LANDTAG NORDRHEIN-WESTFALEN - 16. Wahlperiode Drucksache 16/11123 Die Welt (08.01.2016) zitiert im Rahmen eines anonymisierten Interviews einen Polizeibeam- ten, der mit den am Kölner Hauptbahnhof eingesetzten Beamten „im Austausch“ stehe. Dieser berichtet, dass die Kölner Polizeiführung auch mit Blick auf die Art der begangenen Straftaten zunächst falsche Angaben gemacht habe. Die Reaktion der eingesetzten Beamten auf die Aussagen des Kölner Polizeipräsidenten am Dienstag, es gebe bislang keinen Hinweis darauf, dass Flüchtlinge an den Taten beteiligt gewesen seien, schildert er so: „So einige Beamte dürften geschluckt haben, als sie das gehört haben.“ Vorbemerkung der Landesregierung Mit dem Bericht des Ministeriums für Inneres und Kommunales zu den von der FDP-Fraktion beantragten Tagesordnungspunkten „Aktueller Sachstand zu massiven Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln und anderen NRW-Städten„ „Aktueller Sachstand zu Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht am Bielefelder Boule- vard„ „Sachstand polizeilicher Ermittlungen und Maßnahmen gegen bekannte Tätergruppen mit arabischen bzw. nordafrikanischen Wurzeln in Köln und Düsseldorf: Ta- schendiebstähle, Antanzen, Drogenhandel oder Raubüberfälle mit Körperverletzung – Düssel- dorfer SOKO Casablanca zählt über 2.200 Tatverdächtige; Kölner Ermittler kritisieren Justiz“ wurde in der Sitzung des Innenausschusses am 21.01.2016 ausführlich berichtet (Vorlage 16/3242). Dieser Bericht ergänzt den Bericht des Ministeriums für Inneres und Kommunales vom 10.01.2016 für die Sonder-Innenausschusssitzung vom 11.01.2016 (Vorlage 16/3642). 1. Liegen dem Innenministerium Informationen vor, aus denen hervorgeht, ob – und wenn ja welche – Personen innerhalb der Kölner Polizeibehörde das Verschweigen der Herkunft der mutmaßlichen Täter im offiziellen WE-Bericht veranlasst haben? 2. Liegen dem Innenministerium Informationen vor, aus denen hervorgeht, ob – und wenn ja welche – Personen innerhalb der Kölner Polizeibehörde veranlasst haben, die begangenen Sexualstraftaten zunächst als Bestandteil von Trickdiebstählen zu relativieren? 3. Haben Stellen der Landesregierung, insbesondere des zuständigen Innenministeri- ums, die Kölner Polizeiführung im Vorfeld oder kurz nach den Übergriffen am Sil- vesterabend dazu angehalten, Informationen, die eine Beteiligung von Flüchtlingen an den Taten nahelegen, zu verschweigen? 4. Ab welchem Zeitpunkt (Tag und ungefähre Uhrzeit) lagen dem Innenminister Infor- mationen zum tatsächlichen Charakter der am Silvesterabend am Kölner Haupt- bahnhof be-gangenen Straftaten vor? 5. Ab welchem Zeitpunkt (Tag und ungefähre Uhrzeit) lagen dem Innenminister Infor- mationen zur Herkunft der am Silvesterabend am Kölner Hauptbahnhof kontrollier- ten Personen vor? Zu den Fragen 1. bis 5. siehe Vorbemerkungen 2