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This document is part of the request ”Gesprächsvorbereitung für Aussagen - BM bei hart aber fair”.
nachhaltiges Waldmanagement nutzen. „Ich bin gerne für diesen Wissensaustausch bereit - aber nach fairen Regeln und auf Augenhöhe. Vernetzung ist keine Einbahnstraße.“ Zur Stärkung der nachhaltigen Landwirtschaft hat Julia Klöckner die seit über dreißig Jahren erfolgreiche Agrarforschungskooperation weiter ausgebaut: „Es geht darum, die Landwirtschaft weltweit nachhaltiger zu gestalten. Dafür konnte ich in meinen Gesprächen sensibilisieren. Mein Ministerium leistet einen erheblichen Beitrag, um Chinas Weg zu einer nachhaltigen, umweltschonenden und modernen Landwirtschaft zu unterstützen. Deshalb habe ich ein bilaterales Doktorandenprogramm vereinbart. Mit diesem Austausch können wir unser Wissen vernetzen und von den Fortschritten in der Digitalisierung und der Biotechnologie in der Landwirtschaft profitieren.“ Hintergrund: Bundesministerin Klöckner ist vom 13. bis 16. Juni 2019 in China mit Stationen in Peking, Jiangsu und Shanghai. Begleitet wird die Ministerin von einer Delegation aus Vertretern von Unternehmen und Verbänden der Land- und Ernährungswirtschaft sowie interessierten Journalisten. Ziel der Reise ist es, die bilateralen Kooperationen mit China zu intensivieren und die Marktöffnung zu beschleunigen. Auf den Feldtagen des deutsch-chinesischen Ackerbauprojekts, die die Ministerin eröffnet, werden erfolgversprechende Ansätze im Ackerbau vorgestellt: der Humusaufbau und Bindung von Kohlenstoff im Boden sowie erweiterte Fruchtfolgen, um den Wassereinsatz zu reduzieren und die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen. So kann der Einsatz synthetischer Düngemittel reduziert werden, ohne Ertragsverluste hinnehmen zu müssen. Bilaterale Kooperation Die Projekte im Überblick: • Deutsch-Chinesisches Agrarzentrum (DCZ) in Peking Das Deutsch- Chinesische Agrarzentrum (DCZ) wurde im März 2015 vom BMEL und seinem chinesischen Partnerministerium als Kontakt- und Informationsstelle zur Förderung und Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China im Agrar- und Ernährungssektor gegründet. Aufgabe dieses Zentrums ist es, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis zusammenzubringen. • Kooperationsprojekt zur Weiterentwicklung der Tierzucht in China • Deutsch-Chinesischer Ackerbau- und Landtechnik-Demonstrationspark (DCALDP) 81
Das Deutsch-Chinesische Kooperationsprojekt zur Weiterentwicklung der Tierzucht in China und der Deutsch-Chinesische Ackerbau- und Landtechnik-Demonstrationspark (DCALDP) verfolgen als Demonstrationsprojekte das Ziel, einen Beitrag zur Entwicklung und Verbreitung nachhaltigerer, ressourcenschonender und effizienterer Bewirtschaftungsmethoden bzw. Haltungspraktiken in China zu leisten. Beide Vorhaben werden durch Wirtschaftspartner unterstützt, welche Landtechnik sowie Sach- und Betriebsmittel für die praktische Arbeit zur Verfügung stellen. Das Tierzuchtprojekt läuft seit 2010 und ist im Juli 2018 in die dritte Projektphase eingetreten. Der DCALDP wurde 2015 eröffnet und läuft seit August 2018 in der zweiten Projektphase. • Das Austauschprogramm für junge Fachkräfte im Agrarsektor (AEP) Seit Januar 2019 wird das neue Austauschprogramm für junge Fachkräfte im Agrarsektor (AEP) durchgeführt. Jährlich sollen bis zu 20 junge Fachkräfte an einem vierwöchigen Fortbildungsprogramm in dem jeweils anderen Land teilnehmen. Ziel ist, Teilnehmern Qualifikationen für künftige Management- und Führungsaufgaben zu vermitteln und den Wissenstransfer von Deutschland nach China und von China nach Deutschland zu unterstützen. Durch die Besuche deutscher Teilnehmer in China und die Ausdehnung des Programms über Unternehmen hinaus auf weitere Institutionen des Agrarsektors wird auch ein übergeordnetes deutsches Interesse bedient. Zusätzlich zu den vier längerfristig angelegten Vorhaben fördert das BMEL im Jahr 2019 zwei Vorhaben im Bereich Klima- und Umweltschutz. Das an das DCZ angegliederte Teilprojekt „Deutsch-Chinesische Kooperation im Bereich Landwirtschaft und Klimawandel“ dient dem Austausch zwischen deutschen und chinesischen Fachexperten zum Thema Klimaanpassung im Agrarsektor sowie der gemeinsamen Erarbeitung von politischen Handlungsempfehlungen, die zum Ziel haben, klimaschonende Anbauverfahren und Tierhaltungsmethoden in China zu fördern. Die Etablierung eines Austausches über spezifische Themen im Bereich Klimaanpassung, Fachexpertenreisen nach China und Deutschland sowie die Durchführung einer Konferenz zum Thema Klima und Landwirtschaft sollen die fachliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China zu diesem Thema fördern und vertiefen. Ein an das Tierzuchtprojekt angegliedertes Teilprojekt dient der „Etablierung eines Kompetenznetzwerkes für eine klima- und umweltfreundliche Nutztierhaltung in China“. Das Netzwerk soll einen konkreten Beitrag dazu leisten, bei Entscheidungsträgern in China das Bewusstsein für klima- und umweltrelevante Wirkungen der Nutztierhaltung zu stärken und die Verbreitung innovativer Verfahren und Technologien zur Verminderung von Treibhausgasen und zur Verbesserung der Umweltverträglichkeit lokaler Tierhaltungssysteme zu fördern. 82
Hinzu kommen bei der bilateralen Kooperation zwei ebenfalls am DCZ angesiedelte Vorhaben im Bereich Wald- und Forstwirtschaft: Die Beratungsstelle für Forstpolitik (Forest Policy Facility, FPF) und ein Pilotprojekt zur praktischen Erprobung einer nachhaltigen und multifunktionalen Waldbewirtschaftung in der Region Shanxi. 83
Was müssen Verbraucher ggf. ändern? Verbraucher sind genauso Teil der Lösung, wie des Problems: Ihre Nachfrage bestimmt das Angebot. Wir haben ein sehr gutes, qualitativ hochwertiges und reichhaltiges Angebot von Lebensmitteln – niemand macht sich im Supermarkt Gedanken darüber, wieviel Arbeit, Herzblut und Ressourcen in den Produkten stecken. Gut, dass große Teile der Bevölkerung für das Thema Klimaschutz sensibilisiert sind. Wichtig ist dann, auch seinen eigenen Lebensstil zu hinterfragen. Wir sind alle gefragt, etwas für das Klima und Umwelt zu tun (z.B., Auf Steingarten verzichten). Beispiele (Schlagzeilen zu SUV und Flugreisen werden eingeblendet) Autos / Juni 2019: SUV-Neuzulassungen auf Rekordniveau 84
REISEN: Flüge / Mai 2019: Zahl europaweiterund interkontinentaler Verbinden steigt erneut auf Rekordhoch Kreuzfahrten / 2018 Bei Deutschen so beliebt wie nie. 2018 reisten so viele deutsche Urlauber wie noch nie an Bord von Kreuzfahrtschiffen (2,26 Millionen) Lebensmittelverschwendung: 55 Kilogramm wirft der Deutsche im Schnitt pro Jahr weg. Damit gehen Ressourcen verloren. Denn für einen verzehrfertigen Apfel werden 70 Liter Wasser benötigt, für ein Kilogramm Käse sind es 5000 Liter. 85
Etwas abseitige Fragen: Was halten Sie von plant for the planet? Können Sie sich Kooperationen vorstellen? Die Initiative und Vater und Sohn … ist mir gut bekannt. Ihre Initiative begrüße ich sehr, denn sie mobilisiert sozusagen jedermann und bietet ihm oder ihr die Möglichkeit, sich überall auf der Welt mit kleinen oder auch großen Mitteln bei der Aufforstung zu engagieren. Zeigt: Jeder kann einen Beitrag leisten. Auch ihre Beiträge zur Bewusstseinsbildung bei jungen Menschen über den Wert und die Rolle von Wäldern weltweit sind sehr zu schätzen. Ich kann mir gut eine Kooperation mit unserem Waldbeauftragten vorstellen. Plant-for-the-Planet ist eine Stiftung, welche von … im Februar 2007 gegründet wurde. Kinder- und Jugendinitiative, deren Ziel es ist nach eigener Aussage, bei Kindern und Erwachsenen ein Bewusstsein für globale Gerechtigkeit und den Klimawandel zu schaffen und Letzterem durch Baumpflanzaktionen zu begegnen. Die Wiederaufforstung erfolgt vollkommen in Eigeninitiative, d. h. Schüler sprechen Förster oder 86
Umweltorganisationen an, die die Setzlinge zur Verfügung stellen und den waldpädagogischen Unterricht sowie die Pflege der Bäume übernehmen. Bonn, Berlin, Peking, Rom, Brüssel: Ihr Terminkalender zeigt: Sie sitzen viel im Flieger– wo versuchen Sie, Co2- einzusparen? Ich nehme den Flieger, wenn es der Terminkalender erfordert. Bei Kurzstrecken auch gern mal das Fahrrad. Wie ist die Klimabilanz Ihres Ministeriums? (Sind die Mitarbeiter aufgefordert bei Dienstreisen innerhalb Deutschlands den Zug zu nehmen – zum Beispiel bei Reisen zwischen Bonn und Berlin?) Dienstreisen werden soweit möglich auf das absolut notwendige Maß beschränkt. Besprechungen etc. werden wann immer möglich als Telefon-/Videokonferenzen durchgeführt. 87