Breitbandige Anbindung an das deutsche Forschungsnetz
SCHLESWIG-HOLSTEINISCHER LANDTAG Drucksache 18/3468 18. Wahlperiode 26.10.2015 Kleine Anfrage des Abgeordneten Volker Dornquast (CDU) und Antwort der Landesregierung - Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung Breitbandige Anbindung an das deutsche Forschungsnetz Vorbemerkung des Fragestellers: Eine breitbandige Anbindung an das deutsche Forschungsnetz ist für den Austausch großer Datenmengen mit anderen Forschungseinrichtungen und damit für die Zu- kunftsfähigkeit des Forschungsstandort Schleswig-Holstein essentiell. Vorbemerkung der Landesregierung: Die Hochschulen des Landes (mit Ausnahme der beiden künstlerischen Hochschu- len) sind Mitglied im DFN e.V. Deutsches Forschungsnetz. Das DFN ist das von der Wissenschaft selbst organisierte Kommunikationsnetz für Wissenschaft und For- schung in Deutschland. Es verbindet Hochschulen und Forschungseinrichtungen miteinander und ist nahtlos in den europäischen und weltweiten Verbund der For- schungs- und Wissenschaftsnetze integriert. Über mehrere leistungsstarke Aus- tauschpunkte ist das DFN ebenfalls mit dem allgemeinen Internet verbunden. Für die Schleswig-Holsteinischen Hochschulen befindet sich der sog. Kernnetzkno- ten im Rechenzentrum der CAU.
Drucksache 18/3468 Schleswig-Holsteinischer Landtag - 18. Wahlperiode 1. Wie bewertet die Landesregierung den aktuellen Stand der Breitbandanbindung der schleswig-holsteinischen Hochschulen insgesamt? a) Ist bei der derzeitigen Internetbandbreite ein effektiver Datenaustausch möglich? b) Falls nein, auf welchem Wege werden die Daten dann übermittelt? Antwort: Die Hochschulen mieten beim DFN-Verein die entsprechenden Leitungen (Glasfa- sernetz) und können dabei selbst über die notwendige Übertragungsbreite entschei- den. Die Landesregierung geht grundsätzlich davon aus, dass die Hochschulen die entsprechenden Anmietungen ihrem Bedarf entsprechend ausgestalten und damit einen effektiven Datenaustausch sicherstellen. 2. Wie bewertet die Landesregierung den aktuellen Stand der Breitbandanbindung der Forschungszweige an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel? Antwort: Für Forschungsgebiete der CAU, die den Austausch großer Datenmengen erfordern, ist eine großvolumige Anbindung an das deutsche Forschungsnetz erforderlich. Das betrifft insbesondere den erfolgreichen Forschungsschwerpunkt Life Science, in dem mit Hochdurchsatztechnologien gearbeitet wird. a) Welche Maßnahmen hat die Landesregierung bereits ergriffen, um diese Situation zu verbessern? b) Welche Maßnahmen wird die Landesregierung ergreifen, um diese Situation zu verbessern? Antwort auf die Unterfrage a) und b): Die Globalzuschüsse der Hochschulen sollen vorbehaltlich der Entscheidung des Landtages ab 2016 um 10 Mio. Euro und in den Jahren 2017 bis 2019 um jeweils 5 Mio. Euro erhöht werden. Aus diesem Mitteln können die Hochschulen - soweit er- forderlich - eine Ausweitung der Bandbreite finanzieren. c) Welche Auswirkungen hat eine zu geringe Bandbreite auf die Wettbewerbsfähig- keit der Forschungszweige? Antwort: Je geringer die Übertragungsbandbreite ist, umso länger dauert der Datentransfer etwa zwischen den Hochschulen, zu einer externen Datenbank oder zu einem exter- nen Höchstleistungsrechenzentrum. Die eigentliche Forschungstätigkeit wird dadurch 2
Schleswig-Holsteinischer Landtag - 18. Wahlperiode Drucksache 18/3468 in der Regel nicht beeinträchtigt, die Rechengeschwindigkeit hängt - außer in den Fällen, in denen simultan zwischen den Rechenzentren Daten ausgetauscht werden müssen - nicht von der Übertragungsbandbreite ab. d) Welche Auswirkungen hat eine zu geringe Bandbreite auf die Arbeit der schles- wig-holsteinischen Exzellenzcluster? Antwort: Die Hochschulen haben zur Vorbereitung auf ein Nachfolgeprogramm zur Exzellenz- initiative Anträge auf eine Förderung aus dem Struktur- und Exzellenzbudget gestellt. Eine Unterstützung des Netzwerkausbaus wurde nicht thematisiert und nicht bean- tragt. Es gibt keine Hinweise, dass die Exzellenzcluster durch den derzeitigen Band- breitenausbau benachteiligt sind. e) Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, um die Bandbreite zu erhöhen? Antwort: Die Hochschulen müssen höhere Kapazitäten bei dem Deutschen Forschungsnetz- werk anmieten. 3. Wie bewertet die Landesregierung die Auswirkungen eines Breitbandausbaus für die Wettbewerbsfähigkeit der schleswig-holsteinischen Hochschulen? Antwort: Da die Hochschulen miteinander sowie mit anderen wissenschaftlichen Einrichtun- gen über das Netz des DFN-Vereins verbunden sind, hat der Breitbandausbau des Landes insoweit keine Auswirkungen. 3