Das haben wir aus der FragDenStaat-Umfrage 2020 gelernt

1.285 Menschen haben an unser FragDenStaat-Umfrage 2020 teilgenommen. Wir haben uns Ihr Feedback angeschaut und ausgewertet. Jetzt wollen wir einige Ergebnisse mit Ihnen teilen – und zeigen, was wir gelernt haben.

Im Frühjahr haben wir Sie um Feedback zu FragDenStaat gebeten: Wir wollten wissen, wie Sie FragDenStaat wahrnehmen, Raum für Ihre Rückmeldungen schaffen und Sie besser kennenlernen. Vielen Dank an dieser Stelle an alle 1.285 Personen, die mitgemacht und die Fragen bis zum Schluss beantwortet haben!

Wir haben viel von Ihnen und über Sie gelernt: Zum Beispiel, dass die Mehrheit der FragDenStaat-Community männlich ist und im Altersdurchschnitt 49 Jahre alt. Darüber hinaus haben 49% angegeben, einen Hochschulabschluss zu haben und wiederum 28% sind Rentner:innen. Unsere Nutzer, Besucherinnen und Spender arbeiten in vielen verschiedenen Branchen. 57% haben sich nicht in unsere Vorschlägen wiedergefunden und weitere Angaben gemacht. Unter Sonstiges wurde zu 18 % die IT-Branche genannt - also häufiger als Politik.

BranchenAnteil in %
Medien6%
NGO/ gemeinnütziger Sektor8%
öffentlicher Dienst27%
Politik2%
Sonstiges57%

Erster Kontakt und Kommunikation

Die Mehrzahl der Teilnehmerinnen, 83%, haben von uns in den vergangenen drei Jahren gehört. Neben den in der Grafik gewählten Kanälen wurden häufig der Chaos Computer Club, netzpolitik.org, heise-online, Youtube sowie Foodwatch genannt.

Um auf dem Laufenden zu bleiben, haben 55% unseren Newsletter abonniert. Daneben besuchen viele einfach regelmäßig unsere Webseite:

Wie nehmen Sie FragDenStaat wahr?

Als Plattform für Informationsfreiheit hat sich FragDenStaat seit Gründung 2011 bedeutend weiterentwickelt. Viele Funktionen und Ziele sind dazugekommen. Die Umfrage hat gezeigt, dass FragDenStaat an erster Stelle als Werkzeug und Service fürs Stellen von IFG-Anfragen wahrgenommen wird. Dahinter liegen die Einstufungen als Wissens- und Recherchedatenbank sowie Aktivistische Kampagnenseite. An letzter Stelle war die Kategorie Blog bzw. Online-Magazin zu finden.

Große Zustimmung bei Ihnen fand die Aussage “Informationsfreiheit ist ein wichtiges demokratisches Grundrecht.” - schön, dass wir da einer Meinung sind! “Gemeinsam können wir politischen Druck ausüben und viel erreichen” und “FragDenStaat ist eine progressive und effektive Bewegung” bekommt mit jeweils 4,3 von 5 Punkten ebenfalls eine relativ hohe Zustimmung. Unter den Besucher:innen bekommt die Aussage „Anfragen zu stellen ist ganz einfach.“ nur 3,5 von 5 Punkten.

Nutzer- und Spenderinnenverhalten im Detail

Die Anteile von Nutzern, die eine oder 2-10 Anfragen gestellt haben, ist mit 43% bzw. 45% ungefähr gleich. Mehr als 10 IFG-Anfragen haben nur 8% der Nutzerinnen gestellt. Bei 59% der Nutzerinnen war die erste Anfrage Teil einer Kampagne. Die Taktik, bei Problemen andere Anfragen zu durchsuchen, ist am beliebtesten. Nutzer:innen mit vielen Anfragen wählen als zweiten Weg vermehrt das Forum für ihre Fragen. Die Anderen schreiben E-Mails. Obwohl 66% der Umfrage-Teilnehmenden das Forum kennen, sind davon nur 15% darin aktiv. 43% haben noch nie reingeschaut, obwohl sie davon gehört haben.

Unter den Spenderinnen hat jede fünfte einen Dauerauftrag angelegt. Die Mehrheit spendet eher zu konkreten Anlässen und am liebsten für Klagen. Dass wir keinerlei öffentliche Gelder erhalten, ist den meisten bekannt.

Offene Fragen – Ihre Antworten

Wir wollten von Ihnen wissen, welche Themen Sie im Zusammenhang mit Informationsfreiheit besonders interessiert. So vielfältig wie Sie waren dann auch Ihre Antworten. Am häufigsten wurden Lobbyismus, Datenschutz, Gesetzgebungsverfahren, der Einsatz von Steuermitteln, Umwelt und Verbraucherrechte genannt. Daneben ist für uns interessant, dass sich viele mehr Recherchen auf kommunaler Ebene wünschen, um mehr aus der eigenen Region zu erfahren.

Es wurde deutlich, dass wir Wege finden müssen, zusätzliche Hilfen aufzubereiten von Tutorials zum Anfragen stellen bis hin zu Klageschriftvorlagen. Es gab viele Ideen für neue Features und Verbesserung der Anfragenseite z.B. für die mobile Version. Hier können wir schon mal ankündigen: Sie brauchen nicht mehr lang zu warten! Auch die Wahrnehmung von Kampagnen waren sehr unterschiedlich, was uns motiviert, gemeinsame Erfolge besser zu kommunizieren.

Und jetzt?

Danke für all Ihr Feedback, Lob und Kritik! Sie haben uns damit einen großen Schatz beschert, der unsere Arbeit beeinflussen wird. Natürlich haben wie Vorstellungen, wo es mit FragDenStaat hingehen soll. So ist es unser Ziel, unsere Ausrichtung einer Kampagnenorganisation noch stärker zu machen. Dass wir dafür noch eine Strecke vor uns haben, hat uns die Umfrage gezeigt. Wir wollen daran arbeiten, diverse Perspektiven abzubilden und die Interessen von mehr gesellschaftlichen Gruppen zu vertreten.

Viele wissen nicht, wie man sich bei FragDenStaat engagieren kann: Die Daten aktuell zu halten oder Fehler zu beheben, erfordert Teamarbeit. Hier können Sie helfen. Wenn Ihre E-Mails z.B. nicht ankommen, freuen wir uns, wenn Sie die korrekte Adresse der Behörde selbst recherchieren und uns diese gleich mitschicken. Wer will, kann auch auf github direkt mit anpacken oder tauschen Sie sich im Forum aus. Sie kennen unser Team – unsere Ressourcen sind leider begrenzt. Aber gemeinsam mit Ihnen können wir Informationsfreiheit voranbringen!

Kein Staatsgeheimnis: Der Klima-Gebäude-Check!

Tut Ihre Kommune genug für den Klimaschutz? Helfen Sie mit aufzudecken, wo der Staat das Klima verheizt!

Jetzt mitmachen

Bild des Autors

Judith Doleschal

Judith arbeitet bei FragDenStaat für die Community-Entwicklung, Kommunikation sowie Fundraising.

Unterstützen Sie unsere Arbeit

Wir kämpfen für mehr Transparenz in Politik und Verwaltung!
Machen Sie mit, indem Sie uns spenden! Damit unterstützen Sie unsere Kampagnen, Klagen und Recherchen.

Jetzt spenden

Gegen Angriffe auf die Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit: Der neue Prinzenfonds

Der Hohenzollern-Prinz Georg Friedrich von Preußen geht mit Abmahnungen und Klagen gegen ihm unerwünschte Berichterstattung vor. Menschen aus Wissenschaft, Medien und Politik sind betroffen. Für sie richten wir einen Hilfsfonds ein.