Briefe von Kronprinz Wilhelm an Hitler

Blog-Post „Der braune Adel und die Nazis: Wir veröffentlichen die Briefe von Kronprinz Wilhelm an Hitler“

Reichskanzlei
Sehr verehrter Herr Staatssekretär!
Lieber Lammers!

Seine Kaiserliche Hoheit der Kronprinz, zurzeit in Oels, hat mich wissen lassen, dass er sich in der vorigen Woche an Sie zwecks Herbeiführung einer Zusammenkunft mit dem Herrn Reichskanzler gewandt und vorbehaltlich des noch zu bestimmenden Zeitpunktes eine grundsätzlich zusagende Antwort erhalten habe. Der Kronprinz hat gebeten, dass ich dieser Zusammenkunft beiwohnen soll. Er würde sich ungemein freuen, wenn der Herr Kanzler Sie mitbringen würde. Falls es Ihre stark besetzte Zeit ermöglichen sollte, wäre ich Ihnen, lieber Lammers, sehr dankbar, wenn ich Sie vor dieser Zusammenkunft einmal kurz spreche dürfte. Vielleicht haben Sie die Liebenswürdigkeit, mich wissen zu lassen, wo ich Sie einmal aufsuchen darf.
Mit herzlichen Grüssen in alter 51er Kameradschaft und der Bitte um Empfehlungen an Ihre sehr verehrte Frau Gemahlin
Ihr  Foerster
Auffassung Seiner Königlichen Hoheit des Herzogs von Coburg trifft also insoweit zu, als es sich um Orden handelt, die von ehemaligen Landesherren vor dem 17. November 1935 verliehen worden sind.
Heil Hitler!
Ihr sehr ergebener
Sehr verehrter Herr Reichskanzler!
Mein Führer!
Ihnen auch zu diesem Jahreswechsel meine herzlichsten und aufrichtigsten Wünsche für Ihr persönliches Wohlergehen und für das Wohl unseres geliebten Vaterlandes übermitteln zu können, ist mir ein Bedürfnis.
In der Hoffnung, Anfang des Jahres die Freude zu haben, Sie wiederzusehen, verbleibe ich mit herzlichen Grüssen

Ihr getreuer Wilhelm
Der Staatssekretär und Chef der Reichskanzlei 
Berlin, den 24. April 1935.

Berlin, den 18. April 1935. Unter den Linden 36. 
An den Führer und Reichskanzler des Deutschen Reiches Herrn Adolf Hitler

Sehr verehrter Herr Reichskanzler!

Zu Ihrem Geburtstage sende ich Ihnen meine aufrichtigsten und herzlichsten Glückwünsch! Möge das neue Lebensjahr Ihnen beste Gesundheit und vollen Erfolg auf allen Gebieten, besonders aber in aussenpolitischer, wirtschaftlicher und innerpolitischer Beziehung bringen. Die dem deutschen Volke durch Sie wiedergegebene Wehrfreiheit hat uns alle glücklich gemacht und freudigen Herzens wird jeder deutsche Mann am weiteren Aufbau unseres Vaterlandes mitarbeiten. 

Dankbar der Aussprache gedenkend, bei der verschiedene Mißverständisse ausgeräumt werden konnten, möchte ich dem Wunsche Ausdruck geben, bei gegebener Gelegenheit mich wieder einmal mit Ihnen unterhalten zu können.
Die Zusammentreffen gelegentlich des Heldengedenktages und bei der Eröffnung der Ausstellung über die polnische Kunst waren mir eine große Freude!

In besonderer Verehrung verbleibe ich mit nochmaligen Wünschen und besten Grüssen

Ihr getreuer Wilhelm
Der Staatssekretär und Chef der Reichskanzlei 

Reichsdiensttelegramm:
Seine Kaiserliche Hoheit Kronprinz Wilhelm von Preußen 

Ce c i 1 i e n h o f bei Potsdam. 
Der Führer und Reichskanzler hat mich beauftragt, Euer Kaiserlichen Hoheit seinen aufrichtigen Dank für das gütige Glückwunschschreiben vom 18.d.Mts. zu übermitteln. Staatasekretär und Chef der Reichskanzlei Dr.Lammers.
Carl Eduard
Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha

Berlin, den 27. November 1935
Privat!

Lieber Lammers!
Nord erzählt mir von Ihrer gestrigen Unterhaltung über den Hohenzollernschen Hausorden. Erlauben Sie mir hierzu einige private Worte:

ich bin über den Genehmigungsantrag der Königlichen Verwaltung ehrliche erstaunt. Nachdem ich unter dem 7. Dezember 1932 an den Kaiser den Antrag auf Beleihung meiner damaligen Mitarbeiter Friedrichs, Hildebrandt, Nord gestellt und der Kaiser mir denselben unter dem 17. Dezember 1932 nicht nur genehmigt, sondern bereits auch den 27. Januar 1933 als Verleihungstermin schriftlich festgelegt hatte, war der Königlichen Verwaltung ja reichlich Zeit gegeben, die Aushändigung der Insignien vorzunehmen.

Wieso es einer nachträglichen Genehmigung bedarf, einen Hohenzollernschen Hausorden zu verleihen, der nach einem mir gegebenen Kaiserlichen Wort unter dem 27. Januar 1933 ausgefertigt werden sollte, verstehe ich nach dem Wortlaut des neuesten Gesetzes nicht. Ich weiss aber, dass weder mich noch die oben genannten Herren ein anderes Verleihungsdatum interessiert.

Ich hielt mich für verpflichtet, Ihnen, lieber Lammers, diese meine Stellungnahme darzulegen, damit keine falschen Bilder entstehen. Ich bedauere es, offen gestanden, dass die Königliche Verwaltung Sie durch einen mir nach jeder Richtung hin unverständlichen Antrag in die zwangsläufig sich ergebende Situation eines ablehnenden Bescheids bringt.

In der angenehmen Hoffnung, dass Ihnen der gestrige Abend gut bekommen ist, verbleibe ich mit der Bitte um Empfehlung an Ihre sehr verehrte Frau Gemahlin

Ihr Ihnen stets getreuer
Berlin W 8, den 29.Dezember 1935.

Sehr verehrter Herr Reichskanzler! Zum Beginn des Jahres 1936 möchte ich Ihnen die herzlichsten Wünsche für Ihr persönliches Ergehen und für eine weitere segensreiche Tätigkeit zum Wohle unseres geliebten Volkes aussprechen. Das vergangene Jahr war reich an Mühe und Arbeit. Dankbar gedenkt das Deutsche Volk Ihres Verdienstes, Deutschland durch alle Wirnisse der Zeit mit Erfolg hindurchgesteuert zu haben. Stolz aut die wiedererlangte Wehrhoheit und Wehrfreiheit bringen alle national gesinnten Deutschen den Wunsch Ausdruck, auch Ihre weitere Arbeit möge von Gottes Segen begleitet sein. 
Mit herzlichen Grüssen Ihr getreuer Wilhelm
Der Staatssekretär und Chef der Reichskanzlei 

Seiner Kaiserlichen Hoheit Kronprinz Wilhelm von Preußen 
Unter den Linden 36 
Berlin W8

Der Führer und Reichskanzler hat mich beauftragt Euer Kaiserlichen Hoheit seinen aufrichtigen Dank für die Glückwünsche zum Jahreswechsel zu übermitteln Punkt Für die mir ausgesprochenen Wünsche danke ich ehrerbietigst ich bitte Eure Kaiserliche Hoheit auch meine aufrichtigen Glückwünsche zum Jahreswechsel gütigst entgegennehmen zu wollen

Der Staatssekretär und Chef der Reichskanzlei Dr. L a m m e r s