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Ministerium für Bildung und Kultur                                  Schriftliche Abiturprüfung
Schleswig-Holstein                                                                         2011

                                   Kernfach Mathematik


d) Nun ist der Erreger auch auf der kleinen Insel Paradisia“ eingeschleppt worden. Der Erreger
                                                 ”
   hat exakt 5 % der 20-köpfigen Inselbevölkerung befallen.
   Es sollen 10 Personen der Inselbevölkerung zufällig ausgewählt werden. Die Zufallsvariable
   X beschreibe die Anzahl der sich darunter befindenden I-Personen.
   Untersuchen Sie, ob die Wahrscheinlichkeitsverteilung von X durch die Binomialverteilung
   bzw. die hypergeometrische Verteilung angemessen beschrieben werden kann.
                                                                                          (3 P)




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Tabelle zur Normalverteilung, Werte der Gaußschen Integralfunktion ®

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Tabelle zur Normalverteilung, Werte der Gaußschen Integralfunktion ®

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Erwartete Schülerleistung Zuordnung

 

 

Teilaufgabe a)
Es kennzeichne | das Ereignis „Eine Person ist infiziert“ und T das Ereignis
„Der Test zeigt ein positives Ergebnis“. 1
P(INnT)=P(T)- P,(T) = 0,05 - 0,94 = 0,047
P(INT) = 0,05 — 0,047 = 0,003
P(INT) = P(T)- P(T) = 0,95 - 0,08 = 0,076
P(INT) = 0,95 — 0,076 = 0,874

T Tr
este] i

 

 

a T 0,047
I
0,05 ne
T 0,003
T 0,076
09 0,08
I
0,9 re
T 0,874
0,047
0,12
0,076
0,003
0,8
0,874

 

 

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Erwartete Schülerleistung Zuordnung

P(TNT) 0,076
P(T) 0,123
P(TNI) _ 0,003
P(T) 0,877

 

Pr(T) = = 0,6179

Pl) = = 0,0034

Beispielbewertungen:

Für den Fall, dass der Schnelltest positiv ausgefallen ist, müssen sich ge-
nauere Untersuchungen anschließen, da über 60% der positiv getesteten
Personen trotz des positiven Testergebnisses gesund sind. Damit zeigt der
Prozentsatz 60 % auch, dass man als Positiv-Getesteter guten Gewissens
hoffen kann, dass man doch nicht vom Erreger befallen ist.

Bei einem negativen Schnelltestergebnis, das keine weiteren Untersuchun-
gen nach sich zieht, liegt nur mit sehr kleiner Wahrscheinlichkeit eine In-
fektion vor, dieses Risiko ist wohl in Kauf zu nehmen.

Teilaufgabe b)

Bei einer großen Gesamtbevölkerung kann die Zufallsvariable X, die die An-
zahl der W-Personen unter den 1000 auszuwählenden Personen beschreibt,
als binomialverteilt mit den Parametern n = 1000 und p = 0,05 angesehen
werden.

Da o®=n-p-(1-p) = 1000 - 0,05 - 0,95 = 47,5 > 9 gilt, kann X auch
näherungsweise als normalverteilt angesehen werden.

PIX<3) x Ö (Si) > (2,10) z 0,0179

P(X >60) = 1-P(X<8)z21-®& () = 1 &(1,38)
1 0,9162 = 0,0838

 

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Teilaufgabe c)

Es soll bestätigt werden, dass bei weniger als 10% der Probanden keine
erfolgreiche Bekämpfung der Hautveränderung zu beobachten ist. Daher
wird das Gegenteil als zu testende Nullhypothese angenommen:
H:p>01.

Es kennzeichne nunmehr die Zufallsvariable X die Anzahl der Probanden,
bei denen die W-Krankheit durch Contra-W nicht erfolgreich bekämpft wer-
den kann.

X ist binomialverteilt mit den Parametern n = 850 und p = 0,1, da diese
Wahrscheinlichkeit den ungünstigsten Fall bzgl. FH, darstellt.

Wegen o? = n-p-(1--p) = 850-0,1-0,9 = 76,5 > 9 kann X näherungsweise
als normalverteilt angesehen werden.

Die Nullhypothese wird verworfen werden, wenn unter den 850 Versuchs-
personen relativ wenige nicht von der Hautveränderung befreit werden. Als
Verwerfungsbereich wird daher A = [| 0; k ] gewählt.

Peosir (X S k) z®d () < 0,003
ms < 2375
k < 845-275: 776,5 = 60,45

Der Ablehnungsbereich lautet daher [ 0;60] .

Ein Fehler zweiter Art wird bei diesem Test dann begangen, wenn die Null-
hypothese beibehalten wird, obwohl diese in Wirklichkeit falsch ist. Das
ist der Fall, wenn der Anteil der behandelten Personen, bei denen keine
Gesundung durch „Contra-W“ eintritt, bei weniger als 10 % liegt, das Test-
ergebnis aber trotzdem nicht im Ablehnungsbereich liegt (also mehr als 60
Nicht-Gesundungen beobachtet wurden).

 

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Teilaufgabe d)

Auf der Insel ist genau einer der 20 Bewohner infiziert.

Bei der Auswahl von 10 Bewohnern handelt es sich um eine Realisierung
des Modells „Ziehen ohne Zurücklegen“, deren zugehörige Zufallsvariable
durch eine hypergeometrische Verteilung mit den Parametern N = 20, n =
10, M = 1 richtig beschrieben wird. Dabei kann X die Werte O0 bzw. 1
annehmen.

Damit die hypergeometrische Verteilung durch eine Binomialverteilung ap-
proximiert werden kann, muss die Anzahl N der Inselbewohner sehr viel
größer als der Stichprobenumfang sein. Das ist hier nicht der Fall.

Nimmt man z. B. X als binomialverteilt mit n = 20 und p = 0,05 an, so
könnte X die Werte 0,1,2,....20 annehmen, wobei Pgy(X = 2) = 19%
beträgt. Auch dies zeigt, dass X (auch nicht näherungsweise) nicht durch
eine Binomialverteilung beschrieben werden kann.

 

 

Punktsummen

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Aufgabe 6: Stochastik
Vorbemerkung: Führen Sie stets geeignete Zufallsvariablen und Namen für Ereignis-
se ein. Machen Sie auch Angaben über die Verteilung der jeweiligen Zufallsvariablen.
Eine repräsentative Umfrage ergab, dass 60 % der Menschen eines bevölkerungsreichen Landes
einen Zugang zum Internet nutzen. Diejenigen, die einen Zugang zum Internet nutzen, wurden
weiterhin gefragt, zu welchem Hauptzweck sie dies tun. Dabei erhielt man folgende Verteilung:
(Doppelnennungen waren nicht erlaubt.)


                     23 %    Reiseinformationen und Urlaubsbuchungen
                     33 %    Einkauf über das Internet
                     29 %    Persönliche Weiterbildung
                     15 %    sonstige



a) Betrachten Sie die folgenden Ereignisse A und B:
   A: Unter zwanzig zufällig auszuwählenden Internetnutzern befindet sich genau eine Person,
      ”
   die das Internet hauptsächlich für Reiseinformationen und Urlaubsbuchungen nutzt“.
   B: Unter zehn zufällig auszuwählenden Internetnutzern befinden sich mindestens zwei
       ”
   Personen, die das Internet hauptsächlich zur persönlichen Weiterbildung nutzen.“

   • Erläutern Sie, warum man strenggenommen die Binomialverteilung zur Berechnung der
     Wahrscheinlichkeiten für A und B nicht verwenden darf, sie aber eine sehr gute Näherung
     darstellt.
   • Berechnen Sie mithilfe der Binomialverteilung die Wahrscheinlichkeiten für die beiden
     Ereignisse.
   • Berechnen Sie mit einem Näherungsverfahren die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis
     C: Von 400 zufällig auszuwählenden Menschen des Landes gehören mindestens 250
        ”
     Personen und höchstens 260 Personen zur Gruppe der Internetnutzer.“
                                                                                  (11 P)
b) • Bestimmen Sie, wie viele Internetnutzer dieses Landes man mindestens befragen müsste,
     damit man mit einer Wahrscheinlichkeit von über 99 % wenigstens eine Person findet,
     die ihren Internetzugang hauptsächlich zum Einkauf nutzt.
   • In einem Wohnhaus wohnen 25 Personen, von denen 10 das Internet nutzen. Es sollen 5
     zufällig auszuwählende Hausbewohner befragt werden. Bestimmen Sie die Wahrschein-
     lichkeit, dass sich unter diesen mehr als 3 Internetnutzer befinden.
                                                                                   (8 P)




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c) Auf einer einwöchigen Computermesse präsentiert sich die Firma Z-Tel als neuer Internet-
   anbieter. Die Firma möchte Laptops zu einem Schnäppchenpreis anbieten. Man rechnet
   damit, dass 9 % aller Messebesucher einen solchen Laptop kaufen werden. Am ersten
   Messetag werden 1500 Besucher erwartet.

   • Berechnen Sie die Anzahl der am ersten Tag zu erwartenden Verkäufe.
   • Berechnen Sie, wie viele Laptops am ersten Tag bereitgestellt werden müssen, damit das
     Angebot für die Besucher mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 98 % ausreicht.
                                                                                      (8 P)
d) Um in diesem Land, in dem Z-Tel bisher keine Kunden hat, Kunden für Z-Tel zu
   gewinnen, soll ein Prozentsatz p der Menschen dieses Landes mit einem Werbebrief
   angeschrieben werden. Aus anderen Ländern hat Z-Tel die Erfahrung gemacht, dass 20 %
   der angeschriebenen Personen sich daraufhin innerhalb eines Monats für die Firma Z-Tel
   entscheiden, aber auch, dass sich 3 % der Menschen, die nicht angeschrieben wurden, in
   diesem Monat ebenfalls Z-Tel als Anbieter wählen.

   Ermitteln Sie den Mindestprozentsatz p, bei dem Z-Tel unter den obigen Voraus-
   setzungen nach einem Monat 4,5 % der Bevölkerung als Kunden hat.
                                                                            (3 P)




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