsmeldungen: o Alle Tätigkeitsfelder sind möglich •    Für Tarifstrukturdaten: o A1, A2 Der Datenerzeuger bearbeit im Wertschöpfungsprozess als erster die Daten. Er ist so zu sagen die Schnittstelle zwischen Realität und deren Abbildung bzw. Modellie- rung in einer Datenbank. Neben dieser inhaltlichen Bearbeitung findet in geringen Maße auch eine technische Bearbeitung statt (z.B. beim Sichern oder Weitergeben.) Im Rahmen der Erzeugung der Datenbank sind folgende Datengewinnungsprozesse denkbar: •    die Erhebung (vor Ort), •    der Entwurfsprozess des (Soll-)Fahrplanes oder •    die Datengenerierung aus RBL/ITCS-Systemen (Ist-Daten). FoPS_70825_Abschlussbericht_v10.doc; Stand 26.11.2010
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- 34 - FoPS Datenrechte Nach der Datengewinnung überträgt der Datenerzeuger die Daten in eine Daten- sammlung/Datenbank, die sowohl in •   analoger Form (z.B. Ordner mit Erhebungsbögen) als auch in •   digitaler Form (z.B. Tabellenkalkulation, Relationale Datenbank etc.) vorliegen kann. Zusammengefasst kennzeichnen den Datenerzeuger folgende entscheidende Bear- beitungsschritte: •   Die Erstellung und Zusammenstellung von Daten im Form einer analogen o- der digitalen Datensammlung bzw. eines Datenbankwerkes (vgl. ), •   die Veränderung der Daten im Sinne des realen/geplanten Zustandes und •   die inhaltliche Aufbereitung, Veredelung der Daten. Die rein technische Bearbeitung hat bei dem Datenerzeuger nur eine untergeordnete Bedeutung. Sie beschränkt sich i.d.R. auf •   die technische Neuanlage einer Datenbank, •   die Sicherung der Daten und •   die Weitergabe. Der Datenerzeuger hat Relationen zu dem Bearbeiter, dem Broker und dem Nutzer/ Dienstbetreiber und befindet sich am Anfang der Wertschöpfungskette. In der Regel werden die Daten nach der Erzeugung an einen weiteren Bearbeiter gegeben. Theo- retisch könnte auch ein Ein-/Verkäufer Daten erwerben und veräußern. Eine ent- sprechende Relation wäre also auch möglich. 2.4.1.2      Datenbearbeiter Die Aufgabe des Datenbearbeiters ist es, die Daten nach der Erzeugung insbeson- dere technisch aufzuarbeiten, inhaltlich zu veredeln und bereitzustellen (siehe auch Abbildung 3: Rollenmodell). Bei der technischen Aufarbeitung sind die primären Aufgaben die Sammlung (Kollek- tivieren) mehrerer Datenbankexporte (z.B. Fahrplansolldaten unterschiedlicher Betreiber), deren Integration in eine gemeinsame Datenbank und die Bereitstellung für den nächsten Bearbeitungsschritt. Letzteres umfasst beispielsweise die Anpas- sung des Formates bzw. ein Export mit einer geeigneten Schnittstelle. Seine Kompetenz muss deshalb besonders den Import und Export von Daten um- fassen, ergänzt um Lese- und Schreibrechte im Falle der Veredelung. Die Verantwortung trägt er für die durch ihn vorgenommenen Veränderungen, d.h. für die Differenz zwischen den erhaltenen und den von ihm weitergereichten Daten. FoPS_70825_Abschlussbericht_v10.doc; Stand 26.11.2010
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- 35 - FoPS Datenrechte Der Datenverarbeiter ist einerseits Verteiler von Daten, andererseits aber auch Lie- ferant. Durch die Veredlung von Daten kann er auch Erzeugerfunktionen wahrneh- men. Er ist ein Content-Provider. Diese Rolle wird in folgenden Tätigkeitsfeldern ausgeübt: •    Für Fahrplandaten: o Soll + Ist: A1, A4, B4 •    Für Infrastrukturdaten: o Soll + Ist: A3, B3, A4, B4 •    Für Störungsmeldungen: o Alle Tätigkeitsfelder sind möglich •    Für Tarifstrukturdaten: o A2, A4, B4 Es lassen sich zwei Subrollen unterscheiden, die kurz näher beleuchtet werden sol- len: der Inhaltliche Bearbeiter und der Informationstechnologische Bearbeiter (IT- Bearbeiter). 2.4.1.2.1      Inhaltlicher Bearbeiter Der Inhaltliche Bearbeiter veredelt die vorhandenen Daten um weiterführende oder genauere Information. Dabei hat er Erzeugerfunktionen (Daten werden erzeugt), mit dem Unterschied zum Erzeuger, dass er nur bereits vorhandene Daten erweitert. Der Vorgang der Veredelung gliedert sich in die drei Punkte o Erhebung bzw. Besorgung (auch durch Datenlieferung) der zusätzlichen Infor- mation, o Zuordnung der zusätzlichen Information zu den vorhandenen Daten und o Modellierung der zusätzlichen Information im Datenbanksystem. Die Integration selbst ist ein technischer Vorgang. Verschiedene Aktivitäten bei der Integration von Daten in eine gemeinsame Datenbasis können aber eine Veredlung bedeuten. Hervorzuheben sind z.B. in diesem Zusammenhang o die Zuordnung von gelieferten Haltestellenstrukturen zu vorhandenen Halte- stellenstrukturen, o die Erhebung und Modellierung von Angaben zum Umstieg und o Angaben zu Fahrzeugen. Der Vorgang der Integration stellt dabei eine Zusammenfassung eines Anteils inhalt- licher und eines Anteils technischer Bearbeitung dar. Der inhaltliche Anteil ist hierbei FoPS_70825_Abschlussbericht_v10.doc; Stand 26.11.2010
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- 36 - FoPS Datenrechte die Zuordnung der zu integrierenden Daten zu den bereits in der Datenbank vorhan- denen Daten, während der technische Anteil der Importvorgang ist. Wie oben bereits angemerkt, wird die Integration selbst als ein rein technischer, aber nicht veredelnder Vorgang betrachtet, wobei damit ausschließlich der technische Im- portvorgang in eine Datenbank gemeint ist. Um eine effektive Verbindung der Daten zu bewirken, muss allerdings vor oder nach dem Import die Zuordnung der Informati- on des neuen Datensatzes zu den bereits integrierten Daten erfolgen. Dies ist der inhaltliche Vorgang des Veredelns. Art und Inhalt der hinzugewonnenen Information kann dabei sehr unterschiedlich sein. Das Hinzufügen selbst erhobener Werte gehört ebenso dazu wie z.B. das Pfle- gen von Zuordnungstabellen zur Verknüpfung von Datenbeständen. 2.4.1.2.2       IT-Bearbeiter Im Gegensatz zum Veredler verändert der IT-Bearbeiter nicht den Inhalt der Daten, sondern lediglich die Form oder den Ort. Außerdem nimmt er Qualitätsprüfungen vor. Um eine Bearbeitung als technische Bearbeitung zu bezeichnen muss ein nennens- werter Aufwand entstehen. Die Bearbeitungsschritte bzw. die Aktivitäten eines technischen Bearbeiters lassen sich wie folgt strukturieren: •     IT-Bearbeitung o Elementartätigkeiten o Kopieren / Extrahieren o Sammeln (Kollektivieren und Integrieren) o Umformatieren o Kombinationstätigkeiten, z. B.Bereitstellen/Interne und Externe Weitergabe o Technische Aufbereitung o Importieren o Kopieren o Umformatieren o Integrieren o Exportieren o Kopieren / Extrahieren o Umformatieren o Systematische Ordnung •     Qualitätssichernde Maßnahmen o Prüfung auf VollständigkeitInhaltliche Prüfung gemäß abgestimmter Qualitäts- kriterienNachvollziehen von Fehlermeldungen Der Datenbearbeiter hat Relationen zu dem Nutzer/Dienstbetreiber, dem Erzeuger und dem Ein-/Verkäufer. Er erhält die Daten von dem Datenerzeuger und liefert sie dem Nutzer/Dienstbetreiber zu. Für den Fall einer Veräußerung von weiterverarbeite- ten Daten ist der Ein-/Verkäufer angebunden. Der Datenbearbeiter kann auch im Auftrag des Erzeugers oder im Auftrag des Nut- zers und Dienstbetreibers arbeiten, wobei eine entsprechende vertragliche Grundla- ge existieren muss. FoPS_70825_Abschlussbericht_v10.doc; Stand 26.11.2010
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- 37 - FoPS Datenrechte Dadurch, dass mehrere Bearbeiter existieren können, die aber jeweils andere ver- tragliche Bedingungen haben (ggf. auch zueinander), macht es Sinn, sie separat darzustellen. Dies ist im Rollenmodell dadurch angedeutet, dass der Bearbeiter zweimal aufgeführt ist. Ferner ist dadurch auch eine präzisere Darstellung des Da- tenaustauschs möglich (vgl. hierzu Abbildung 3: Rollenmodell). 2.4.1.3      Käufer/Verkäufer (Broker) Der Ein-/Verkäufer ist an dem Handel mit Daten interessiert. Er erwirbt Daten in ir- gendeiner Form und veräußert sie an einen Abnehmer. Diesen Fall gibt es für den ÖPNV in der Bundesrepublik Deutschland bisher nur theoretisch. Der Ein-/Verkäufer ist ein Verteiler von Daten, womit er ebenfalls Content-Provider ist. Theoretisch kann er an jeder Stelle der Datenverarbeitung bzw. Weitergabe an- setzen und Daten erwerben bzw. veräußern. Deshalb hat er Relationen zu allen Da- ten verarbeitenden Rollen, d.h. dem Erzeuger, Bearbeiter und Nut- zer/Dienstbetreiber. Er kann Daten bei einem Erzeuger oder einem Bearbeiter er- werben und einem weiteren Bearbeiter bzw. einem Dienstanbieter verkaufen. In folgenden Tätigkeitsfelder kann diese Rolle ausgeführt werden: o Für alle Arten von Daten: A5, B5Nutzer und Dienstbetreiber Die Aufgabe des Nutzers/Dienstbetreibers ist der Betrieb einer Oberfläche, mit der die Daten kundengerecht abgefragt werden können. Dies kann beispielsweise eine Fahrplanauskunft oder ein RBL/ITCS sein. Unter Nutzer ist hier der Datennutzer zu verstehen, der den letzten Wertschöpfungsprozess in der Wertschöpfungskette voll- zieht (vgl. Kapitel 2.4.2). Dieser ist zu unterscheiden von dem außerhalb der Wert- schöpfungskette befindlichen „Endnutzer“ also z.B. dem informationssuchenden Fahrgast. Seine Kompetenz besteht im Zugriff zu den Daten sowie ihrer technischen Bearbei- tung, die zum Einstellen in die Oberfläche erforderlich ist. Er hat die Verantwortung, dass die Daten dem Dienstnutzer so dargeboten werden, dass dieser sie in seinem Sinne möglichst einfach und optimal verwenden kann. Der Nutzer/Dienstbetreiber ist in der Wertschöpfungskette ein Abnehmer von Daten. Er ist der Service-Provider. Die Rolle kann in folgenden Tätigkeitsfelder ausgeführt werden: •    Für alle Arten von Daten sind alle Tätigkeitsfelder denkbar. Ja nachdem ob der angebotene Service öffentlich oder nicht öffentlich zugänglich ist, sind zwei Subrollen zu unterscheiden: •    Nutzer/Betreiber eines öffentlichen Services In diesem Fall stellt der Nutzer und Dienstbetreiber einen öffentlichen Zugang zu den Daten bereit. Öffentlich bedeutet, dass die Daten mittels dieses Services für jeden prinzipiell einsehbar sind. Personalisierungen sind dabei mit einbezogen. Öffentliche Services können beispielsweise sein: o Fahrplan-Informations-System im Internet o Fahrplanbuch FoPS_70825_Abschlussbericht_v10.doc; Stand 26.11.2010
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- 38 - FoPS Datenrechte o DFI – Dynamische Fahrgastinformation o etc. •    Nutzer und Betreiber eines internen Services Intern bedeutet in diesem Zusammenhang nicht unbedingt firmenintern, sondern vielmehr „nicht öffentlich“, d.h. in diesem Dienst werden die Daten nur ausgewählten Personen zu einem bestimmten Zweck zugänglich gemacht. Dies beinhaltet bei- spielsweise das VU mit einem Betriebsleiter und dem Service RBL-System. Relationen hat die Rolle Nutzer/Dienstbetreiber zu dem Bearbeiter und dem Käu- fer/Verkäufer. Die Daten erhält er vom Bearbeiter und stellt sie in eine Oberfläche ein, mit der sie durch den Dienstenutzer abrufbar sind. Dieser wendet sich bei Fra- gen i.d.R. an den Nutzer/Dienstbetreiber, auch wenn es sich um Fragen zu den Da- teninhalten handelt. Der Nutzer/Dienstbetreiber wird diese Anfragen dann entgegen der Richtung der Datenlieferung weitergeben. Die Beziehung zu einem Ein- /Verkäufer besteht dann, wenn der Dienstanbieter seinen Daten oder einen Teil sei- ner Daten durch Einkauf erhält. 2.4.2       Wertschöpfung 2.4.2.1     Wertschöpfungsprozess Der Wertschöpfungsprozess ist die kleinste abgeschlossene Einheit in der Wert- schöpfungskette, die eine Wertsteigerung beinhaltet. Im Prozess finden inhaltliche und technische Bearbeitungen statt. Genügen die bearbeiteten Daten den für das Ziel formulierten Qualitätsanforderungen ist der Wertschöpfungsprozess abgeschlos- sen. Konkret lässt sich der Wertschöpfungsprozess folgendermaßen gliedern (siehe Anlage 6 – Wertschöpfungsprozess): o Genese Die Genese meint das initiale Neu – Anlegen einer Datenbank noch vor irgendeiner inhaltlichen oder technischen Bearbeitung. Die Genese ist gleichzusetzen mit dem Start in der Wertschöpfungskette und kommt somit nur vor dem ersten Wertschöp- fungsprozess vor. Insofern ist die Genese streng genommen kein Teil des einzelnen Wertschöpfungsprozesses. o Inhaltliche Bearbeitung Im Rahmen der Inhaltlichen Bearbeitung werden Informationen den Daten/der Da- tenbank hinzugefügt. Diese Bearbeitungsart wird durch den Datenerzeuger und den Inhaltlichen Bearbeiter des Rollenmodells durchgeführt. o Technische Bearbeitung FoPS_70825_Abschlussbericht_v10.doc; Stand 26.11.2010
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- 39 - FoPS Datenrechte Technische Bearbeitung bedeutet allgemein die Veränderung von Ort oder Format der Daten. Diese Bearbeitungsart wird durch den IT-Bearbeiter durchgeführt. Die Wertsteigerung findet dann statt, wenn der Bearbeitungsstand der Daten der Zielvorgabe für den Wertschöpfungsprozess entspricht. 2.4.2.2     Wertschöpfungskette Die Menge aller Wertschöpfungsprozesse bis hin zur Einstellung der Daten in das Medium zur Verwendung durch einen Nutzer ist die Wertschöpfungskette (vgl. Anlage 7 – Wertschöpfungskette). Diese ist zielgerichtet. Für die Verbindungsaus- kunft eines Verkehrsverbundes bedeutet dies z.B.: Daten mit spezifizierten Inhalten, sollen in abgestimmten Formaten dem Nutzer an einem für diesen zugänglichen Ort (auch virtuelle) verständlich bereitgestellt werden. Folgende Wegepunkte existieren hierbei in der Wertschöpfungskette: o Start Der Start der Wertschöpfungskette ist gleichzusetzen mit der Genese des Wert- schöpfungsprozesses und erfolgt durch den Datenerzeuger. o Wertschöpfungsprozess Der Wertschöpfungsprozess ist ein Bearbeitungsprozess, der eine Wertsteigerung erzeugt. Dieser Prozess kann durch den Datenerzeuger, den Datenbearbeiter oder den Nutzer und Dienstbetreiber durchgeführt werden. Er ist in Abschnitt 2.4.2.1 Wertschöpfungsprozess beschrieben. o Ziel Das Ziel der Wertschöpfungskette ist dann erreicht, wenn die Daten durch den Nut- zer/Dienstbetreiber in der Form bereitgestellt sind, dass sie durch den Dienstenut- zer verwendet werden können. Dabei sind mehrere Zielnutzer denkbar, beispielsweise die Verwendung von Fahr- plan-Istdaten durch den Betriebsleiter (interner Nutzer) oder durch den ÖV-Kunden (externer Nutzer) zur Echtzeit-Information. Auch die Bereitstellung von Fahrplan-Solldaten in verschiedenen Auskunftssystemen ist dadurch abbildbar, z.B. wenn Solldaten durch das Auskunftssystem eines Ver- kehrsverbundes und durch das Auskunftssystem der Deutschen Bahn ausgegeben werden. Dabei findet an einer Stelle in der Wertschöpfungskette eine Abzweigung des Daten-Bearbeitungsweges statt. Dadurch werden mehrere Ziele möglich und auch Zielkonflikte werden denkbar. Nämlich dann, wenn die Zielangebote in Kon- kurrenz stehen, zumindest teilweise die gleichen Daten verwenden aber unterschied- liche Anforderungen (z.B. hinsichtlich Qualität)an den öffentlichen Service stellen . Griffen freie Käufer/Verkäufer in den Datenfluss ein, wäre anzunehmen, dass auf- grund der dann weitläufigeren Verbreitung der Daten, Zielkonflikte häufiger auftreten würden. FoPS_70825_Abschlussbericht_v10.doc; Stand 26.11.2010
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- 40 - FoPS Datenrechte o Primärkette Die Primärkette ist die Wertschöpfungskette, die sich aus einer ursprünglichen Ziel- verwendung ergibt. o Sekundärkette Die Sekundärkette entsteht dadurch, dass für ein weiteres, sekundäres Ziel an einem bestimmten Punkt in der Primärkette ein Datensatz abgegriffen wird und im Sinne des sekundären Zieles weiterbearbeitet wird. Es sind selbstverständlich auch Dritt-, Viertketten usw. denkbar. FoPS_70825_Abschlussbericht_v10.doc; Stand 26.11.2010
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