Stand und Entwicklung der staatlichen Fachhochschulen (FHen) in Schleswig-Holstein

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Schleswig-Holsteinischer Landtag - 18. Wahlperiode       Drucksache 18/5002  Das Mentoring-Projekt „Migration und Bildung“ wurde 2010 konzipiert. Ziel ist es, junge Menschen mit Migrationshintergrund zu einem Hochschulstu- dium zu ermutigen und ihnen den Eintritt ins Studium zu erleichtern. Seit 2011 werden jedes Jahr fachübergreifend Studierende zu MentorInnen ausgebildet. Studentische MentorInnen, großenteils mit eigenem Migrati- onshintergrund, engagieren sich ehrenamtlich beratend in ihrer Communi- ty, beraten kultursensibel und teilweise muttersprachlich in Familien und Schulen und wirken durch dieses studentische Engagement als Vorbild. Bereits 79 Studierende haben die Ausbildung als MentorIn absolviert. Aus dem Projekt „Migration und Bildung“ entwickelt sich seit 2015 ein Enga- gement für studieninteressierte Geflüchtete. Seit April 2016 berät ein Men- tor im DAAD-geförderten Projekt “welcome“ Geflüchtete auf Arabisch und unterstützt die Zentrale Studienberatung bei Gruppenveranstaltungen für Flüchtlinge mit Studieninteresse. Es finden Veranstaltungen wie die öffent- liche Podiumsdiskussion “Migration und religiöser Wandel“(2015) statt.  Das Projekt „Lehre vielfältig gestalten - Qualifizierte Betreuung & Innovati- ve Studienmodelle“ hat von 2012-2015 im Teilprojekt “Verbesserung der Beratung für spezielle Studieninteressierte und Studierende mit besonde- rem Beratungsbedarf“ durch Personalaufstockung die Beratungskapazität der Zentralen Studienberatung erhöht. Es konnte das besonders von Menschen mit Studienhemmnissen gerne genutzte niedrigschwellige An- gebot einer wöchentlichen offenen Sprechstunde initiiert werden.  Die Fachhochschule Kiel unterstützt das Projekt „Arbeiterkind“ an der CAU.  Seit nahezu 25 Jahren (seit 1992) gibt es an der FH Kiel das Institut für In- terdisziplinäre Genderforschung und Diversity (IGD), das seit Bestehen die Integration der Gender- und Diversityperspektive in die unterschiedli- chen Kontexte der Fachhochschule hinein unterstützt. Das IGD hat zahlreiche erfolgreiche Forschungs- und Projektarbeiten zu gender- und diversityspezifischen Fragestellungen in unterschiedlichen Feldern, insbesondere im MINT-Bereich, durchgeführt und dabei - Studierende als wissenschaftliche Hilfskräfte eingebunden, - Studien mit FH-Studierenden zu entsprechenden Themenstellungen zum Nutzen der Institution durchgeführt, - interkulturelle Dialoge gefördert und zum Abbau von Vorurteilen und Diskriminierung bei Studierenden beigetragen, 11
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Drucksache 18/5002         Schleswig-Holsteinischer Landtag - 18. Wahlperiode -    Wissenstransfer zu Gender & Diversity in Form von Vorträgen, Ta- gungen, Workshops, Seminaren, Sommerschulen und Publikationen betrieben.   Das Gleichstellungsbüro unterstützt das Thema Diversität mit: - Veranstaltungen in den Interdisziplinären Wochen (IDW) zu verschie- denen Diversity-Merkmalen. - Unterzeichnung der Lübecker Erklärung für Akzeptanz und Respekt am 13. November 2015 (Erklärung vom Bündnis gegen Homophobie im Rahmen des Aktionsplans für Akzeptanz vielfältiger sexueller Iden- titäten des Landes Schleswig-Holstein entwickelt) -    Hissen der Regenbogenflagge zum Internationalen Tag gegen Homo- phobie 17. Mai 2016 -    Studie und Umfrage zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf -    Strukturelle Umsetzung von Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf bzw. Studium (audit familiengerechte Hoch- schule) -    Diversitysensible Bildsprache: Auf der FH Homepage sowie in allen anderen Informationsmaterialien bemüht sich die FH Kiel um eine diversitysensible Schrift- und Bildsprache. FH Lübeck:  Barrierefreier Zugang zum neuen Seminargebäude  Aufnahme von Diversity als Ziel der Internationalisierungsstrategie  Angebote im Bereich Career Development für ausländische Studierende  Angebote für Geflüchtete direkt an der Hochschule, z.B. „open faculty“ Veranstaltung  Barrierefreie Website  TOTAL E-QUALITY (TEQ) Prädikat 2011-2013; 2014-2106; 2017-2019 TOTAL E-QUALITY steht für Total Quality Management (TQM), ergänzt um die Gender-Komponente (Equality). Durch die Prädikatsvergabe soll das Ziel, Chancengleichheit von Frauen und Männern im Beruf zu etablie- ren und nachhaltig zu verankern, sichtbar gemacht werden. Der Schwer- punkt liegt auf der Förderung von Frauen in Führungspositionen. Neben der Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht es um eine chancengerechte Personalbeschaffung und -entwicklung, um die Förderung partnerschaftli- chen Verhaltens am Arbeitsplatz und um die Berücksichtigung von Chan- cengleichheit in den Unternehmensgrundsätzen. 12
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Schleswig-Holsteinischer Landtag - 18. Wahlperiode     Drucksache 18/5002 FH Westküste: Die FHW hat mit den Personalvertretungen eine Dienstvereinbarung zur Perso- nalplanung, Personalentwicklung sowie zur Berücksichtigung von Gender Mainstreaming und besonderen Personalgruppen getroffen, um die Diversität (inklusive Migrationshintergrund) auszubauen. Die Dienstvereinbarung ist in der Anlage zu II. 4 beigefügt. 5. In welchen Fächern an FH‘ en gibt es Zulassungsbeschränkungen und wie hat sich seit 2010 die Aufnahmequote in diesen Fächern entwickelt? Antwort: Die zulassungsbeschränkten Studiengänge der Fachhochschulen sind der Anla- ge zur Frage II. 5, Teil I, zu entnehmen. Zur „Aufnahmequote“ wird auf Folgendes hingewiesen: Statistisch erfasst werden Bewerbungen für einen bestimmten Studiengang, da- rauf fußende Zulassungen sowie die letztendlichen Einschreibungen. Nicht jede zugelassene Bewerberin und jeder zugelassene Bewerber schreibt sich auch tatsächlich ein. Grund dafür sind Mehrfachbewerbungen, die auch zu Mehrfach- zulassungen führen. Aussagekräftig für die Auslastung der Fachhochschulen ist damit das Verhältnis von vorhandenen Studienplätzen zu den Einschreibungen. In der Anlage zu die- ser Frage (Teil II.) ist deshalb die sog. Auslastungsquote dargestellt (Verhältnis Studienanfängerplätze zu Einschreibungen). 6. Wie hat sich seit 2010 der Anteil der Studierenden mit abgeschlossener Berufs- ausbildung an den Studienanfängern der einzelnen FHen und Studiengänge entwickelt? Antwort: Eine Darstellung der Studiengänge mit den Zahlen der Studienanfängerinnen und -anfänger (gesamt) sowie denjenigen mit abgeschlossener Berufsausbildung (absolut und in Prozent) findet sich in Tabelle II.6 im Anhang. Die Anteile der Studienanfängerinnen und -anfänger mit abgeschlossener Be- rufsausbildung variieren sowohl innerhalb der Hochschulen als auch zwischen den verschiedenen Studiengängen als auch zwischen den verschiedenen Jahren 13
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Drucksache 18/5002          Schleswig-Holsteinischer Landtag - 18. Wahlperiode bei denselben Studiengängen zum Teil sehr stark. Entwicklungstendenzen im Sinne einer Steigerung oder eines Rückgangs lassen sich daraus nicht verläss- lich oder belastbar ablesen. Die FH Kiel hat insgesamt über alle Studiengänge den höchsten Anteil an Anfängerinnen und Anfängern mit abgeschlossener Be- rufsausbildung, die FH Lübeck insgesamt einen relativ niedrigen Anteil. Erkennt- nisse über mögliche Gründe für diese Unterschiede liegen nicht vor. 7. Wie hat sich seit 2010 der Anteil der Studierenden ohne allgemeine oder fachge- bundene Hochschulreife an den Studienanfängern der einzelnen FHen und Stu- diengänge entwickelt? Antwort: Auch hier lassen sich Entwicklungstendenzen nicht erkennen. Insgesamt liegen die Zahlen der Studienanfängerinnen und -anfänger ohne allgemeine oder fach- gebundene Hochschulreife aber deutlich unter der in Frage II.6 betrachteten Gruppe. Die Einzelheiten sind der Tabelle II.7 im Anhang zu entnehmen. 8. Wie viele der Studierenden haben seit 2010 ihr Studium innerhalb der Regelstu- dienzeit absolviert? Antwort: Die Ergebnisse zu den Studiendauern der Studierenden an den Fachhochschu- len nach Semestern finden sich in der Tabelle II.8 im Anhang. Da nicht einzelne Studiengänge aufgeschlüsselt sind, wird für die BA- Studiengänge insgesamt eine Regelstudienzeit von 6 Semestern, für MA- Studiengänge von 4 Semestern angenommen. Der Tabelle ist zu entnehmen, dass die meisten Studierenden in BA- Studiengängen zwischen dem 6. und 8. Semester ihr Studium absolvieren. In MA-Studiengängen schließen die meisten Studierenden ihr Studium nach 4 bis 6 Semestern ab. Aufgrund des seit Jahren bestehenden Trends zu längeren Se- mesterzeiten wird die Kennzahl „Studierende in der Regelstudienzeit“ zuneh- mend durch die Kennzahl „Studierende in der Regelstudienzeit plus 2 Semester“ substituiert. Es ist darauf hinzuweisen, dass die errechneten Werte keine Absolventenquote nach der amtlichen Statistik darstellen, da kein Bezug auf die Studierendenzahl genommen wird. Die Werte stellen lediglich dar, wie groß die Teilgruppe aller Absolventen im betrachteten Zeitraum ist. Legt man diesen Maßstab zugrunde, ergibt sich das in der Tabelle dargestellte Bild. 14
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Schleswig-Holsteinischer Landtag - 18. Wahlperiode     Drucksache 18/5002 9. Hat sich die durchschnittliche Studiendauer seit 2010 verändert? Wenn ja, wie? Inwieweit weicht dieser Befund von dem der Universitäten ab? Antwort: Die Ergebnisse zu den Studiendauern finden sich in Tabelle II.9 im Anhang. Er- mittelt man den Durchschnittswert über alle Studiendauern der BA- und MA- Studiengänge der Fachhochschulen, so stellt man fest, dass sich die Studien- dauer von 2010 bis 2014 sehr unterschiedlich verändert hat. In den BA Studien- gängen ist eine signifikante Steigerung der Studiendauer mit Ausnahme der Fachhochschule Westküste zu verzeichnen, in den MA-Studiengängen dagegen ein leichter Rückgang der Studiendauer mit Ausnahme der Hochschule Flens- burg über den betrachteten Zeitraum von 2010 bis 2014. Eine ähnliche Tendenz zeigt sich auch bei den BA Studiengängen der Universitäten in Kiel und Lübeck, wohingegen die Studiendauer in BA-Studiengängen an der Europa-Universität Flensburg leicht zurückging. Die Studiendauer der MA-Studiengänge ist an der Universität Kiel leicht gestiegen, an der Universität zu Lübeck sowie an der Euro- pauniversität Flensburg leicht gesunken. 10. Welche sind die wichtigsten Gründe für das Überschreiten der Regelstudienzeit? Antwort: Das Einhalten bzw. Nicht-Einhalten der Regelstudienzeit ist ein Qualitätsmerkmal der Hochschulen. Je höher der Anteil der Absolventinnen und Absolventen in- nerhalb der Regelstudienzeit oder mit nur geringer Überschreitung derselben ist, umso besser sind tendenziell Qualität und Organisation der Lehre. Das Merkmal dient nicht dazu, Studierende bzw. Absolventinnen oder Absolventen zu bewer- ten oder zu beurteilen. Die Gründe für ein Überschreiten der Regelstudienzeit werden nicht statistisch erfasst. Die folgenden wichtigsten Gründe, die die Fachhochschulen benannt haben, basieren teilweise auf Absolventenbefragungen, sind aber anderenteils auch nur erfahrungsbasierte Vermutungen:  Aufnahme einer Berufstätigkeit / eines Mini Jobs zur Studienfinanzierung  Unternehmensseitige Anforderung an ein verpflichtendes Betriebspraktikum länger als gemäß Studienordnung vorgesehen  Schulische Defizite in den MINT-Fächern  Prüfungsangst  „Teilzeit“-Studium neben Beruf, Familie und Pflege 15
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Drucksache 18/5002           Schleswig-Holsteinischer Landtag - 18. Wahlperiode     Auslandssemester     Sprachliche Probleme (internationale Studierende)     unvorhergesehene persönliche Schicksale (langfristige & schwere Erkran- kungen etc.) 11. Wie weit wird an den FHen Gebrauch von sogenannten Freischussregelungen gemacht? Antwort: Lediglich an der Fachhochschule Kiel gibt es sogenannte Freischussregelungen, von denen wie folgt Gebrauch gemacht wurde: Fachhochschule Kiel       Männliche Studierende       Weibliche Studierende 2010                        1023                        360 2011                         904                        273 2012                         541                        198 2013                         485                        207 2014                         384                        178 2015                         241                        137 Gesamt                        3578                       1353 12. Wie hat sich die Studienerfolgsquote seit 2010 entwickelt (aufgeschlüsselt nach Jahren und Fachhochschulen aufgeschlüsselt)? Inwieweit weicht dieser Befund von dem der Universitäten ab? Antwort: Die Studienerfolgsquote wurde erstmalig im Jahr 2014 erhoben, demzufolge ist eine Betrachtung seit 2010 nicht möglich. Es ist jedoch aufgrund dieser einen Erhebung möglich, die Ersteinschreiberjahrgänge 2002 bis 2006 miteinander und die Schleswig-Holsteinischen mit den bundesweiten Ergebnissen zu vergleichen. Eine eindeutige Tendenz für die Entwicklung der Erfolgsquote in Schleswig- Holstein ist nicht festzustellen. Die Fachhochschulen Schleswig-Holsteins haben seit dem Ersteinschreiberjahrgang 2003 immer höhere Erfolgsquoten als der Bundesdurchschnitt vorzuweisen. Sie liegen zwischen 71,8 und 78,6. Darüber hinaus liegt die Erfolgsquote der Fachhochschulen grundsätzlich über denen der Universitäten, wobei die Universitäten sich im Laufe des Betrachtungszeitraumes jedoch verbessert haben und es so zu einer Annäherung der Erfolgsquoten von Fachhochschulen und Universitäten in Schleswig-Holstein kommt. 16
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Schleswig-Holsteinischer Landtag - 18. Wahlperiode     Drucksache 18/5002 13. Liegen der Landesregierung Daten darüber vor, wie sich seit 2010 die Zahl der Studierenden entwickelt hat, die von einem Studium an einer FH zu einem Studi- um an einer Universität oder künstlerischen Hochschule oder umgekehrt ge- wechselt haben? Falls ja, welche? Antwort: Es liegen der Landesregierung keine verlässlichen Daten über Hochschulwechs- ler vor. Die Hochschulen verfügen - wenn überhaupt - über unterschiedliche Da- ten entweder über Hochschulwechsler an die eigene Hochschule oder über Stu- dierende, die bei Verlassen der Hochschule als Exmatrikulationsgrund einen Hochschulwechsel angegeben haben. Die Zahlen der Hochschulen sind deshalb nicht vergleichbar. Mit der neuen Studierendendatenverordnung vom 8. Septem- ber 2016 wird es künftig aber möglich sein, Daten zur Erstellung einer Studien- verlaufsstatistik zu erheben. Belastbare Daten bzw. Erkenntnisse werden daraus aber erst in einigen Jahren ablesbar sein, wenn wenigstens eine Studiengangs- kohorte die Studiengänge absolviert hat. 14. Welche Maßnahmen ergreifen die FHen, um die Zahl der Langzeitstudierenden und der AbbrecherInnen zu reduzieren? Antwort: Um die Zahl der Langzeitstudierenden und der AbbrecherInnen zu reduzieren, ha- ben die Fachhochschulen nach eigenen Angaben folgende Maßnahmen ergriffen: Die Hochschule Flensburg hat für potentielle StudienabbrecherInnen seit dem WS 2012/13 im Rahmen des Qualitätspaktes Lehre unterschiedliche Maßnah- men entwickelt und umgesetzt, die diesen Studierenden ein frühzeitiges Bera- tungsangebot unterbreiten und damit verbunden in Kooperation mit der Agentur für Arbeit, der Handwerks- sowie der Industrie- und Handelskammer einen Weg der neue Orientierung anbieten. Ziel ist es, diesen Studierenden sehr frühzeitig (nach Möglichkeit noch vor dem 3. Studiensemester) alternative Berufswege auf- zuzeigen und Ihnen gegebenenfalls Ausbildungsplätze bei Unternehmen anzu- bieten. Die FH Kiel unterstützt die Studierenden durch Entzerrung des Studiums, indem sie dort, wo es sinnvoll und zielführend ist, das Bachelorstudium von sechs auf sieben Semester verlängert hat. Zugleich hat sie die Studienangebote diversifi- ziert, d.h. sie bietet den Studierenden - ihren jeweiligen Fähigkeiten und Möglich- 17
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Drucksache 18/5002           Schleswig-Holsteinischer Landtag - 18. Wahlperiode keiten entsprechend - verschiedene Wege zum gleichen Ziel an. Im Rahmen der Studienberatung bietet sie nicht nur persönliche Einzelfallberatung an, sondern bietet in Kooperation mit der CAU und der Muthesius Kunsthochschule, der Agentur für Arbeit, der Handwerkskammer Lübeck und der IHK Kiel die Veran- staltung „Kursänderung“ an. Ziel dieser Veranstaltung ist nicht primär die Redu- zierung der Zahl von Studienabbrüchen, sondern neue Perspektiven durch Stu- dienfach- und/oder Hochschulwechsel oder Aufnahme einer Ausbildung aufzu- zeigen. Hinzu kommen nachhaltige Lernpraktiken („Second Cycle Learning“) und die IDW-Veranstaltung „Lernen lernen“ (effektives Lernen durch Zeitmanage- ment, Umgang mit Prüfungsangst) An der FH Lübeck werden im Rahmen des Projektes „Einstieg ins Studium“ (gemeinsam mit der Universität zu Lübeck, aus dem Qualitätspakt Lehre finan- ziert) z.B. Tutorien angeboten bzw. durchgeführt. Im Rahmen der Beratung „Career Development“ werden einschlägige Veranstaltungen zu Schlüsselkom- petenzen, Arbeitsorganisation angeboten. Auch im Rahmen der Verbesserung der Familienfreundlichkeit an der FH Lübeck z.B. Beratungsprogramme und Un- terstützung für Betreuungsangebote von Kindern, soll helfen die Zahl von Lang- zeitstudierenden und der AbbrecherInnen zu reduzieren.. Die FH Westküste hat vor allem die Studienberatung und die Tutorien ausge- baut. Darüber hinaus arbeitet sie verstärkt mit der Agentur für Arbeit zusammen, um die sozialen Folgen eines Studienausstiegs zu minimieren. Dabei geht es vor allem um ein qualifizierte Beratung etwa zu alternativen Ausbildungen im, dualen Berufsbildungssystem. 15. Werden von den FHen die Gründe für einen Abbruch erhoben? Wenn ja, wel- ches sind die häufigsten Abbruchgründe? Antwort: Die Gründe für einen Abbruch des Studiums werden teilweise, aber nicht flä- chendeckend über Befragungen im Rahmen des Exmatrikulationsvorganges oder über einzelne Studien erhoben. Die Gründe können vielfältig sein. Daher ist zu unterscheiden, ob jemand ein Studium abbricht und nicht weiter studiert oder an- derweitig studiert. Insgesamt spricht man daher über einen Schwund von Studie- renden bzw. von einem Gesamtverlust von Studierenden in einem bestimmten Bereich eines Studienanfängerjahrgangs. Hier sind folgende Schwundgründe zu erkennen: 18
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Schleswig-Holsteinischer Landtag - 18. Wahlperiode      Drucksache 18/5002 -    Studiengangs-/Hochschulwechsel (z.B. Ortswechsel aus persönlichen Grün- den) -    Unterbrechung des Studiums -    Das Studium entspricht nicht den Erwartungen -    Fehlender Kontakt zu Lerngruppen -    Leistungen konnten nicht erbracht werden 16. In welcher Art und Weise unterstützen die FHen die Studierenden bei der Auf- nahme eines Praxissemesters und in dessen Verlauf? Antwort: Die Fachhochschulen unterstützen die Studierenden bei Praxissemestern, indem sie Kontakt zwischen Studierenden und Unternehmen herstellen und Prakti- kumsplätze vermitteln. Diese Unterstützung wird durch Praktikumsbeauftragte, Praktikantenämter und einzelnen Lehrenden geleistet. Beispielsweise veranstal- ten die Hochschulen Firmenkontakttage, stellen Listen/Datenbanken über Ange- bote zu Praktikumsplätzen sowie Musterverträge zwischen Studierenden und Ar- beitgebern bereit und beraten allgemein. Zusätzlich helfen die International Offices der Hochschulen bei einem Praktikum im Ausland. III. Professorinnen, Professoren, wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 1. Wie viele Professorenstellen gibt es seit 2010 an den einzelnen FHen in den vorhandenen Studiengängen, wie hoch ist der Frauenanteil, und wie ist jeweils die Relation zwischen Professorenstellen und Studierenden? Antwort: Die detaillierten Angaben hierzu finden sich in Tabelle III.1 im Anhang. Die Frage nach der Relation lässt sich sinnvoll nur bzgl. der vorhandenen „Köpfe“ (Profes- sorinnen und Professoren) beantworten. Das Verhältnis „Stellen Professur zu Studierenden“ hat keine verwertbare Aussagekraft, weil zum Einen nicht jede Stelle besetzt sein muss und es zum Anderen auch Personal gibt, welches nicht auf Stellen geführt wird (aus dem Hochschulpakt finanziertes Personal). Die ta- bellarische Darstellung enthält deshalb nicht die Stellen, sondern die tatsächlich vorhandenen Personen. Nur auf dieser Basis ist auch der Frauenanteil darstell- bar. 19
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Drucksache 18/5002           Schleswig-Holsteinischer Landtag - 18. Wahlperiode 2. Wie viele Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es seit 2010 an den einzelnen FHen in den vorhandenen Studiengängen, und wie ist jeweils die Relation zwischen Mitarbeiterstellen und Studierenden? Antwort: Bezogen auf die Frage nach Stellen und der Relation zu den Studierenden gilt hier das schon zu Frage III.1 Ausgeführte. Die Zuordnung zu den einzelnen Stu- diengängen konnten die Fachhochschulen nicht liefern, weil die Personen zum Teil in mehreren verwandten Studiengängen tätig sind. Die Darstellung in der Tabelle III.2 im Anhang beschränkt sich deshalb auf die Zuordnung zu Fächer- gruppen. 3. Wie viele Professuren und wissenschaftliche Mitarbeiterstellen wurden seit 2010 über Drittmittel finanziert? Antwort: Die detaillierten Angaben finden sich in der untenstehenden Tabelle. Dabei sind wiederum nicht Stellen dargestellt, sondern das tatsächlich vorhandene Perso- nal. Dabei wird das wissenschaftliche Personal in Vollzeitäquivalenten geführt, weil es hier eine Vielzahl z.T. sehr unterschiedlich ausgestalteter Teilzeitmodelle gibt. Professuren           Wiss. Personal HS Flensburg       (Köpfe)               (VZÄ) 2010                     1                19,95 2011                     1                27,78 2012                     2                40,89 2013                     2                36,22 2014                     2                30,46 2015                     2                33,31 2016                     2                26,61 FH Kiel 2010                     0                  6,25 2011                     0                10,69 2012                     0                16,97 2013                     0                20,31 2014                     0                19,85 2015                     0                20,43 2016                     0                23,49 FH Lübeck 2010                     3                  9,99 2011                     4                  9,15 20
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