Sehr
Antragsteller/in
da seit der Einreichung des IFG-Antrages einige Zeit verstrichen ist, erhalten Sie zu den Kernfragen Auskünfte, da sich der Forschungsstand seitdem deutlich verändert hat. Fragen, die nicht auf amtliche Informationen zielen, bleiben unbeantwortet.
Corona und Influenza
Die Gefährlichkeit des Virus hat sich besonders zum Jahreswechsel gezeigt. Die Zahl der COVID-19-Toten stieg von 8.994 am 2. Juli 2020 auf 33.071 am 31. Dezember 2020. Inzwischen ist die Zahl der COVID-19-Toten auf 84.829 (Stand: 10. Mai 2021) angewachsen. Eine Vergleichbarkeit mit dem Influenza-Virus ist nicht möglich, da Influenza derzeit nur eine äußerst geringe Verbreitung aufweist. Bei den SARS-CoV-2-Meldedaten nach IfSG handelt es sich um alle Infektionen in ganz Deutschland, die im Labor bestätigt, an die Gesundheitsämter gemeldet und ans RKI übermittelt wurden. Diese Zahlen sind die vom RKI täglich publizierten Fallzahlen für Deutschland.
Die virologische Surveillance der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) hingegen erfolgt seit vielen Jahren in Zusammenarbeit mit einem kleinen Teil der niedergelassenen Ärzteschaft in Deutschland (gut 100 primärversorgende Arztpraxen, so genannte Sentinelpraxen). Diese Arztpraxen werden gebeten, wöchentlich von maximal drei ihrer Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen Nasen- und Rachenabstriche durchzuführen und an das RKI einzusenden. Somit wird nur eine kleine Stichprobe aus der deutschen Bevölkerung erfasst. Im RKI werden die eingesandten Nasen- und Rachenabstriche auf verschiedene respiratorische Erreger untersucht, darunter auf Influenzaviren und seit Mitte Februar auch auf SARS-CoV-2. Ziel ist es, die zirkulierenden respiratorischen Viren zu erfassen und daraus Schlussfolgerungen in Bezug auf die Gesamtbevölkerung zu ziehen. Die Ergebnisse werden wöchentlich auf der AGI-Homepage veröffentlicht (
https://influenza.rki.de<
https://influenza.rki.de/> ).
Testzahlen
Die Angaben finden sich jeweils mittwochs in den seit dem 4. März 2020 vom Robert Koch-Institut täglich publizierten und öffentlich zugänglichen Situationsberichten (
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N... ).
KW
Anzahl Testungen
Positiv getestet
Positiv in %
übermittelnde Labore
bis KW10/2020
87.863
2.763
3,14%
48
11
127.457
7.582
5,9%
114
12
348.619
23.820
6,8%
152
13
360.964
31.347
8,7%
149
14
392.984
35.389
9,0%
143
15
379.233
30.728
8,1%
163
16
330.027
21.993
6,7%
167
17
347.578
17.367
5,0%
174
18
326.788
12.608
3,9
175
19
403.875
10.755
2,7
182
20
430.882
7.227
1,7
181
21
344.782
5.116
1,5
172
22
405.269
4.310
1,1
178
23
340.986
3.208
0,9
176
24
325.575
2.716
0,8
171
25
384.311
5.136
1,3
173
26
462.942
3.603
0,8
177
27
500.122
3.012
0,6
148
28
504.596
2.938
0,6
175
29
531.571
3.408
0,6
168
30
572,967
4,534
0.79
182
31
581,037
5,699
0.98
168
32
733,990
7,330
1.00
168
33
891,988
8,661
0.97
188
34
1,092,350
9,226
0.84
198
35
1,115,638
8,309
0.74
190
36
1,099,560
8,175
0.74
192
37
1,162,133
10,025
0.86
193
38
1,148,282
13,268
1.16
201
39
1,153,075
14,044
1.22
182
40
1.101.080
18.279
1,66
190
41
1.213.658
30.519
2,51
192
42
1.212.363
43.927
3,62
194
43
1.418.726
78.106
5,51
204
44
1.631.343
116.673
7,15
204
45
1.608.125
126.141
7,84 2
203
46
1.422.301
126.181
8,87
201
47*
1.394.255
128.668
9,23
201
48
1.379.859
126.140
9,14
205
49
1.347.625
135.136
10,03
204
50
1.504.313
170.200
11,31
201
51
1.599.120
184.940
11,57
202
52
1.057.269
136.998
12,96
188
53/2020
845.729
129.930
15,36
205
1/2021
1.228.604
157.569
12,83
205
2/2021
1.185.297
123.858
10,45
205
3/2021
1.107.202
109.764
9,91
205
4/2021
1.141.389
96.366
8,44
202
5/2021
1.092.988
82.007
7,50
203
6/2021
1.047.658
67.336
6,43
205
7/2021
1.069.784
65.440
6,12
190
8/2021
1.171.798
72.059
6,15
210
9/2021
1.153.270
71.715
6,22
211
10/2021
1.280.050
85.655
6,69
215
11/2021
1.367.247
107.827
7,89 2
209
12/2021
1.415.220
131.857
9,32
206
13/2021
1.178.378
128.814
10,93
207
14/2021
1.168.950
140.800
12,04
208
15/2021
1.311.887
163.282
12,45
208
16/2021
1.409.259
175.711
12,47
201
17/2021
1.337.504
149.805
11,20
200
Summe
56.836.969
3.848.332
Testverfahren
Die von Ihnen begehrten amtlichen Informationen liegen in der gewünschten Detailtiefe nicht vor, da deutschlandweit von den Laboren verschiedenen PCR Assays und Kits verwendet werden. In Deutschland kommen sowohl kommerzielle SARS-CoV-2-Tests als auch In-house-Tests zum direkten Erreger-Nachweis von SARS-CoV-2 zum Einsatz. Eine Übersicht zu den in Deutschland erhältlichen kommerziellen Tests findet sich hier:
https://www.dimdi.de/dynamic/de/medizin…<
https://www.dimdi.de/dynamic/de/mediz...>
Zum Teil sind die Informationen zur jeweiligen Validierung bereits auf den entsprechenden wissenschaftlichen Seiten (Instand e.V.; Pupmed) öffentlich zugänglich. Informationen zu den vom Konsiliarlabor für Coronaviren publizierten RT-PCR-Assays sind hier zu finden:
https://www.eurosurveillance.org/conten…<
https://www.eurosurveillance.org/cont...>
Für eine labordiagnostische Untersuchung zur Klärung des Verdachts auf eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 wurden PCR-Nachweissysteme entwickelt und validiert. Sie gelten als „Goldstandard“ für die Diagnostik. Nähere Angaben sind über die Weltgesundheitsorganisation (
https://www.who.int/publications/i/it... ) bzw. die Foundation for Innovative New Diagnostics (
https://www.eurosurveillance.org/cont... ) verfügbar.
Es steht eine Reihe von kommerziellen Testsystemen mit hoher Spezifität und unterschiedlicher Bearbeitungsdauer zur Verfügung. Bei niedriger Prävalenz und niederschwelliger Testindikation (einschließlich der Testung asymptomatischer Personen) werden an die Spezifität der Teste im Hinblick auf den positiven Vorhersagewert hohe Anforderungen gestellt. Dem tragen z. B. "Dual Target" Tests Rechnung. Unabhängig vom Testdesign sind jedoch grundsätzlich die für einen Test vorliegenden Daten zu den Leistungsparametern entscheidend. Die verwendeten Targets (Zielgene) können sich zwischen verschiedenen Testsystemen sowie innerhalb eines Testsystems (z. B. im Falle von "Dual Target"-Tests) in ihrer analytischen Spezifität und Sensitivität unterscheiden. Insbesondere bei diskrepanten Ergebnissen innerhalb eines Tests bzw. unklaren/unplausiblen Ergebnissen der PCR-Testung muss eine sorgfältige Bewertung und Validierung durch einen in der PCR-Diagnostik erfahrenen und zur Durchführung der Diagnostik ermächtigten Arzt erfolgen. Ggf. muss zur Klärung eine geeignete laborinterne Überprüfung (z. B. Wiederholung mit einem anderen Testsystem) erfolgen bzw. eine neue Probe angefordert werden. Der Befund soll eine klare Entscheidung im Hinblick auf die Meldung ermöglichen.
Die Labore sind gehalten, regelmäßig an entsprechenden Ringversuchen teilzunehmen.
(KBV: Nukleinsäurenachweis des Betacoronavirus SARS-CoV-2 mittels RT-PCR<
https://www.kbv.de/tools/ebm/html/328...>; WHO: Laboratory testing for 2019 novel coronavirus (2019-nCoV) in suspected human cases<
https://www.who.int/publications/i/it...>; ECDC: Rapid risk assessment: Novel coronavirus disease 2019 (COVID-19) pandemic: increased transmission in the EU/EEA and the UK<
https://www.ecdc.europa.eu/en/publica...>; Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen<
https://www.bundesaerztekammer.de/aer...>).
Für die Qualitätssicherung in der molekularen Diagnostik ist es wesentlich, bei allen Tests fortlaufend Qualitätskontrollen wie Positiv- und Negativkontrollen mitzuführen, die es erlauben, anhand der dafür generierten Messwerte die Reproduzierbarkeit der Tests und damit relevante Kenngrößen wie z. B. die Nachweisgrenze und ggf. Abweichungen von der erwarteten Leistungsfähigkeit der Tests zu erkennen. Der aus der real-time PCR bekannte Ct-Wert stellt nur einen semi-quantitativen und von Labor zu Labor nicht unmittelbar vergleichbaren Messwert dar, solange es keinen Bezug auf eine Referenz gibt. Ein exakt quantifizierter Standard kann dazu verwendet werden, die erhaltenen Ct-Werte in eine RNA-Kopienzahl pro Reaktion und ggf. pro Probenvolumen umzurechnen; so lässt sich der Bezug auf publizierte Daten zur Replikationsfähigkeit des in der Probe enthaltenen Virus in geeigneten Zellkulturen erleichtern. Für die Nukleinsäure-gestützte Diagnostik stehen international verschiedene Referenzmaterialien, hier insbesondere RNA von SARS-CoV-2, zur Verfügung. (die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit):
In einer Kooperation zwischen dem Robert Koch-Institut, Abteilung für Infektionskrankheiten und Zentrum für Biologische Gefahren und Spezielle Pathogene/Hochpathogene Viren, dem Konsiliarlabor für Coronaviren am Institut für Virologie der Charité - Universitätsmedizin Berlin, INSTAND e.V. als Referenzinstitution der Bundesärztekammer für die externe Qualitätssicherung in medizinischen Laboratorien, der ad hoc-Gruppe der Gemeinsamen Diagnostikkommission der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV) und der Gesellschaft für Virologie (GfV) bietet INSTAND e.V. für alle deutschen Laboratorien für die Diagnostik zum Virusgenom-Nachweis von SARS-CoV-2 zwei unterschiedlich konzentrierte quantitative Bezugsproben mit den folgenden SARS-CoV-2-RNA-Lasten an:
Quantitative Bezugsprobe 1 (Ch07469) ca. 10.000.000 Kopien/ml
Quantitative Bezugsprobe 2 (Ch07470) ca. 1.000.000 Kopien/ml.
Das Begleitheft der Bezugsproben<
https://www.instand-ev.de/fileadmin/u...> liefert wichtige Hinweise zur Testdurchführung und Anwendung sowie Daten zu ihrer Charakterisierung in verschiedenen Laboren.
andere Coronaviren
Coronaviren kommen natürlicherweise auch bei Heim- und Nutztieren vor. Diese sind allerdings von den Erregern der schweren respiratorischen Erkrankungen des Menschen deutlich zu unterscheiden (
https://www.openagrar.de/servlets/MCR... ).
Gütersloh
Zu den gewünschten Informationen zur Situation im Kreis Gütersloh liegen dem Bundesministerium für Gesundheit keine amtlichen Informationen im Sinne der Fragestellung vor.
Generelle Einschätzung
Grundsätzlich gilt nach wie vor, dass es aus infektionsepidemiologischer Sicht erforderlich ist, den erneuten Eintritt in ein exponentielles Wachstum der Pandemie durch antiepidemische Maßnahmen zu verhindern und – darüber hinaus – die Fallzahlen deutlich weiter in einen voraussichtlich kontrollierbaren Bereich zu senken, bis sich auf Populationsebene Grundimmunität durch die Impfungen einstellt.
Mit freundlichen Grüßen
https://fragdenstaat.de/a/203009
Die meinen das nur im Sinne von "steiler Anstieg". Nicht etwa "Verdopplung alle n Tage".